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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Was ist und war die deutsch-polnische Beziehung für uns und die Polen? Dieser Frage geht die Ausstellung „Tür an Tür“ im Berliner Martin-Gropius-Bau nach

Polen! Das Blut zittert mir in den Adern


Jan Matejko, Preußische Huldigung, 1882

Ein kalter Schauder durchdringt den Körper in der Rauminstallation „Kühlschrank“ von Gregor Schneider. Der eigens angefertigte weiße Kubus des rheinischen Bildhauers bildet den Abschluss der Ausstellung „Tür an Tür. Polen – Deutschland. 1000 Jahre Kunst und Geschichte“ im Berliner Martin-Gropius-Bau. Wer das Kühlhaus durch eine schwere Tür betritt, sieht Wände voller „Kampfspuren“ – angekratzt und abgeschabt. Bei deutlichen Minusgraden sind die Symbole der beiden Staaten, der polnische und deutsche Adler aus Styropor, in einer Ecke zusammengerückt. Will das Kühlhaus ein letztes Mal auf das angeblich vollkommen unterkühlte Verhältnis zwischen den beiden Ländern aufmerksam machen? Der Besucher verlässt dann jedenfalls den Gropiusbau auftauend in die Wärme. ...mehr

Zivilcourage im Dritten Reich: Die Hamburger Kunsthalle erinnert an den Hausmeister Wilhelm Werner, der wichtige Werke der Avantgarde in seiner Wohnung versteckte

Strategien eines Hausmeisters


Vier Jahre ist es her, da sorgte eine kleine Ausstellung im Frankfurter Portikus für Aufmerksamkeit. Unter dem Titel „Sammlung Rausch“ wurde dort die Sammlung von Hartmut Rausch gezeigt, der während seiner Tätigkeit als Hausmeister der Frankfurter Städelschule rund 100 zeitgenössische Werke zusammengetragen und in seiner Dienstwohnung aufgehängt hatte – von Professoren wie Per Kirkeby, Thomas Bayrle oder Ayse Erkmen etwa oder von Studenten, die im Laufe der Jahre zu Berühmtheiten und Kunstmarktgrößen avanciert waren, darunter Tomás Saraceno, Sergej Jensen und Thomas Zipp. ...mehr

Die Alte Pinakothek in München rückt zum ersten Mal außerhalb Italiens das Werk des Leonardo-Zeitgenossen Pietro Perugino ins rechte Licht und feiert ihn mit Leihgaben aus dem Louvre, aus der Eremitage und aus dem Nationalmuseum Stockholm als „Meister Raffaels“

Stille Madonnen, sanfte Landschaften


Perugino, Maria mit Kind, Johannesknaben und Engel (Madonna del Sacco), um 1495/1500

Die Geschichtsschreibung ist nicht immer gerecht. Um 1500 wurde der Maler Pietro Perugino als der beste seiner Zeit gefeiert. Jahrhunderte später galt er nur noch als Lehrer des großen Raffael. Dass er zusammen mit Leonardo da Vinci und Sandro Botticelli zu den Wegbereitern der klaren und deliziösen Malerei der Hochrenaissance gehörte, dass er von Päpsten, Fürsten und Patriziern als Fresken- und Porträtmaler umworben wurde und dass er gar an einem Jahrhundertauftrag wie der Ausmalung der „Sixtinischen Kapelle“ in Rom beteiligt war, schien wie ausradiert aus den Annalen der Kunstgeschichte. Erst im 19ten Jahrhundert sah man die Porträts und Altarbilder des Meisters aus Perugia in neuem Licht. Und erst jetzt ist das vor Schönheit und sinnlicher Stimmung blendende Werk erstmals in einer Ausstellung außerhalb Italiens zu sehen. ...mehr

Eine groß angelegte Überblicksausstellung im Düsseldorfer Museum Kunst Palast stellt die dortige Malerschule als internationales Kunstzentrum und Künstlertreffpunkt des 19ten Jahrhunderts vor

Schwergewichte pompöser Erzählmalerei


Eduard Julius Friedrich Bendemann, Gefangene Juden in Babylon, 1832

Lange scheint es her. Wir schreiben das Jahr 1979, und im damaligen städtischen Kunstmuseum zu Düsseldorf stellt eine 270 Exponate umfassende Ausstellung „Die Düsseldorfer Malerschule“ vor. Der Verfasser dieser Zeilen, damals noch Gymnasiast, erinnert sich schwach, wie er seinerzeit mit den Eltern eine schier endlose Enfilade von Kabinetten abschritt, in denen dicht an dicht überwiegend großformatige, düstere Gemälde mit förmlich-erstarrten Motiven vom Wirtshausleben über aufgebauscht romantisierte Landschaften bis hin zu religiösen Bildnissen hingen. Er konnte noch wenig Ertragreiches von der Schau mitnehmen, und seine Erleichterung war spürbar, als draußen wieder frische Luft um die Nase wehte. Auch heute, nach 32 Jahren, werden die meisten Besucher aufatmen, wenn sie die fulminante, auf 444 Werke von rund 230 Künstlern erweiterte und auf die internationale Wirkungsgeschichte der Bewegung fokussierte Neuauflage im nun umbenannten Museum Kunst Palast verlassen. ...mehr

Das Bucerius Kunst Forum in Hamburg präsentiert nach einem erfolgreichen Jahr ein spannendes Ausstellungsprogramm für 2012 und 2013

Mit frischem Rückenwind


Volles Haus: Mehr als 250.000 Besucher kamen 2011 in das Bucerius Kunst Forum am Hamburger Rathausmarkt. Für sprudelnde Einnahmen sorgten vor allem die beiden Ausstellungen William Turner mit 112.000 Besuchern und Gerhard Richter mit 82.500 Besuchern. Damit sei das Experiment gelungen, mit Gerhard Richter erstmals einen zeitgenössischen Künstler zu präsentieren, erläutert Geschäftsführer Andreas Hoffmann. Das Bucerius Kunst Forum sieht sich offenbar ermutigt, in diese Richtung weiterzuarbeiten. Das Programm für 2012 und 2013 jedenfalls hat sich erheblich verjüngt. Man setzt auf ein eher modernes Programm und interessante Fragestellungen. ...mehr

Endlich widmet sich ein österreichisches Museum Curt Stenvert. Das Belvedere in Wien richtet dem Objektkünstler, Regisseur und gesellschaftspolitisch denkenden Menschen die zweite Museumspersonale in seiner Heimat aus

Politischer Neodadapop


Curt Stenvert nimmt mit seinem Schaffen als bildender Künstler, Filmemacher und Autor zahlreicher Texte, einen festen Platz in der österreichischen Kunstgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts ein. Doch obwohl er Österreich 1966 bei der Biennale in Venedig vertrat und 1962 bei den Filmfestspielen in Berlin für seinen Experimentalfilm „Venedig“ mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde, ist er fast gänzlich in Vergessenheit geraten. Das Wiener Belvedere unternimmt derzeit den ambitionierten Versuch, das vielfältige Schaffen des Künstlers im Dialog mit Werken von Künstlerkollegen zu präsentieren. ...mehr

Zwischen unbeteiligter Tatsachenerfassung und subjektiver Inszenierung: Die Ausstellung „Photography Calling!“ im Sprengel Museum Hannover untersucht den dokumentarischen Blick in der zeitgenössischen Fotografie seit 1960

Der Lockruf der Wirklichkeit


Für die amerikanische Fotografenlegende Walker Evans war die Sache klar: In der Kunst gibt es keine rein dokumentarische Fotografie. Ein Polizist, der einen Tatort fotografiert, erstellt ein reines Dokument, weil er einen Sachverhalt ohne jegliche Bedeutungsverschiebung oder Reflexion des Mediums, der eigenen Tätigkeit oder der künstlerischen Tradition des Bildermachens sachlich und neutral festhält. Jede Kunst aber ist Interpretation. Ihr haften Momente der subjektiven Auswahl, der künstlerischen Konstruktion oder des ironischen Spiels mit Zitaten und Bedeutungsverschiebungen an. Evans schlägt daher den Begriff „dokumentarischer Stil“ vor, um den künstlerisch-fotografischen Umgang mit der uns umgebenden Wirklichkeit von der reinen Tatsachenerfassung polizeilicher oder wissenschaftlicher Fotografie abzugrenzen. ...mehr

Seit 50 Jahren residiert das einzige Schmuckmuseum Europas im Pforzheimer Reuchlinhaus. Eine glanzvolle Sonderausstellung zum Schlangenmotiv feiert dieses Jubiläum

Schlangen zum fünfzigsten Geburtstag


René Lalique, Brustschmuck „Schlangen“, Paris 1898/99

Nein, in eine Schlangengrube gerät man wahrlich nicht, auch wenn die durch ein Loch führende Wendeltreppe vom lichten Foyer ins dunklere Souterrain des Reuchlinhauses ein mulmiges Gefühl suggeriert. Das elegant geschlängelte, freitragende Konstrukt aus gefalteten Stahlrohrkästen mit Wangen aus Plexiglas lenkt auch wegen knatternder Geräusche die Aufmerksamkeit auf sich. Die klare, kalte Formensprache des International Style zeichnet die in den Park ausgreifende Baugruppe innen wie außen aus. Das Reuchlinhaus der badischen Schmuckmetropole Pforzheim gilt weit über die Staatsgrenzen hinaus als erstes Kulturzentrum. Am 20. Oktober 1961 fand die Einweihung statt, ein halbes Jahr vor der Eröffnung der Wolfsburger Variante von Alvar Aalto. Heute steht die Collage scharfkantiger Quader aus wechselnden Materialien unter Denkmalschutz. ...mehr

Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigt zwölf junge Nachwuchsdesigner, die sich um den HFBK-Designpreis der Leinemann-Stiftung für Bildung und Kunst bewerben

Zwischen Alltagstauglichkeit und Subversion


Oliver Schau, Sitzbank DN_100, 2011

„Das Design sollte das Produkt sozusagen zum Sprechen bringen“. So definiert der deutsche Möbel- und Produktdesigner Dieter Rams, Jahrgang 1932, bekannt vor allem durch seine Entwürfe für die Elektronikmarke Braun, sein Hauptkriterium für eine gelungene Gestaltung. Ob Rams für den jungen Designernachwuchs überhaupt noch eine feste Bezugsgröße darstellt, sei dahingestellt. Dinge zum Sprechen zu bringen, gelingt aber auch den zwölf Nachwuchsgestaltern, die jetzt für den HFBK-Designpreis der Leinemann-Stiftung für Bildung und Kunst nominiert wurden. Im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigen sie ihre teils alltagstauglichen, teils subversiven oder eher spaßorientierten Entwürfe. Gesellschaftlich virulente Themen wie Nachhaltigkeit, Rohstoffknappheit, Recycling und Wiederverwertbarkeit spielen dabei eine große Rolle. Fast allen Arbeiten ist aber auch gemeinsam, dass sie den Spieltrieb des Benutzers anregen. ...mehr

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