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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Das Bayerische Nationalmuseum präsentiert noch bis Mitte September Meisterwerke der Goldschmiedekunst aus der Sammlung Rudolf-August Oetker

Prunkvoll


Abraham Jamnitzer, Harsdorfer Pokal, Nürnberg um 1580/91

Er funkelt, blinkt und blitzt aus allen Knopflöchern, der Wechselausstellungssaal im zweiten Obergeschoss des Bayerischen Nationalmuseums in München. Ganz in Schwarz gehüllt, präsentiert er dem Besucher eine Sammlung von Kunsthandwerken, deren Erlesenheit mitunter jenem den Atem verschlägt: Rund achtzig Humpen, Dosen, Pokale, Becher, Schalen und andere überwiegend als Trinkgefäße dienende Meisterwerke der Goldschmiedekunst sind hier versammelt. Das Museum, selbst ein Hort der schönsten Schätze aus Kunst und Kunsthandwerk der vergangenen tausend Jahre, kann dafür auf eine besondere Sammlung zurückgreifen: Über Jahrzehnte hinweg hat der 2007 hochbetagt verstorbene Bielefelder Unternehmer Rudolf-August Oetker eine umfangreiche Kollektion an Gemälden, Grafik, Möbeln, Gobelins und kostbaren Alltagswaren zusammengetragen, darunter über vierhundert Objekte der Silber- und Goldschmiedekunst. Die bedeutendsten von ihnen, mehrheitlich aus Renaissance und Barock, sind jetzt in München zu sehen. ...mehr

Die Manfista 9 in Belgien

Wo bitte geht’s nach Genk?


Die ehemalige Zeche Waterschei

Die Provinz Limburg in Belgien beginnt gleich hinter den Niederlanden, wenn man von Aachen aus mit dem Auto kommt. Genk oder war’s Gent? Unterschiedlicher geht’s nicht, auch wenn hier nur ein Buchstabe für Verwirrung sorgt. Von 2.000 auf 65.000 Einwohnern wuchs Genk in nur 67 Jahren vor allem wegen der zu Beginn des 20sten Jahrhunderts entdeckten Kohlevorkommen, der Automobilindustrie und der Stahlproduktion nach dem Zweiten Weltkrieg an und das alles höchst multikulturell: Polen, Italiener, Griechen, Türken und Marokkaner wohnen und leben hier. Das macht das Bild dieser nichtssagenden Stadt mit ihrer erneuerten Architektur schön bunt. Obwohl Genk zu den größeren Städten Belgiens zählt, ist sie im Bewusstsein der Kunstreisenden noch nicht verankert. ...mehr

Eine Ausstellung im Dom- und Diözesanmuseum Mainz widmet sich dem Lachen in der mittelalterlichen Kunst

Nur das Böse lacht aus vollem Herzen


Naumburger Meister, Lachender Knabe aus dem „Zug der Seligen“, um 1239

Der kleine Junge ist der unbestrittene Star der Ausstellung: Die Kinder lieben ihn, die Erwachsenen bewundern ihn, auf Flyer und Plakate hat er es schon zu Beginn geschafft und in der Museumspädagogik wird er – wie zu hören ist – künftig ebenfalls eine gewichtige Rolle spielen. Felix haben ihn die Mitarbeiter des Hauses getauft, den „Glücklichen“, und er ist auch wirklich der einzige, der unbeschwert und zuversichtlich aus reinem Herzen lacht unter einer Schar keineswegs so frohgemut dreinblickender Erwachsener. Im Gegenteil: Denen steckt der Schreck noch sichtlich in den Knochen. Gerade erst sind sie von den Toten auferstanden, verstört scheinen sie sich zu vergewissern, dass sie wirklich zur Rechten des Thronenden Christus, der ihnen seine Segenshand zusendet, gelandet und damit im göttlichen Himmelreich sind. Auf der anderen Seite nämlich tummeln sich die Verdammten, die der ewigen Hölle zuwandern müssen – mit verzerrtem Greinen nimmt es einer von ihnen zur Kenntnis, ein anderer fasst sich erschrocken mit der Hand an das Kinn, die gerade gewonnene Erkenntnis über sein grausiges Schicksal steht ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. ...mehr

Kunstwerke aus Fleisch und Blut: Die Live Art-Ausstellung „12 Rooms“ im Essener Museum Folkwang konfrontiert den Besucher mit ungewohnten Situationen

Wenn die Skulptur den Blick erwidert


Wer regelmäßig mit dem Aufzug fährt, kennt die Situation: Man drückt auf den Knopf, die Tür öffnet sich, man tritt ein und plötzlich befindet man sich auf engstem Raum zusammen mit einer oder mehreren fremden Personen. Geübte Großstädter gehen natürlich souverän damit um. Man grüßt sich und schaut irgendwie an dem anderen vorbei. Ab und zu aber entsteht unvermittelt eine Intimität, die man erst einmal aushalten muss: Das Gegenüber spricht vielleicht mit sich selbst, bohrt unverhohlen in der Nase oder übt sich in anderen Verrichtungen, die außerhalb des sozial Erwartbaren liegen. Nun gilt es, sich selbst zu positionieren. ...mehr

Das Deutsche Architektur Museum in Frankfurt hinterfragt Entwicklungen, Typologien, Rollen und den künstlerischen Stellenwert von Architekturmodellen des 20sten und 21sten Jahrhunderts

Zwischen Realität und Fiktion


Ludwig Mies van der Rohe ließ sich nur allzu gerne vor Modellen seiner Bauten ablichten und nötigte damit dem Betrachter einigen Respekt ab. Derartige Sujets finden sich in nahezu jeder Publikation über den Nestor moderner deutscher Baukunst. Stolz präsentiert der Schurke „Goldfinger“ im gleichnamigen James Bond-Film die opulenten Modelle des Schatzhauses Fort Knox. Selbstüberhebend ernst zeigte sich Adolf Hitler vor fein ausgearbeiteten Riesenmodellen seiner baulichen Wahnvorstellungen. Dagegen eher zum Schmunzeln sind Fotos von Politikern vor Modellen etwa der Bonner oder Berliner Parlamentsneubauten, wobei das laienhafte Getue an infantile Spielereien mit Baukästen für Kinder erinnert. ...mehr

„Der frühe Dürer“ in Nürnberg – einer der Höhepunkte im diesjährigen Ausstellungsreigen

Bleibender Eindruck


Albrecht Dürer, Selbstbildnis als Dreizehnjähriger, 1484

Was hat es doch für einen Streit gegeben zu Beginn dieses Jahres, als es um Albrecht Dürers „Selbstbildnis im Pelzrock“ ging, jenes christusgleiche, ikonenhafte Portrait eines der größten Künstler aller Zeiten: War es eine böse, aus dem alten bayerisch-fränkischen Gegensatz gespeiste Absicht, dass die Münchner es nicht für die große Dürer-Retrospektive im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg hergeben wollten, oder waren tatsächlich die Erhaltungsmängel für den abschlägigen Bescheid der Leihanfrage ausschlaggebend? Nun, heute lässt sich sagen: Vergessen und – sollte es notwendig sein – auch vergeben ist Alles, wenn man durch diese Ausstellung mit ihren unermesslichen Reichtümern spaziert. Schön wäre es natürlich gewesen, auch dieses Bild in Nürnberg zu sehen, und die formatgleiche Fotografie an seiner Stelle ist nur ein schwacher Ersatz. Doch im besten Sinne täuscht das, was den Besucher sonst erwartet, über diesen Mangel rasch hinweg. ...mehr

Der Berliner Martin-Gropius-Bau zeigt eine umfangreiche Retrospektive der New Yorker Fotografin Diane Arbus

Panoptikum der Nonkonformisten


Die New Yorkerin Diane Arbus wird heute als eine der wahrhaftigsten und aufrichtigsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts angesehen. Ihre Aufnahmen von menschlichen Jahrmarktattraktionen, Transvestiten, Tätowierten, Nudisten, Kostümierten, Liliputanern, geistig Behinderten oder anderen Außenseitern und Subkulturen der amerikanischen Gesellschaft haben sie berühmt gemacht. Der Berliner Martin-Gropius-Bau stellt ihr Werk jetzt in einer umfassenden Retrospektive vor. Rund 200 Schwarz-Weiß-Aufnahmen, darunter viele nie zuvor gezeigte Originalabzüge, sind zu sehen. Ein ausführlicher Dokumentationsteil am Ende des Parcours gewährt Einblick in ihre Tagebücher und ihre umfangreiche Bibliothek. ...mehr

Gegensätze bestimmen das Werk des japanischen Architekten Terunobu Fujimori. Es ist zugleich archaisch und utopisch, improvisiert und konzeptionell und nicht zuletzt kühn und traditionell. Die Villa Stuck in München widmet dem surrealistischen Visionär des Bauens die erste Schau in Deutschland

Verspielte Utopien von einer menschlichen Architektur


Terunobu Fujimori, Walking Café im Garten Museum Villa Stuck, 2012

Architektur erlebt man am besten direkt. Und so baute der japanische Architekt Terunobu Fujimori für den Garten der Villa Stuck das, was er am liebsten baut: ein Teehaus. Wie ein struppiges Ei auf Stelzen kommt es daher, und ganz im Sinne des Zeremonienmeisters Rikyu aus dem 16ten Jahrhundert hat auch dieses einen kleinen, lukenartigen Eingang. Er verweist auf eine andere Welt dahinter und lässt das Laute und Hässlich außen vor. Vielleicht hat der 65jährige gerade deswegen eine Vorliebe für das Entwerfen dieser meditativen Räumlichkeit entwickelt. Denn die Welt der Moderne und insbesondere die Glas-Beton-Stahl-Architektur mit all ihren rechten Winkeln und ihrer Kubusmanier sind ihm suspekt. Bei Fujimori allerdings beginnt das Andere nicht erst im Innern des Teehauses. Wie schräge Vogelhäuschen mit schuppigen, asymmetrischen Dächern und rau verputzen Wänden stehen seine kleinen Teestuben auf krumm gewachsenen Baumstämmen oder schweben, festgezurrt an dicken Drahtseilen, wie Steinzeit-Ufos in der Luft. Die Statik ist dabei für den anders denkenden Architekten eher eine Frage des seelischen Gleichgewichts: Wenn alle im Innern zur Ruhe gekommen sind, hört auch das Teehäuschen auf zu schwanken. ...mehr

Plaste-und-Elaste-Kunst zwischen Popsurrealismus, Konsum- und Protestkultur: Der Düsseldorfer Unternehmer Selim Varol zeigt im me Collectors Room in Berlin seine ausufernde Sammlung von Designer-Toys

Überraschungseier für Erwachsene


in der Ausstellung „Art & Toys-Collection Selim Varol“

Selim Varol sammelt Designer-Toys. Limitierte Editionen von Fantasiefiguren also, die überwiegend von Erwachsenen gesammelt werden. Der 39jährige Düsseldorfer Unternehmer aus der Telekommunikationsbranche besitzt Tausende dieser quietschbunten Plastik- und Vinylgeschöpfe aus Japan und den USA, Frankreich und Großbritannien. Varol, der als 6jähriger im türkischen Izmir in einem Open-Air-Kino zum ersten Mal Star Wars-Filme sehen durfte, begann bereits damals mit dem Sammeln grellbunter Science-Fiction-Figuren, skurriler Plastikmonster und grinsender Riesenbabys. Doch erst als Erwachsener entdeckte er die Welt der Designer-Spielzeuge. In Japan kaufte er 1999 sein erstes echtes Designer-Toy. Eine ironische Abwandlung der Mickey Mouse, entworfen vom amerikanischen Kult-Designer KAWS, alias Brian Donnelly. Heute besitzt Varol unzählige Variationen davon in allen erdenklichen Größen, Formen und Farben. KAWS gilt als einer der Superstars unter den Toy-Designern. Von der Subkultur zum Big Business: KAWS teils überlebensgroße Figuren werden auf internationalen Kunstmessen längst zu Höchstpreisen gehandelt. ...mehr

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