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Leda mit dem Schwan / Eduard Veith

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Sitzende Bäuerin mit Kind, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Bisher größte Retrospektive zum Schaffen August Wallas im Museum Gugging

Weltallende


1986 malte August Walla mit Acryl auf Leinwand sein querformatiges Bild „Zwei Engel“. Dem flüchtigen Blick auf das große, bunte Gemälde mit dem aperspektivisch konzipierten Raum, den beiden jeweils eine Bildhälfte dominierenden Gestalten und der spielerischen Anordnung von Farbflächen, wird eine heitere Märchenwelt suggeriert. Doch der Eindruck des Vordergründigen und Naiven täuscht. In den neben- und übereinander gesetzten, gestrichelten und gepunkteten Farbflächen irritieren den unwissenden Betrachter die Anspielungen auf den Nationalsozialismus, auch Hammer und Sichel, die Embleme des Kommunismus, Bezeichnungen wie „WALLA“, „ADOLFE“, „ALLENDE.!“ und die Parteinamen „KPÖ.!“ und „ÖVP.!“ ...mehr

Architektur und Sexualität: Die Hamburger Deichtorhallen zeigen in der Sammlung Falckenberg das weitgehend unbekannte zeichnerische Werk der in Berlin lebenden italienischen Künstlerin Monica Bonvicini

Mein Haus, mein Bett, mein Ego


Geht es nach Monica Bonvicini, so ist die Architekturzeichnung an sich schon eine äußerst machohafte Angelegenheit. Treppen, Säulen, Raumfluchten und Fassaden auf feines Millimeterpapier gebracht, versteht sie als Ausdruck von Macht und Ausgrenzung, Härte, Dominanz und Herrschaftsdenken. Die Berliner Künstlerin mit norditalienischen Wurzeln setzt dieser männlichen Gebärde in ihren eigenen Zeichnungen einen starken feministischen Gegenpol entgegen. Sie provozierte bereits in ihrer Videoarbeit „Wallfuckin’“ von 1995 mit einer nackten Frau, die sich 30 Minuten lang an der harten Kante eines Mauervorsprungs sexuell stimulierte. ...mehr

Floris Michael Neusüss betreibt im Münchner Stadtmuseum die Auflösung des Menschen

Gegen den Strich


Dass es die Kunstrichtung des Surrealismus in Reinform schwer hat in der zeitgenössischen Kunst, ist trotz der großartigen Ergebnisse, die die Meister ihrer ersten Stunde auf dem internationalen Kunstmarkt derzeit erzielen, wohl nicht zu übersehen. Wer sich ihm vorbehaltlos anschließt, setzt sich leicht dem Stigma der Irrelevanz aus: „Alles schon dagewesen“ ist dann schnell als Verdikt bei der Hand, kein gesellschaftspolitisches Engagement, ästhetisch fragwürdig, weil vor allem einer sinnlichen Überwältigungsstrategie huldigend, klebend an einer kunstgeschichtlichen Tradition und also ungefähr so redundant, also wolle man die Bilder des Barock, des Impressionismus oder der frühen Konkreten noch einmal malen. Insofern ist es fast verständlich, dass es rund fünfunddreißig Jahre dauern musste, bis dem Fotografen Floris Michael Neusüss nun wieder einmal eine große institutionelle Einzelausstellung gewidmet wird. 1977 war das zuletzt gewesen, damals im Kasseler Kunstverein. ...mehr

Zum einhundertjährigen Bestehen zeigt das Clemens-Sels-Museum in Neuss eine aufschlussreiche Jubiläumsschau über den Symbolismus und seinen Weg in die Moderne

Strahlendes Farbfest


Gustave Moreau, Der Abend, 1887

„Die Farbe muss gedacht, geträumt, imaginiert werden“. Nichts dokumentiert die revolutionären Ideen im Umgang mit der Farbe mehr als diese Aussage von Gustave Moreau (1826-1898). Sein Postulat bringt die Trennung des Kolorits vom Gegenstand griffig auf den Punkt. Die moderne Kunst befindet sich im Anmarsch. Ein wichtiges, wenn auch nicht immer adäquat gewürdigtes Fundament, auf dem die Entwicklung der Moderne aufbaut, ist der Symbolismus; als dessen Vaterfigur wird Gustave Moreau angesehen. So war es 1950 eine kluge Entscheidung der neuen Museumsdirektorin Irmgard Feldhaus, Vertreter dieser Richtung als Sammlungsschwerpunkt der neu auszurichtenden Kunstsammlung auszuwählen. Seitdem behauptet sich das Clemens-Sels-Museum Neuss mit seinem Alleinstellungsmerkmal wacker im Reigen der großen Sammlungen der unmittelbaren Umgebung. Die über Jahrzehnte hinweg zusammengetragene Kollektion von Vertretern des Symbolismus genießt mittlerweile weltweite Reputation. Als einziges deutsches Museum besitzt es vier Werke von Gustave Moreau; 1964 richtete ihm die langjährige Direktorin die erste Einzelausstellung in Deutschland aus. ...mehr

Das Museum Tinguely in Basel präsentiert erstmals seit 20 Jahren wieder einen Werküberblick des russischen Avantgardestars Wladimir Tatlin

Neue Zeiten, neue Kunst


Seltsam technoide Konstrukte beherrschen die große Ausstellungshalle des Baseler Museums Tinguely. Auf hohen kreisrunden Podesten stehen Balkenkonstruktionen und schrauben sich diagonal nach oben bis fast an die Decke. Generationen von Architekten, bildenden Künstlern und Schriftstellern ließen sich inspirieren vom 1919/20 erarbeiteten Projekt für ein „Denkmal der III. Internationale“. Nur wenige künstlerische Arbeiten besitzen einen derart legendären Status wie dieses wohl bekannteste Werk Wladimir Tatlins, das er in Zusammenhang mit Lenins Parteiprogramm erarbeitete. Die Idee zu diesem Turm, der mit 400 Metern höher als der Eiffelturm hätte werden sollen, spiegelt die ungeheure Euphorie in den ersten Jahren der russischen Revolution. Die himmelwärts strebende Bauskulptur entspricht dem Glauben an die Kraft zur Erschaffung einer neuen Welt. In den aufwärts verjüngten Drehungen einer Eisenspirale um eine parallel zur Erdachse gestellte, vertikale Zentrale fügen sich vier um die eigene Achse rotierende Innenkörper. Sie sollten den Sitz einer gerecht organisierten Regierung beherbergen und eine neue soziale Ordnung ausdrücken. Genau diese bewegten Raumkörper versinnbildlichen die Revolution. ...mehr

Alles andere als ein Filmset: Im Kunstverein Hannover entführt der Belgier Hans Op de Beeck in eine verstörende Gegenwelt

Skulpturales All-Over


Traum oder Realität, Architektur oder bloße Kulisse? Die den Betrachter in ihren Bann ziehenden Installationen und grotesk anmutenden Filme des Belgiers Hans Op de Beeck evozieren verschüttete Erinnerungen und erzählen von fragwürdigen gesellschaftlichen Ritualen. Im Kunstverein Hannover ist jetzt unter dem Titel „visual fictions“ die erste Einzelpräsentation des 43jährigen, in Brüssel lebenden Künstlers in Deutschland zu sehen. Hans Op de Beeck hat gemeinsam mit der Kuratorin der Schau, Ute Stuffer, einen dramaturgisch aufgeladenen Parcours aus Installationen, Filmprojektionen, Skulpturen und großformatigen Aquarellen eingerichtet. Zu sehen sind Arbeiten von 1998 bis heute. ...mehr

„Rasterfahndung“ im Kunstmuseum Stuttgart

Keine Ausraster, bitte!


Es rastert ganz schön dieser Wochen im Kunstmuseum Stuttgart: Mächtig ins Zeug gelegt hat sich das Haus am Schlossplatz für seine Ausstellung „Rasterfahndung. Das Raster in der Kunst nach 1945“ und die fast 150 Exponate im Erd- und im Untergeschoss nicht nur aus dem eigenen Bestand sowie Sammlungen anderer Museen zusammengetragen, sondern auch Galerien, zahlreiche Privatsammler und die Künstler selbst als Leihgeber gewinnen können. Neben der obligatorischen Flachware von Malerei und Grafik sind Räume füllende Installationen zu sehen. Katharina Hinsberg beispielsweise, Jahrgang 1967 und Absolventin der Kunstakademien in München und Dresden, hat eigens für die Ausstellung eine Unzahl von Schnüren mit roten Kugeln in regelmäßigen Abständen an die Decke gehängt. Der Besucher bewegt sich zwischen diesen Seilen, permanent neue Konstellationen wahrnehmend und durchaus fasziniert vom Erlebnis der Mathematik, das ihm hier geboten wird. ...mehr

Zu schön, um wahr zu sein: Der New Yorker Starfotograf Albert Watson fotografierte im Auftrag der Initiative „Cotton made in Africa“ Baumwollbauern in Benin. Seine Bilder sind jetzt im Rahmen einer großen Werkschau in den Hamburger Deichtorhallen zu sehen

Jenseits von Afrika


Er machte mit seinen Aufnahmen die Sängerin Sade weltberühmt. Er brachte Alfred Hitchcock dazu, für das Cover der Weihnachtsausgabe von „Harper’s Bazaar“ mit einer frisch gerupften Gans in der Hand zu posieren. Mit über 100 Titelbildern für die „Vogue“ sowie zahlreichen Werbekampagnen für Modelabels und außergewöhnliche Fashion-Strecken gilt er als einer der gefragtesten Mode- und Magazinfotografen der heutigen Zeit. Außerdem hat er bei zahlreichen Musikvideos Regie geführt. Der 70jährige in Schottland geborene, seit 1976 in New York lebende Albert Watson hat mit seinem grafischen, auf klare Kontraste setzenden Stil Maßstäbe in der angewandten Fotografie gesetzt. ...mehr

Ulrike Ottinger und Pawel Althamer in der Sammlung Goetz München

Welttheater


Welten treffen aufeinander im „Base 103“, dem Ausstellungsbereich im Untergeschoss der Münchner Sammlung Goetz. Zahlreiche ferne Länder vor allem im mittel- und ostasiatischen Raum hat Ulrike Ottinger in den vergangenen drei Jahrzehnten bereist und in ihr künstlerisches Schaffen einbezogen, gar den ersten großen Spielfilm der Mongolei gedreht, „Johanna d’Arc of Mongolia“, 1989 auf den Berliner Filmfestspielen uraufgeführt. Experimentell, fantasievoll und hochassoziativ, aber auch sperrig und undurchdringlich wie die meisten ihrer Filme ist auch dieses Projekt und voller wunderschöner, poetischer Bildertableaus. Einige davon stehen als Fotografien für sich und hängen in einem Nebenraum des Base 103. Nicht weniger als sieben große Filmcollagen aber nehmen den Hauptraum ein, und sie geben einen ebenso beeindruckenden wie bestrickenden Einblick in das Schaffen der ungewöhnlichen Künstlerin. ...mehr

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