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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Spiritualität im Digitalzeitalter: Passend zum 500. Reformationsjubiläum zeigen die Hamburger Deichtorhallen eine große Überblicksschau mit dreizehn Medieninstallationen des Amerikaners Bill Viola

Bilder vom Werden, Sein und Vergehen


Wer durch Feuer? Wer durch Wasser? Wer in der Sonne? Wer in der Nacht? Wer als Strafe Gottes? Wer durch irdisches Gericht? Wer in den Wonnen des Mai? Wer durch Siechtum? Der im vergangenen November verstorbene Sänger Leonard Cohen stellt in seinem von einem jüdischen Gebet aus dem 10. Jahrhundert inspirierten Song „Who by Fire“ existenzielle Fragen, denen sich niemand entziehen kann. Wie und wo werden wir oder diejenigen, die uns nahe stehen sterben? Und was passiert eigentlich danach? Betritt man die groß angelegte Überblicksausstellung zum Werk des 1951 in New York geborenen Medienkünstlers Bill Viola in den Hamburger Deichtorhallen, so kommt einem Cohens Song sofort in den Sinn. Denn auch in den auf schiere Überwältigung des Betrachters setzenden Klang-Videoinstallationen Violas geht es um die existenziellen Seiten des menschlichen Daseins. ...mehr

Einen der Höhepunkte zum diesjährigen Gedenken an den Reformationsbeginn vor 500 Jahren bilden drei nationale Sonderausstellungen, die die Auswirkungen des umwälzenden Ereignisses auf die Künste zeigen

Bezaubernde Kunst und viel dahinter


Cranach-Werkstatt, Martin Luther als Junker Jörg, 1537

Mit heftigen Schlägen hämmert Martin Luther 1517 eigenhändig sein Thesenpapier ans Portal der Wittenberger Schlosskirche. Viele Historienbilder zeigen diese Szene, die sich wohl so nie zugetragen haben dürfte. Gleich zu Beginn der Sonderschau auf der Wartburg sieht sich der Besucher diesem Motiv gegenüber, 1872 interpretiert vom belgischen Historienmaler Ferdinand Pauwels. Die Auswirkungen von Luthers Lehren im künstlerisch-grafischen Feld sind unübersehbar und wurden von Anbeginn bildlich-propagandistisch begleitet, darunter von Lucas Cranach oder Albrecht Dürer. Neue Auslegungen religiöser Riten erforderten veränderte Kultgeräte, neue Gottesdienstformen eine veränderte Konzeption von Kirchenbauten. Die Reformation hinterließ Spuren in allen künstlerischen Sparten. Davon berichten drei große nationale Sonderausstellungen, die im Rahmen der „Lutherdekade“ nach genau 500 Jahren die Ereignisse von damals ins Gedächtnis rufen. ...mehr

Kemang Wa Lehulere in der Deutschen Bank Kunsthalle in Berlin

Poesie des Widerstands


Der Titel „Bird Song“ verweist auf einen Jazz-Klassiker, der ursprünglich für Miriam Makeba geschrieben und häufig von anderen Musikern interpretiert wurde. „Bird Song“, so lautet aber auch die Überschrift der Einzelausstellung des 1984 in Kapstadt geborenen südafrikanischen Künstlers Kemang Wa Lehulere, den die Deutsche Bank zum „Künstler des Jahres 2017“ erkoren hat. Sie ehrt damit einen der profiliertesten jüngeren Kunstschaffenden Südafrikas und stellt sein Werk nun in ihrer Kunsthalle in Berlin vor. Kemang Wa Lehulere, der sich mit Malerei, Zeichnung und Skulptur, aber auch mit Theater, Performance, Aktionen und Installationen beschäftigt, thematisiert dabei die verdrängte Geschichte Südafrikas, etwa die Gewalt während der Apartheid. ...mehr

Wu Tsang entführt in der Kunsthalle Münster in ihre sinnlichen wie nonkonformen Lebenswelten

Wild at Heart


Die 1982 geborene, zur Zeit in Berlin lebende US-Künstlerin Wu Tsang thematisiert in ihren Arbeiten unter anderem ihre eigene Transgender-Identität, queere Lebensformen, feministische Theorie und die emanzipatorischen Theorien und Konzepte der schwarzen akademischen Avantgarde an den US-Hochschulen. Abgesehen von dieser stark inhaltlichen Aufladung, schafft sie aber ganz einfach auch äußerst sinnliche, visuell und klanglich überwältigende Videoinstallationen und interaktive Strukturen. Unter dem Titel „Devotional Document (Part 2)“ hat Wu Tsang am Freitag ihre Einzelausstellung in der Kunsthalle Münster eröffnet und gibt damit ihr institutionelles Debut in Deutschland. ...mehr

Emslandmuseum Schloss Clemenswerth in Sögel setzt Ausstellungsreihe zum Thema Gesamtkunstwerk mit Emil Maetzel fort

Ein Mann mit vielen Gesichtern


Aufgeregt springen die vier ballspielenden Kinder umher. Sie strecken die Arme, um einen der beiden roten Bälle zu ergattern. Doch ihre Körper scheinen kantig und steif. Im Vordergrund kniet ein Junge auf dem Boden, um lang gestreckt nach dem Spielzeug zu greifen. Hinter diesem steht ein weiterer, der sich mit beiden Armen nach hinten beugt. Ihm gegenüber tänzelt der Dritte. Das eine Bein über das andere geschlagen, hebt er beide Arme und legt den Kopf zur Seite. Weiter im Hintergrund ist das vierte Kind zu sehen. Ungelenk rennt es dem zweiten Ball nach. Alle vier tragen die gleiche Kleidung: Blaue, enge kurze Hosen und ein farblich dazu abgestimmtes gestreiftes T-Shirt. Den farblichen Kontrast dazu bildet die rote Farbfläche am rechten Bildrand. ...mehr

Merkel, Sarrazin, Bushido und die anderen: Die ambivalent aufgeladenen Deutschlandbilder des Berliner Fotografen Andreas Mühe werden jetzt im Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen gezeigt

Denk ich an Deutschland


Kanzlerinnenfotograf, Schauspielersohn, Agent Provocateur. Viele Etiketten passen auf den Berliner Fotografen Andreas Mühe, dem die Hamburger Deichtorhallen jetzt im Haus der Photographie eine opulente Einzelausstellung ausrichten. Die Ausstellung mit dem vom Fotografen selbst gewählten Titel „Pathos als Distanz“ stellt den ersten großen institutionellen Überblick über sein Werk dar. Allein die Anordnung verblüfft: In der Haupthalle des Hauses der Photographie sind in geradezu überbordender Petersburger Hängung zentrale Werke aus verschiedenen Serien Mühes im Großformat angebracht. Man erkennt – oft erst auf den zweiten Blick – einige Prominente: Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker, den Polit-Provokateur Thilo Sarrazin, den Rapper Bushido, den Kunstsamler Paul Maenz, den Maler Gerhard Richter, Angela Merkel im Berliner Botanischen Garten unter einem Baumriesen und Egon Krenz beim Heckeschneiden. ...mehr

Carl Spitzweg und Erwin Wurm treffen im Wiener Leopold Museum aufeinander und ermuntern sich gegenseitig zu neuen Lesarten auf ihr Schaffen

Mit Humor und Ironie dem Zeitgeist auf der Spur


Carl Spitzweg, Der Schmetterlingsfänger, um 1840

Vor rund 200 Jahren begann in Deutschland eine Epoche, die als Biedermeier bekannt ist. Nach der Französischen Revolution, Napoleon und dem Wiener Kongress hatte sich die politische und soziale Lage derart verändert, dass Ruhe nicht erste Bürgerpflicht, sondern -sehnsucht wurde. Es war eine Zeit, die von Bevormundung und wirtschaftlicher Not geprägt war. Gleichzeitig entwickelte das Bürgertum ab 1815 eine eigene Kultur und in den Bereichen Architektur, Design, Literatur, Musik, Mode und Malerei eine Formensprache, die erstmals nicht Abklatsch feudaler Pracht war. Die Menschen suchten nach Rückzugsorten und Geborgenheit im häuslichen Kreis. ...mehr

Biennale Venedig: Ganz auf den Dialog zwischen Künstlern und ihrem Publikum setzt die französische Kuratorin Christine Macel mit ihrer Hauptausstellung „Viva Arte Viva“. Die Länderpavillons der 57. Biennale dagegen zeigen vielfach eher Bewährtes. Eine rühmliche Ausnahme bildet der Deutsche Pavillon mit der nahezu fünfstündigen Inszenierung „Faust“ des Frankfurter Shootingstars Anne Imhof

Kunst in angespannten Zeiten


Anne Imhof, Faust, 2017

Eine merkwürdige Anspannung liegt über dem Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig. Oberhalb des Bodens ist eine zweite Ebene aus Glas eingezogen. Darunter entdeckt man skurrile Utensilien: Steinschleudern, Handtücher, Behälter mit Metallkugeln oder Hundefutter. Die Hunde selbst sind in einem Drahtzwinger im Außenbereich untergebracht: zähnefletschende Dobermänner. Auch sie sind Teil der fast fünfstündigen, morbid-schönen Inszenierung „Faust“ der Frankfurter Künstlerin Anne Imhof, Jahrgang 1978. Kuratorin Susanne Pfeffer hat die Senkrechtstarterin eingeladen, den Deutschen Pavillon zu bespielen, und alle, die die aus choreografierten und improvisierten Elementen gleichermaßen bestehende Arbeit bisher ganz oder in Teilen gesehen haben, sind sich einig: Der Deutsche Pavillon ist ein heißer Kandidat für den Goldenen Löwen, der am Samstag verliehen wird. ...mehr

Die Meister der venezianischen Hochrenaissance zu Gast an der Elbe: Die Hamburger Kunsthalle entdeckt das lange Zeit übersehene Werk Paris Bordones und anderer Künstler aus dem Umfeld von Tizian mit hochkarätigen Leihgaben aus den bedeutendsten Museen Europas

Die Wiederentdeckung des Paris Bordone


Paris Bordone, Allegorie (Mars, Venus, Victoria und Cupido), um 1560

„Die Poesie der venezianischen Malerei“. Unter diesem etwas blumigen Ausstellungstitel entfacht die Hamburger Kunsthalle in diesem Frühjahr ein Feuerwerk sinnesfroher, in Farben, Licht und stofflicher Pracht schwelgender Malerei aus der Lagunenstadt. Ob erotisch aufgeladene, liegende weibliche Akte, perspektivisch überwältigende und extrem verschachtelte Architekturdarstellungen oder lyrische Porträts prächtig gewandeter, gleichsam versonnen dreinschauender junger Männer: In insgesamt acht Kapiteln untersucht die Ausstellung die von mythologischen Bildthemen ebenso wie vom luxuriösen Lebensalltag begüterter Venezianer beeinflusste Malerei der venezianischen Hochrenaissance. ...mehr

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