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Sitzende Bäuerin mit Kind, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Eine prachtvolle Gemäldeschau zu Peter Paul Rubens im Wuppertaler Von der Heydt-Museum beleuchtet Verbindungen zu geschichtlichen Vorgängen

Verschmelzung von Kunst und Politik


Peter Paul Rubens, Abraham und Melchisedek, um 1615/18

Politische Wirren können Lebensläufe gewaltig in Unordnung bringen. So erging es auch dem großen flämischen Barockmaler Peter Paul Rubens. Wegen des protestantischen Glaubens musste sein Vater Jan Rubens, ein angesehener Antwerpener Jurist und Schöffe, seine Heimatstadt verlassen. Samt Familie floh er 1568 ins rheinische Köln. Familiären Umständen geschuldet war ein von 1573 bis 1578 andauernder Aufenthalt in der nassauischen Hauptstadt Siegen, wo am 28. Juni 1577 sein Sohn Peter Paul das Licht der Welt erblickte. Zurück in Köln, trat die Familie Rubens um 1582 der Zukunftssicherung wegen zum katholischen Glauben über. In Köln wuchs Peter Paul bis zu seinem elften Lebensjahr auf und zog dann nach dem Tod des Vaters im Frühjahr 1589 mit Mutter und Geschwistern wieder nach Antwerpen. Es ist die Zeitspanne der unheilvollen Glaubensspaltung, die den Maler zeitlebens prägen sollte. ...mehr

Entkleidet bis auf die Knochen: Gleich zwei Hamburger Museen beschäftigen sich jetzt in großen Ausstellungen mit dem Werk des legendären Schweizer Bildhauers Alberto Giacometti

Erkundungen im Feld der Nichtreduzierbarkeit


Er gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts: Alberto Giacometti (1901-1966). Nahe der italienischen Grenze im schweizerischen Bergell geboren, verbrachte er den größten Teil seines Lebens in Paris im Kreis der Surrealisten und Existenzialisten. Hier arbeitete und lebte er in einem gerade mal 18 Quadratmeter großen Atelier, das er nie wechselte. Hier schuf er Porträts, Zeichnungen und Skulpturen. Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden hier die charakteristischen überlängten Figuren, die zu seinem Markenzeichen wurden. Spätestens als 2010 die Figur „Schreitender Mann II“ von 1959/1960 einen Auktionsrekord von über 74 Millionen Euro erzielte und damit zum damals teuersten Kunstwerk der Welt wurde, erregte der Name Alberto Giacometti auch allgemeine Aufmerksamkeit. ...mehr

Das „Haus der Photographie“ in den Hamburger Deichtorhallen präsentiert in der Schau „Gute Aussichten“ die besten Nachwuchsfotografen aus deutschen Hochschulen

Jung, frisch und unverbraucht


Alle Jahre wieder findet das Nachwuchsförderprojekt „Gute Aussichten“ statt. Eine sechsköpfige Jury, in diesem Jahr mit Thomas Struth als prominentem Gast, wählte aus den Einsendungen von 108 Absolventen von 40 deutschen Hochschulen mit dem Fachbereich Fotografie sieben Preisträger aus. Deren Arbeiten sind jetzt im „Haus der Photographie“ der Hamburger Deichtorhallen zu sehen. Kurator Ingo Taubhorn: „Die Schau gibt dem Besucher die Möglichkeit, ganz frisch den Zugang zu den Absolventen deutscher Hochschulen zu bekommen.“ Josefine Raab, die Gründerin der privaten Initiative, betont den vielfältigen Charakter des Mediums Fotografie. Auch wenn man immer wieder versucht sei, Tendenzen festzumachen, seien es gerade die Offenheit und die grenzüberschreitenden Ansätze, die den Wettbewerb interessant machen. ...mehr

Das Belvedere in Wien fährt in einer Überfülle Kunstwerke zum Thema Nacht auf und untersucht damit den Nährboden für die Fantasie und die Kreativität des Menschen

Die Nacht im Zwielicht


Carl Gustav Carus, Winterlandschaft mit verfallenem Tor, 1816/18

„Es ist die Nacht, die noch am Tage lockt“, lautet der poetische Titel, mit dem Gerhard Altenbourg einen seiner frühen Farbholzschnitte aus den 1950er Jahren benannte. Der große Zeichner und Grafiker aus der DDR empfand sich „Klar dem Nächtlichen verschwistert“. Die blaue Stunde, die kurze Zeit der Dämmerung, das Zwielicht, die Dunkelheit der Nacht und die mit ihr verbundene Uneindeutigkeit haben Künstler und Wissenschaftler seit jeher fasziniert und waren schon etliche Male Thema diverser Ausstellungen. Seit Erika Billeters und Christoph Vitalis Schau „Die Nacht“ im Haus der Kunst in München von 1998/99 ist kaum ein Jahr vergangen, in dem nicht eine Publikation zu diesem Sujet erschien oder eine Themenschau stattfand. ...mehr

Immer ganz nah dran: Der Berliner Martin-Gropius-Bau präsentiert eine umfangreiche Werkschau der großen amerikanischen Fotografin Margaret Bourke-White

Das Auge ihrer Zeit


Drei Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs: Am 11. April 1945 befreit die 3. US-Armee das Konzentrationslager Buchenwald. Der Anblick, der sich den amerikanischen Soldaten bot, war an Inhumanität und Barbarei nicht zu überbieten. Neben Bergen von verwesenden Leichen stießen die Befreier auf verzweifelte Überlebende, die von Krankheit und Auszehrung gezeichnet waren. Zusammen mit den Soldaten kam auch eine Fotografin in das Lager: Margaret Bourke-White. Ihre Aufnahmen von Holocaust-Überlebenden, Leichenbergen und Bürgern der Stadt Weimar, die auf Anordnung der Amerikaner durch das Lager geführt wurden, gingen um die Welt. Sie wurden unter dem Titel „Deutschland, April 1945“ in Buchform veröffentlicht und dienten in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen als Beweismaterial der Anklage. ...mehr

Zum ersten Mal ist in einem Museum Hiroshi Sugimotos Fotoserie „Revolution“ zu sehen. Im Prinzip bleibt der japanisch-amerikanische Fotograf seinem Konzept der grau-schwarzen Abstraktion treu. Im Museum Brandhorst in München hat er allerdings die Koordinaten verschoben

Der vertikale Horizont


Meister der Grautöne, Erfinder des fotografischen Minimalismus, Apologet einer Klarheit der Leere – mit all diesen Synonymen hat man Hiroshi Sugimoto und seiner Kunst einen Namen geben wollen. Ganz gleich welchem Titel man letztlich den Vorzug gibt, Sugimoto steht in der ersten Reihe der zeitgenössischen Fotografie. Seine Bilder sind von einer beruhigenden Schönheit, ihr Abstraktionsgrad ist hoch und ihre philosophische Dimension tief. Seit mehr als 30 Jahren fotografiert der 1948 in Tokio geborene Japaner mit Wohnsitz in New York das Meer. Zu allen Jahreszeiten und zu allen Tageszeiten. Nicht dass es sein einziges Sujet ist, aber die „Seascapes“ machten ihn berühmt und beschäftigen ihn bis heute. 2011 und 2012 hat er eine Folge von 15 nächtlichen Seebildern, die bereits in den 1990er Jahren aufgenommen wurden, vergrößert und sie unter dem stürmischen Titel „Revolution“ zusammengefasst. Diese neue Serie präsentiert das Museum Brandhorst in München nun erstmals der Öffentlichkeit. ...mehr

Zum Abschluss des 50sten Todesjahres Hermann Hesses präsentiert das Würzburger Museum im Kulturspeicher den Schriftsteller und Nobelpreisträger als Maler

Künstlerische Dreiecksbeziehung


„Der Steppenwolf“, „Siddhartha“, „Narziß und Goldmund“, das „Glasperlenspiel“, aber auch seine Gedichte, etwa die bekannten „Stufen“, machen Hermann Hesse zu einem dem meistgelesenen deutschsprachigen Schriftsteller des 20sten Jahrhunderts und das nicht nur in seiner Heimat. Weltweit bringt er es auf rund 120 Millionen verkaufter Bücher. Das muss ihm ein Kollege erst einmal nachmachen! Auch wenn seine Werke von der akademischen Germanistik lange Zeit als Lektüre pubertierender Jugendlicher und der gegen die gesellschaftlichen Konventionen auflehnenden Hippie-Bewegung abgetan wurden, wird sein Name heute zusammen mit denen von Goethe, Thomas Mann oder Franz Kafka genannt. Auf eine andere, weniger vertraute Seite des Künstlers macht derzeit das Würzburger Museum im Kulturspeicher aufmerksam und stellt den Dichter als Maler vor. Schon allein der Umfang von über 2.000 Aquarellen und außerdem noch zahlreichen Brief-, Buch- und Manuskriptillustrationen macht deutlich, dass die Malerei für Hesse mehr als ein Zeitvertreib war: Sie war vielmehr eine lebensnotwendige Ergänzung seines literarischen Schaffens. Durch sie lernte er, die Welt neu zu sehen. ...mehr

Die Ausstellung „Endstation Meer? Das Plastikmüll-Projekt“ im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe führt kleinen und großen Besuchern eindringlich vor Augen, wie die Weltmeere am Plastikmüll zu ersticken drohen. Doch sie zeigt auch Auswege auf.

Der Müll, das Meer und der Tod


Ex und Hopp – Limonadenflaschen, Sonnenmilchbehältnisse oder Fastfoodverpackungen sind schnell geleert. Wo aber bleibt der ganze Plastikmüll, wenn er nicht, wie in den wenigen umweltbewussten Ländern dieser Welt mittlerweile üblich, umweltgerecht entsorgt und recycelt wird? Die traurige Wahrheit: Der Großteil, nämlich rund 80 Prozent der Kunststoff- und Plastikabfälle unserer schnelllebigen Wegwerfkultur, landet am Ende einer langen Odyssee durch Bäche, Flüsse und Mündungsdeltas im offenen Ozean. Jedes Jahr gelangen so 6,4 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Weltmeere. Eine abstrakte Zahl vielleicht. Das Phänomen globale Plastiksuppe, die Ursachen, aber auch die möglichen Auswege aus diesem Dilemma konkreter vorstellbar zu machen, ist das Ziel der 2012 vom Zürcher Museum für Gestaltung erarbeiteten Ausstellung „Endstation Meer? Das Plastikmüll-Projekt“, die jetzt im Rahmen ihrer Tournee durch verschiedene europäische Länder im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe Station macht. ...mehr

David Hockneys neueste Interpretationen zum Thema Landschaft zeigt nun – nach London und Bilbao – auch das Kölner Museum Ludwig

Bewährte Ideen für schöne neue Malerei


Man muss sich wohl oder übel verabschieden von der romantischen Vorstellung des einsamen Malergenies, der mit seinem Block und Kohlestift in der wilden, unberührten Natur vor sich hin zeichnet. Das Skizzenbuch ist Geschichte. Wenn David Hockney unterwegs ist, ist das iPad sein ständiger Begleiter. Der inzwischen 75jährige Künstler malt direkt mit seinen Fingern oder einem Eingabestift auf die Touchscreenoberfläche und hält so seine unmittelbaren Eindrücke der Natur fest. Gegenüber der traditionellen Skizzenmethode gibt es deutliche Vorteile: Mit einer Handbewegung lassen sich falsch gesetzte Linien umgehend auslöschen, Details auf der Bildfläche können bis zu 600 Prozent vergrößert werden, so dass ein genaues Arbeiten extrem erleichtert wird. Die spezielle Software „Brushes“ bietet Hockney dabei ein riesiges Spektrum an verschiedenen Pinselarten und Farben. Mögen diese Neuerungen von einer noch so ernüchternden Praktikabilität sein, das Ergebnis ist wider Erwarten überzeugend. ...mehr

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