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Leda mit dem Schwan / Eduard Veith

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Sitzende Bäuerin mit Kind, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Das Museum Kurhaus Kleve hat erstmals das gesamte druckgrafische Œuvre des Land Art-Pioniers Richard Long vereint

Vergängliche Spuren


Egal ob sich der Betrachter auf die angenehm warmen hell- oder dunkelbraunen Bogenlinien konzentriert oder sie als Gänge gedanklich abschreitet: Zumindest die Augen schwingen den weit ausholenden Bewegungen nach, mit denen Richard Long seine neueste Wandarbeit „Rhine Mud Labyrinth“ im alten Klever Kurhaus installiert hat. Ganz gleich, welchen Pfad man verfolgt, immer endet er als Sackgasse. Das labyrinthisch strukturierte Piktogramm trug Long mit Schlamm aus dem nahen Bett des Rheins auf. Schlammiges Wasser samt Steinen aus dem Flussbett des Avon hat den im britischen Bristol am 2. Juni 1945 geborenen Künstler von klein auf begeistert. „Alle meine Werke handeln vom Wasser“, merkte er 1985 in einem Interview an. Am stärksten assoziiert wird der Künstler allerdings mit archaisch wirkenden Skulpturen. Seine Linien, Kreise, Spiralen gestaltet er aus elementaren Materialien der Natur wie Steinen, Holz oder Erde. ...mehr

Meret Oppenheim mit einer Retrospektive im Wiener Kunstforum Bank Austria

Haarige Geschichten


„Die roten Füchslein, alle leben einsam, sie zehren am längsten, sie essen ihren Pelz.“ In ihrem Gedicht „Sansibar“ aus dem Jahr 1933 scheint Meret Oppenheim bereits jenes Objekt anzusprechen, mit dem sie drei Jahre später große Berühmtheit erlangen sollte. 1936 schuf die in Berlin geborene und zu jener Zeit in Paris lebende Künstlerin „Le déjeuner en fourrure“, das „Frühstück im Pelz“. Die Künstlerin selbst hat dem Objekt, bestehend aus einer großen französischen Kaffeetasse, einem tiefen Teller und einem Kaffeelöffel, allesamt bezogen mit dem beigebraunen Fell einer chinesischen Gazelle, keine besondere Bezeichnung gegeben. Der heute geläufige Titel stammte von ihrem Freund André Breton. Das kleine Werk der nur 23jährigen gilt als Ikone des Surrealismus und ist eines der meist zitierten Anschauungsobjekte dieser Zeit. ...mehr

Schonungslos und uneitel: Die Hamburger Deichtorhallen zeigen in einer umfassenden Schau das Werk der österreichischen Malerin Maria Lassnig

Untersuchungen des Selbst


Sie gilt als eine Spätentdeckte. Die österreichische Malerin Maria Lassnig, Jahrgang 1919, wurde in diesem Jahr im Alter von 93 Jahren auf der Biennale Venedig mit dem Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Erst in den 1980er Jahren erfuhr ihr existenzielles malerisches Werk, das bis dahin nur Insider geschätzt hatten, eine breitere Aufmerksamkeit. 1980 bespielte sie zusammen mit Valie Export den Österreichischen Pavillon auf der Biennale Venedig, 1982 nahm sie an der 7. Documenta in Kassel teil. Jetzt ist in den Hamburger Deichtorhallen eine umfassende Ausstellung mit Werken aus allen Schaffensperioden zu sehen. ...mehr

Die Zünfte in einer großen Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg

Blaue Wunder erleben


wohl Hans Wilhelm Behaim, Zunftlade der Nürnberger Schreinergesellen, 1595

Wer schon immer einmal wissen wollte, woher eigentlich diese schlauen Sprüche kommen, die einem ständig um die Ohren gehauen werden, der sollte nach Nürnberg ins Germanische Nationalmuseum gehen. „Bei Dir ist Hopfen und Malz verloren“ beispielsweise ist eine Weisheit aus dem Brauerhandwerk: Die beiden wichtigsten Zutaten bei der Bierproduktion galten in der Tat als verloren, wenn das Brauergebnis nicht den gewünschten Erfolg hatte. Lohgerber waren es ursprünglich, die aufpassen mussten, dass ihnen nicht die „Felle davonschwammen“; waren es doch häufig Flüsse, an denen sie ihre Produkte ausspülten. „Sein blaues Wunder erleben“ konnte der Färber, der glaubte, er färbe seine Stoffe mit Rot ein, aber nicht bedachte, dass Indigo sich erst an der Luft in Blau verwandelt. Und die Redewendung, etwas „anzuzetteln“? Sie bezog sich eigentlich auf eine Tätigkeit im Weberhandwerk: Längsfäden, die vor dem eigentlichen Weben aufgespannt wurden, nannte man früher „Zettel“. ...mehr

Das Nürnberger DB Museum schlägt in einer Schau zu Projekten des bayerischen Königs Ludwig II. Brücken zwischen Ästhetik und Technologie

Zweisamkeit von Kunst und Technik


Der bayerische Hofzug König Ludwigs II.

Über und über mit goldenem Zierrat auf strahlend blauem Grund besetzt, fällt der extravagante Hofzug Ludwigs II. in der großen Wagenhalle des Nürnberger DB Museums aus dem Rahmen. Das „Schloss Versailles auf Rädern“ gelangte nach dem Ende der Monarchie 1918 ins Haus und avancierte rasch zum Highlight der Dauerausstellung. Von den ursprünglich acht Waggons sind die zwei prachtvollsten erhalten. 1865 bestellte der bayrische König den neuen Terrassenwagen. Den von seinem Vater übernommenen Salonwagen ließ er nach Entwürfen von Franz von Seitz im Stil des französischen Königs Ludwig XIV. neu ausstatten und von einer Krone auf dem Dach vervollkommnen. Neben dem Adjutantenzimmer und dem Schlafkabinett ist der Hauptsalon der aufwändigste, an Prunk überquellende Raum des Salonwagens. Wände und Mobiliar sind reich vergoldet und mit Atlas-Seide bespannt. Allegorien auf dem Deckengemälde Rudolf von Seitz’ symbolisieren die Jahreszeiten, die Himmelsrichtungen beziehungsweise Erdkreise. Gleich einer Sonne ist mittig die Lampe angebracht. Bei all dem Pomp drängt sich dem Besucher rasch der Eindruck einer imposanten Theaterkulisse auf. ...mehr

Das Museum Küppersmühle in Duisburg zeigt eine Auswahl der „London-Pictures“ von Gilbert & George

Schockierende Schlagzeilen


Mit 292 Einzelarbeiten stellt der 2011 abgeschlossene Zyklus der „London-Pictures“ die bislang umfangreichste Gruppe von Bildern des britischen Künstlerduos Gilbert & George dar. 68 davon sind derzeit in der Duisburger Küppersmühle zu sehen. Bei den Arbeiten handelt es sich um meist großformatige, in bis zu 65 einzelne schwarz gerahmte und hochrechteckige Tafeln zusammengestellte Wandbilder, deren Hintergründe übergreifend, Beschriftungen aber vordergründig auf das Modul bezogen sind. In bluttriefend oder sexhaltig anmutenden roten Buchstaben springen reißerische Schlagworte ins Auge: Zu Tode geschlagen, Gewitzte Kinder, Messermörder, Erschossen, Erstochen, Verbrannt, Lover, Arrest, Vergewaltigung, Drogen, Gay, Frauen, Jobs, Hund, Terror und Krieg. ...mehr

Bahnbrechendes Multitalent: Das Hamburger Bucerius Kunst Forum präsentiert mit „Rodtschenko. Eine neue Zeit“ die größte Retrospektive des russischen Avantgardisten seit 15 Jahren in Deutschland

Jeden Tag ein neues Experiment


in der Ausstellung „Rodtschenko. Eine neue Zeit

Er war Maler, Fotograf, Bildhauer, Typograph, Konstrukteur und Architekt. Er entwarf Möbel, Stoffe, Geschirr, Theaterkostüme und Overalls für Arbeiter, aber auch Kulissen und Bühnenbilder für Film und Theater. Außerdem gestaltete er Werbe- und Kinoplakate, lehrte Maltheorie und verfasste Gedichte, Manifeste und theoretische Schriften. Sein gewiss utopisches Ziel: eine bessere Zukunft für alle durch die ästhetische Umgestaltung nahezu aller Lebensbereiche. Den 1891 als einziges Kind eines Theatermalers und einer Wäscherin geborenen russischen Künstler Alexander Rodtschenko als bahnbrechendes Multitalent zu bezeichnen, ist absolut gerechtfertigt. ...mehr

Die materialreiche Hauptausstellung der 55. Biennale Venedig flüchtet sich in längst vergangene Utopien. Aufbruchstimmung dagegen herrscht im deutschen Pavillon

Utopia am Lido


Marino Auriti, Encyclopedico Palazzo del Mondo, 1950er Jahre

Das Giardini-Gelände der Biennale Venedig. Auf der während der Preview-Tage gedrängt vollen Hauptallee befinden sich die Pavillons von Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Routinierte Besucher dürften in diesem Jahr allerdings ein wenig irritiert sein. Wo Deutschland draufsteht, ist Frankreich drin und umgekehrt. Die beiden Länder haben ihre Pavillons getauscht. Eine kuratorische Entscheidung war das allerdings nicht. Die Idee, im Jahr des 50jährigen Jubiläums des Élysée-Vertrages die Pavillons zu wechseln, entstand im Auswärtigen Amt. Auch die oft kritisierte Beschränkung auf rein nationale Präsentationen scheint 2013 eindeutig überwunden. Die deutsche Kommissarin Susanne Gaensheimer, die vor zwei Jahren für ihre Christoph Schlingensief-Schau den Goldenen Löwen für den besten Pavillon gewann, hat in diesem Jahr ausschließlich Künstler ausgewählt, die ihre kulturellen Wurzeln ganz oder teilweise in anderen Ländern haben. „Ich habe mich dieses Mal entschlossen, die Idee des nationalen Pavillons als eher offenes Konzept zu verstehen“, so Gaensheimer. ...mehr

Reine Retrospektiven findet er langweilig: Im Berliner Martin-Gropius-Bau zeigt der in Indien geborene britische Bildhauer Anish Kapoor daher eine grandiose Schau, die zur Hälfte aus ganz neuen Arbeiten besteht

Vorwärts und nicht vergessen


„Skulptur ist die Transformierung von Material in einem Prozess“, definiert der britische Bildhauer Anish Kapoor sein Metier. Die internationale Kunstwelt ist sich weitgehend einig, dass der 1954 in Bombay geborene Brite indischen Ursprungs, der 1973 nach London kam, der bedeutendste Bildhauer Großbritanniens ist. Manche behaupten gar, Kapoor, der die Gattungsgrenzen zwischen Bild, Skulptur, Bühne und Performance immer wieder radikal aufhebt, sei der wichtigste Bildhauer der Welt. „Kapoor in Berlin“ ist eine umfassende Ausstellung des Materialvirtuosen betitelt, die der britische Gastkurator Sir Norman Rosenthal jetzt im Martin-Gropius-Bau eingerichtet hat. Kapoor ist bekannt dafür, seine Materialien bis an die Grenze des physikalisch Machbaren zu treiben. 70 Werke aus Stein, Stahl, Wachs, Pigmenten, PVC und High-Tech-Materialien, darunter auch Kapoors bekannte Spiegelarbeiten, in denen der Betrachter sich und seine Umgebung in unterschiedlichen Graden der Verzerrung immer wieder neu entdecken kann, sind zu sehen. Gut die Hälfte der Arbeiten ist extra für den Gropiusbau entstanden. ...mehr

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