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AktuellAktuell:Museumsausstellung

700 Jahre herrschten die Wittelsbacher in der Pfalz. Zahlreiche Ausstellungen und historische Orte rufen nun deren künstlerische und kulturelle Spuren in Erinnerung

Kroninsignien, Kodizes, Königsschlösser


Barockschloss Mannheim

Die Zahl derer, die auf die Frage nach dem größten deutschen Barockschloss auf Mannheim tippen, dürfte wohl eher gering sein. Sogar europaweit rangiert es nach Versailles auf Platz zwei. Beim Bau zwischen 1720 bis 1760 wurde der Überlieferung nach peinlich genau darauf geachtet, dass es mit 1554 Fenstern eines mehr besitzt als der Palast nahe bei Paris. Nach starken Kriegszerstörungen vornehmlich für universitäre Zwecke wieder aufgebaut, präsentieren sich die Prachträume des Corps de Logis nach aufwendigen Restaurierungen wieder im historischen Zustand. Nun lohnt das Mannheimer Stadtschloss umso mehr einen Besuch, da es neben dem fußläufig entfernten Zeughaus zweiter Schauplatz einer Ausstellung über die „Wittelsbacher am Rhein“ ist. ...mehr

Die Ausstellung „Inside Out. Einblicke in Mode“ im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigt modische Design-Ikonen ganz jenseits so banaler Kategorien wie Alltagstauglichkeit oder Tragbarkeit

Mode zwischen Libertinage und Freiheitsberaubung


Harry Gordon, Poster Dress „Mystique Eye“, London 1968

„Was ist Mode? Vom künstlerischen Standpunkt aus eine Form der Hässlichkeit, die wir alle sechs Monate ändern müssen“, erkannte bereits im 19. Jahrhundert der irische Dandy und Schriftsteller Oscar Wilde. An dem offenbar schon damals üblichen Sechsmonatsrhythmus der Modeindustrie hat sich bis heute nichts geändert. Im Gegenteil: Die Designer und Produzenten haben zusätzlich noch die Zwischensaison erfunden und überschwemmen die Märkte quasi permanent mit neuen Kreationen. 50.000 neu entworfene Kleidungsstücke, so Angelika Riley, Kuratorin der Ausstellung „Inside Out. Einblicke in Mode“ im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe, verlassen pro Saison die Designabteilungen der edelsten Modehäuser – vom billigen Fummel, den Discounter und Versandhändler anbieten, ganz zu schweigen. ...mehr

Die Villa Stuck in München zeigt mit der Ausstellung „Ain’t Painting a Pain“ die erste Deutschland-Retrospektive des US-amerikanischen Konzeptkünstlers Richard Jackson. Eine Grenzerfahrung zwischen Aktion, Skulptur, Environment und Malmaschine

Die transformierte Malerei


Was heute in der Kunst selbstverständlich ist, war früher eine Revolution. Richard Jackson, 1939 im kalifornischen Sacramento geboren, darf man wohl getrost in die Reihe der Revoluzzer stellen. Sein Thema seit den 1970er Jahren: die Grenzen und vor allem die Konventionen der traditionellen Malerei zu durchbrechen und neue malerische Ausdrucksformen zu suchen. Seit Jackson Pollock in den 1940er Jahren ein Loch in eine Farbdose drückte und den Inhalt in ekstatischem Zustand über die Leinwand spritze, war die Arena für die Grenzerweiterer der Malerei eröffnet. Richard Jackson aber ist kein Pollock-Apologet. Er baut in seinen Kunstwerken keinen psychischen Druck ab, hinter seinen Arbeiten stecken Kalkül und Konzept, wie die Ausstellung „Ain’t Painting a Pain“ in der Villa Stuck derzeit zeigt. ...mehr

Sie schuf einen Surrealismus eigener Prägung: Anlässlich ihres 100. Geburtstages würdigt der Berliner Martin-Gropius-Bau das faszinierende Werk der in Berlin geborenen Schweizer Künstlerin Meret Oppenheim mit einer opulenten Retrospektive

Die Pelztasse und andere Metamorphosen


Nackt hinter dem großen Rad einer Druckerpresse stehend, kennt sie fast jeder. Man Rays Aktfoto der gerade einmal zwanzigjährigen Meret Oppenheim aus dem Jahr 1933, entstanden für das surrealistische Avantgardemagazin „Minotaure“, gehört zu den Ikonen der Fotografie des frühen 20. Jahrhunderts. Kein gut sortierter Pariser Postkartenständer, an dem das berühmte Motiv nicht erhältlich wäre. Die Aufnahme verfestigte aber auch das Klischeebild einer knabenhaft-androgynen jungen Frau, die den Surrealisten scheinbar in erster Linie als Muse diente. Meret Oppenheims eigenes, mindestens ebenso eigenwilliges Werk aber erfuhr lange Zeit nicht die ihm gebührende Beachtung. ...mehr

20 Jahre nach seiner Entdeckung nimmt das Rheinische Landesmuseum in Trier den größten je in Deutschland entdeckten Schatz römischer Goldmünzen komplett in seine Schausammlung auf

Trier schwelgt in goldenen Zeiten


Trierer Goldschatz

Am 9. September 1993 herrschte in Trier Goldrauschstimmung. Gerüchten zufolge sollten auf einer Baustelle an der Feldstraße Goldfunde zutage getreten sein. Dies geschah tatsächlich, und zwar nicht bei einer regulären Grabung, sondern bei Aushubarbeiten für den Neubau eines Parkdecks auf einem Grundstück, dessen römische Kellerreste aus dem zweiten bis vierten Jahrhundert nach Christus bereits von den Archäologen abschließend untersucht worden waren. Der Baggerführer riss das Oberteil eines rund 50 Zentimeter unter der Kellersohle verborgenen, randvoll mit Goldmünzen gefüllten Bronzekessels auf. Viele davon gelangten unbemerkt auf Abraumhalden, wo Schatzsucher lauerten. Selbst Gäste des vis-à-vis des Ablageplatzes gelegenen Hotels betätigten sich als Goldgräber. Rund 400 Münzen wurden auf diese Weise geplündert. Doch noch über 2.000 waren im Boden versteckt. ...mehr

Die Kunsthalle Krems widmet sich mit Kiki Kogelnik und Elfie Semotan zwei Größen der österreichischen Gegenwartskunst

Fly Me to the Moon


Zwei eigenwillige Künstlerinnen stehen diesen Sommer im Fokus des Ausstellungsprogramms der Kunsthalle Krems: Kiki Kogelnik und Elfie Semotan, zwei Positionen, die zumindest auf den ersten Blick, unterschiedlicher kaum sein könnten. Kiki Kogelnik, die 1935 geboren wurde und im kärntnerischen Bleiburg aufwuchs, wurde in Österreich am ehesten bekannt mit den bunten Murano-Glasköpfen ihres Spätwerks, die wiederum dazu beitrugen, das gesamte Œuvre der Künstlerin in die dekorative Abteilung zu verfrachten. Die retrospektiv angelegte Schau unternimmt den ambitionierten Versuch, den Werdegang der Künstlerin, anhand von rund 130 Werken, überwiegend aus dem Bestand der Kiki Kogelnik Foundation, chronologisch aufzubereiten und insbesondere ihre Position als Vertreterin der Pop Art und Vorreiterin der Performancekunst zu würdigen. ...mehr

Die Kunsthalle Düsseldorf dokumentiert in einer umfangreichen Archivschau die kurze Phase künstlerischer Aktionen von Kuttner, Lueg, Polke und Richter im Rheinland der 1960er Jahre

Front gegen das Establishment


John F. Kennedy steht hinter dem Glasfenster des Foyers und grüßt jeden Eintretenden. Ist der Besucher die weit ausladende Treppe der Kunsthalle Düsseldorf emporgestiegen, steht er im ersten Obergeschoss vor Alfred Schmela. Natürlich sind die Herrschaften nur in der Form rekonstruierter Pappmaché-Figuren präsent. Die blassgrauen Gestalten sind jenen nachempfunden, die vom 11. bis zum 25. Oktober 1963 Teil einer Künstleraktion im Warteraum des Düsseldorfer Möbelhauses Berges waren. Unter der Schlagzeile „Leben mit Pop – Eine Demonstration für den kapitalistischen Realismus“ firmierte die mittlerweile legendäre Aktion der Künstler Konrad Lueg und Gerhard Richter, die den Möbelhausbesitzer dafür gewinnen konnten, da er sich davon Werbung und neue Käuferschichten versprach. ...mehr

Den Aufbruch der skandinavischen Malerei in die Moderne reflektiert die breit angelegte Ausstellung „Aus Dämmerung und Licht. Meisterwerke der nordischen Malerei 1860-1920“ in der Hypo-Kunsthalle in München

Die Lichtvirtuosen aus dem dunklen Norden


Akseli Gallén-Kallela, Seeblick, 1901

„Die nordischen Künstler sind nur halbe Impressionisten. Also überhaupt keine.“, schrieb der norwegische Maler Christian Krohg 1889, fügte aber lapidar hinzu, dass man einiges von ihnen gelernt hätte. Was er meinte, ist unübersehbar, wenn man in der großen Überblicksschau über den „Modernen Durchbruch“ im Norden Europas dem warmtonigen Gemälde „Erntezeit“ der Dänin Anna Anchers oder dem mondbeschienenen, flirrenden „Seeblick“ von Akseli Gallén-Kallela gegenübersteht. Skandinaviens Maler sind Virtuosen des Lichts. Wie Vilhelm Hammershøi, der hier mit einer typischen Rückenansicht in einem Vermeerschen, stillen Raum vertreten ist, lädt auch die finnische Malerin Elin Danielson-Gambogi in ihrem Selbstporträt von 1900 ihr Atelier durch das durch ein Fenster dringende Licht atmosphärisch auf. Golden schimmernd fallen die Sonnenstrahlen auf ihren Nacken und erleuchten die Malerin in fast religiöser Anmutung. In ein grell gelbes, fast schwefeliges Abendlicht taucht der Schwede Carl Wilhelm Wilhelmson den dörflichen Küstenstreifen in seinen „Kirchgänger in einem Boot“, das mit grünen Kähnen und schlierigen Wasserspieglungen in seiner komplementären Farbigkeit an die Fauvisten erinnert, während Albert Edelfelt aus Finnland das fahle, kühle Licht des Nordens als harten Hintergrund für sein Gemälde „Leichenfahrt mit Kindersarg“ von 1879 als bewusstes stilistisches Mittel gegen jedweden Anflug von Sentimentalität einsetzt. ...mehr

Aktuelle Werke des Otto Breicha-Preisträgers Matthias Herrmann in Salzburg: Komplexe Stillleben auf der Suche nach Bedeutung

Komplexe Stillleben auf der Suche nach Bedeutung


Wer den Otto Breicha-Preis verliehen bekommt, darf für sein Werk Aufmerksamkeit über Österreich hinaus beanspruchen: Seit ihn 1993 der renommierte Fotograf Alfred Seiland zum ersten Mal erhielt – damals hieß er Rupertinum-Fotopreis –, ist die Liste der Ausgezeichneten um wohlklingende Namen der Szene gewachsen. Alle zwei Jahre kommt einer hinzu: 2013 ist Matthias Herrmann der Preisträger. Das Rupertinum, Teil des Museums der Moderne mitten im historischen Kern Salzburgs, zeigt aktuell einen Querschnitt durch das fotografische Schaffen des 1963 in München geborenen Künstlers. ...mehr

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