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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Eine Ausstellung in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München widmet sich dem Leben und plötzlichen Sterben 79 nach Christus unter dem Vesuv

Garten im Haus


Erziehung des Achill durch Chiron, 65-79 n. Chr.

Irgendwann musste es so kommen: Ein Bauer gräbt 1710 in einem kleinen, bis heute nicht besonders ansehnlichen Ort namens Resina an der Westküste Italiens ein Brunnenloch in den Boden und stößt ahnungslos auf eine der größten und bedeutendsten archäologischen Stätten der Welt: Herculaneum. Was 79 n. Chr. eine gewaltige Naturkatastrophe war und unzähligen Menschen das Leben raubte, liest sich heute wie ein Glücksfall der Geschichte. Der Ausbruch des Vesuv vernichtete eine ganze Reihe von Städten, begrub sie unter den Massen von Asche und Gestein und bewahrte sie dadurch für die Nachgeborenen, konservierte Mikrokosmos, Kunst, Kultur und Leben einer wohlhabenden Gesellschaft im Einzugsgebiet des antiken Rom. ...mehr

Understatement als Geheimrezept: Der Berliner Martin-Gropius-Bau ehrt die renommierte Reportagefotografin Barbara Klemm mit einer großen Retrospektive

Die sanfte Jägerin


Wer schon einmal eine große Pressekonferenz miterlebt hat, kennt das Phänomen: Ganze Heerscharen von Fotografen, oft bis an die Zähne mit mächtigen Kameras und Objektiven ausgestattet, rangeln um die besten Plätze, belagern die Protagonisten und setzen sie einem maschinengewehrartigen Blitzlichtgewitter aus. Frei nach dem Motto: Irgendein brauchbares Bild wird schon dabei sein. Ganz anders Barbara Klemm. Die Grande Dame der deutschen Pressefotografie war in den vergangenen 40 Jahren zwar auch häufig dabei, wenn Staatsmänner aufeinander trafen, Demonstranten auf die Straße gingen, Mauern fielen, große Musiker oder Dirigenten die Bühne betraten oder Künstler wie Andy Warhol oder Joseph Beuys ihre Auftritte hatten. Doch Barbara Klemm verstand es, sich unsichtbar zu machen und selbst intimste Momente wie 1973 die Verhandlung der Ostverträge zwischen Willy Brandt und Leonid Breschnew in Bonn einfühlsam und ohne jeden sensationalistischen Unterton festzuhalten. ...mehr

Die Bonner Bundeskunsthalle präsentiert die Kunst und die Geschichte von Florenz

Der Geburtsort von Mona Lisa und David


Domenico di Michelino, Die Allegorie der Göttlichen Komödie, 1465

Leonardo da Vinci und Michelangelo Buonarroti wurden bei Florenz geboren und schufen hier ihre bedeutendsten Werke: Das Porträt der Mona Lisa und die Statue des David. Zeitlebens kehrten beide immer wieder in ihre Heimat zurück. Für jeden, der beruflich auch nur ansatzweise mit Kunst zu tun hat, stellt ein Florenz-Aufenthalt eigentlich eine Pflicht dar. Für die Masse vieler durch die Welt jettender Bildungsreisender übt die Hauptstadt der Toskana ebenfalls unglaubliche Anziehungskraft aus. Zwölf Millionen Übernachtungsgäste pro Jahr verdeutlichen den immensen Zuspruch, den dieses erstrangige kulturelle und touristische Ziel hervorruft. Seit 1982 ist die historische Altstadt der heute 400.000 Einwohner umfassenden Arno-Metropole in der Welterbeliste der UNESCO enthalten. Von der „weltgrößten Anhäufung universell bekannter Kunstwerke“ ist hier die Rede. ...mehr

Ekstatische Liebe als Lebensthema: Die Berlinische Galerie zeigt unter dem Titel „This Sweetness Outside of Time“ eine groß angelegte Retrospektive zum Werk der in Berlin lebenden Amerikanerin Dorothy Iannone

Die Grande Dame der erotischen Grenzüberschreitung


Auf den farbintensiven Bildern, Objekten, Film- und Videoarbeiten der 1933 in Boston geborenen und seit 1976 in Berlin lebenden US-amerikanischen Künstlerin Dorothy Iannone erkennt man sofort, was Sache ist: Frauen und Männer beim Sex, beim unbefangenen Spiel mit den Genitalien, beim Ausprobieren kurioser Posen. Das alles gemalt von einer stets elegant gekleideten, weit gereisten und hoch gebildeten Dame, die man auf den ersten Blick eher für eine Universitätsprofessorin als für eine enthemmte Femme fatale halten würde. ...mehr

Große Bühne für Karl Lagerfeld: Das Essener Museum Folkwang überlässt dem Modemacher und seinen Getreuen das Feld – und verzichtet dabei vollkommen auf kuratorische Deutungshoheit

Ein Tausendsassa im Überforderungsstrudel


Nichts gegen Karl Lagerfeld. Der ist originell, mit einer derart unverblümten Arroganz ausgestattet, dass man ihn dafür schon wieder mögen muss, und ganz sicher ein mehr als nur passabler Modemacher. Seine Entwürfe für Chanel, Fendi und seine diversen eigenen Labels werden weltweit gefeiert – und gekauft. Außerdem repräsentiert Lagerfeld für viele Deutsche eine Art Projektionsfläche. Seht her, das ist einer von uns, der es in Paris geschafft hat! Ein über alle Zweifel erhabenes Universalgenie, das gleichzeitig geniale Mode und Gebrauchsgegenstände entwerfen, begnadet zeichnen, göttlich fotografieren, mit untrüglichem Kennerblick Kunst sammeln, spektakuläre Modenschauen inszenieren, mythologische und literarische Vorlagen in kongeniale Fotobücher und gigantische Siebdrucke umsetzen kann, ist er jedoch nicht. ...mehr

In Karlsruhe gewährt das Institut für Auslandsbeziehungen erstmals Einblicke in seine umfangreiche Sammlung

Hauptwege und Nebenwege der deutschen Kunst


„Was wächst, macht keinen Lärm“. Diese Redensart mag das auf den Punkt bringen, was vielen Ausstellungsbesuchern beim Besuch der Karlsruher Ausstellung des Institut für Auslandsbeziehungen in den Sinn kommt. Im Schatten medial teils lautstark kommunizierter Kunstankäufe wichtiger öffentlicher Einrichtungen und Privatkollektionen etablierte sich in Etappen eine Sammlung deutscher Kunst, die im Inland weithin unbekannt ist, sich in anderen Staaten aber veritabler Reputation erfreut. Stringent entwickelt das Institut für Auslandsbeziehungen seit sechzig Jahren Ausstellungen; seit vierzig Jahren erwirbt es dazu Kunstwerke zeitgenössischer bildender Künstler. Oft direkt aus den Ateliers angekauft, sollen sie ein zeitgemäßes Deutschland-Bild im Ausland über das Medium aktueller Kunst transportieren. Auf diese Weise gelangte die stolze Zahl von über 23.000 Werken von rund 2.000 Künstlern in den Besitz des Instituts. ...mehr

In Deutschland noch zu entdecken: Die Hamburger Kunsthalle zeigt in einer Retrospektive das feinsinnige Werk der aus Hamburg stammenden, vor den Nazis nach Südamerika geflohenen Künstlerin Gego

Spiel mit Licht und Schatten


Gertrud Goldschmidt, Gego, während des Aufbaus einer Reticulárea

Ihr Spitzname Gego, der später ihr Künstlername werden sollte, stammte aus ihrer Kindheit in Hamburg. Zusammen mit ihrer Schwester spielte die jüdische Bankierstochter Gertrud Goldschmidt (1912-1994) mit dieser Abkürzung ihres Namens. Als letztes Mitglied ihrer Familie verließ die ausgebildete Architektin 1939 Nazi-Deutschland. Sie konnte zu Verwandten nach Caracas in Venezuela fliehen. Vorher löste sie noch die elterliche Villa auf und warf die Schlüssel in die Alster. In Südamerika, sie war bereits 41 Jahre alt, begann dann Gegos Karriere als Künstlerin. Die Hamburger Kunsthalle zeigt jetzt unter dem Titel „Line as Object“ die mit rund 120 Arbeiten bestückte, erste große Retrospektive in Deutschland mit vielen fragilen Leihgaben aus großen Museen. ...mehr

Zeichnungen schweben frei im Raum: Die Ausstellung „The Circle Walked Casually“ in der Deutsche Bank Kunsthalle in Berlin kommt als assoziativer Bilderfluss daher

Völlig losgelöst


in der Ausstellung „The Circle Walked Casually“

Mit Unternehmenssammlungen ist es immer so eine Sache. Entweder sie führen ein verborgenes Dasein hinter den verschlossenen Türen eines Großkonzerns, oder aber sie werden landauf, landab herumgereicht und erfüllen im schlimmsten Falle den Zweck eines reinen Marketinginstruments. Bei der Deutschen Bank hat man sich nun offenbar für einen anderen Weg entschieden. Nachdem die 15 Jahre lang bestehende Kooperation mit der New Yorker Guggenheim Stiftung 2012 von den Amerikanern aufgekündigt worden war, firmiert das Deutsche Guggenheim Museum in Berlin Mitte seit April 2013 als Deutsche Bank Kunsthalle. In Zukunft sollen hier neben Wechselausstellungen zur zeitgenössischen Kunst immer wieder auch Werke aus der eigenen Sammlung gezeigt werden. Die gehört mit rund 60.000 Positionen, überwiegend Arbeiten auf Papier und Fotografie, weltweit zu den größten Unternehmenssammlungen. Internationale Kuratoren sollen nun von Zeit zu Zeit einen Blick auf die Bestände werfen und diese in einer subjektiven Auswahl in den Berliner Räumen präsentieren. ...mehr

Gute Aussichten 2013/14: Bereits zum zehnten Mal präsentieren die Hamburger Deichtorhallen jetzt prämierte Nachwuchsfotografen aus deutschen Kunst- und Medienhochschulen

Die Gegenwart fest im Blick


Ein kleines Jubiläum: Seit zehn Jahren gibt es jetzt den Fotografiewettbewerb „Gute Aussichten“, der die neuesten Trends in der jungen deutschen Fotografie aufspürt. Dafür werden jedes Jahr verschiedene Hochschulen aufgefordert, vielversprechende Nachwuchsfotografen zu nominieren. Eine siebenköpfige Fachjury wählte dann aus 100 Bewerbungen von 33 Kunst- und Fachhochschulen neun Preisträger aus, die jetzt in den Hamburger Deichtorhallen präsentiert werden. Die Kunstwissenschaftlerin Josefine Raab, die den Wettbewerb gemeinsam mit dem Autor Stefan Becht initiiert hat, ist zufrieden mit der Entwicklung: „‚Gute Aussichten’ ist eine Idee, eine Geisteshaltung, eine Philosophie, die sich in den letzten zehn Jahren immer weiter entwickelt hat.“ ...mehr

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