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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Das Haus der Kunst in München fordert in seiner Ausstellung „Postwar: Kunst zwischen Pazifik und Atlantik, 1945-1965“ einen Paradigmenwechsel. Erstmals wird die Nachkriegskunst als globale Kategorie bewertet. Der Versuch einer komplexen Betrachtung

Die Stunde Null der globalen Kunst


Es geht um Menschheitsfragen, um Sinn- und Identitätsstiftendes, um humanistische Visionen und Realismen an einem Drehpunkt der Geschichte. Aber vor allem geht es in der Ausstellung „Postwar: Kunst zwischen Pazifik und Atlantik, 1945-1965“ im Münchner Haus der Kunst um die Erweiterung des Betrachtungshorizontes. Denn bislang spalteten Begriffe wie Informel und Abstrakter Realismus als Synonym für den freien Westen und auf der anderen Seite der Realismus als Ausdruck kommunistischer Kunstdoktrin die Kunst Afrikas, Asiens und Lateinamerikas sauber ab von den Disputen über Nachkriegskunst. Aber die Welt ist komplexer, verflochtener und nicht zuletzt vernetzter geworden. ...mehr

Georgia O’Keeffe im Kunstforum Wien

Ideenreich bis ins hohe Alter


Es ist das Schicksal zahlreicher Künstlerinnen, dass sie ungeachtet kontinuierlicher Entwicklung und trotz immer neuer Experimente mitunter auf einen einzigen Aspekt ihres künstlerischen Œuvres reduziert werden. Frida Kahlos traumatische Selbstportraits gehören dazu, ebenso wie die gemalten Blüten der amerikanischen Künstlerin Georgia O’Keeffe. In den 1920er Jahren revolutionierte sie die traditionelle Blumenmalerei, indem sie Bilder von Blüten malte und sie dabei aus extremer Nahsicht zeigte. Es sind vor allem diese Werke, die in der Öffentlichkeit als „Inbegriff des Weiblichen“ verankert sind, auf unzähligen Postkarten oder Kalenderblättern reproduziert wurden und die O’Keeffe zur Ikone der „Roaring Twenties“ werden ließen. ...mehr

Körperspuren, abgelegte Alltagsgegenstände und suggestive Wolken: Die Kunsthalle Münster zeigt unter dem Titel „About Painting“ über 50 neuere Gemälde des in Düsseldorf und New York lebenden Künstlers Cornelius Völker

Der Maler als Seismograph des Sichtbaren


Studien von überstreckten Hälsen, zerdrückte Tablettenblister, mit Gummibändern verschnürte Dossiers, Pistolen und Revolver verschiedener Fabrikate, Wolken und Blüten, Blutlachen, Frauen mit zum Dutt aufgesteckten Haaren in Rückenansicht: Die Sujets des in Düsseldorf und New York lebenden Malers Cornelius Völker, geboren 1965 in Kronach, sind ebenso vielfältig wie beiläufig. Seine Malerei bewegt sich dabei gekonnt in den Übergangszonen zwischen dem Abstrakten und dem Konkreten. Virtuos ist sein Farbauftrag, augenfällig seine auf die Leinwand gebrachten Motive, die er häufig isoliert vor dunklem Hintergrund in Szene setzt, auf spiegelnden Untergründen verdoppelt oder Kraft ihrer schieren Größe und malerischen Präsenz zu autonomen Bildikonen überhöht. Cornelius Völker wurde an der Kunstakademie Düsseldorf ausgebildet. Er studierte bei A.R. Penck und Dieter Krieg. ...mehr

Im Mauritshuis im Den Haag treffen hochrangige Genrewerke des goldenen Zeitalters aus dem Besitz der britischen Königin Elisabeth II. auf den ehemaligen Gemäldebestand der Oranier

Liebevolle majestätische Kreuzungen


Jan Vermeer, Die Musikstunde, 1660/62

Weit hinten und doch genau in der Bildmitte platziert, spielt die Musikerin am Virginal. Sie kehrt dem Betrachter den Rücken zu, ihr Antlitz ist aber im Spiegel über dem Instrument zu erkennen, direkt unter dem Fußgestell der Staffelei des Malers Jan Vermeer. Gestützt auf das Virginal sowie einen Stock, steht rechts daneben der Sänger, erkennbar am leicht geöffneten Mund. Im Gegensatz zum wenig bedeutenden Geschehen stehen Licht und Atmosphäre im Zentrum des malerischen Interesses. Weniger die diskrete Platzierung der Personen, sondern vielmehr in das Bild leitende Elemente aus Vermeers üblichem Formenvokabular wie der weißschwarz gerasterte Fußboden oder der den Tisch bedeckende, kraftvoll gemusterte Teppich mit Silbertablett und Karaffe dienen als Blickfänger. Sie führen vorbei am blauen Stuhl und auf dem Boden liegenden Cello zur eigentlichen Handlung. Jan Vermeer ließ sich bei der Konzeption der seltsamen Perspektive wohl von der Camera obscura inspirieren und kreierte auf diese Weise zwischen 1660 bis 1662 ein Werk voller scharfsinniger räumlicher Effekte in einem für die damalige Zeit typischen Salon mit Balkendecke und kleinteilig bleigesprossten Fenstern. ...mehr

Bedeutungsvolle Fragen, zurückhaltende Ästhetik: Das Musée régional d’art contemporain Languedoc-Roussillon im südfranzösischen Sérignan zeigt jetzt die erste große Einzelausstellung der deutschen Künstlerin und Documenta-Teilnehmerin Andrea Büttner in Frankreich

Wie wollen wir leben?


Männlicher Zerstörungsdrang trifft auf weibliche Anmut: Im Mittelpunkt der Einzelausstellung der deutschen Künstlerin Andrea Büttner, geboren 1972 in Stuttgart, im Musée régional d’art contemporain (MRAC) Languedoc-Roussillon im südfranzösischen Sérignan steht die Mehrkanalvideoarbeit „Piano Destructions“ aus dem Jahr 2014. Die in London, Frankfurt und Berlin lebende Künstlerin hat zahlreiche Archivaufnahmen von Performances, Happenings und Aktionen zusammengestellt, in denen überwiegend männliche Künstler, darunter George Maciunas, Nam June Paik, Wolf Vostell oder Ben Vautier, Klaviere und Konzertflügel zerstören. Eine Hochkonjunktur erlebte das destruktive Treiben zwischen den späten 1950er und den frühen 1960er Jahren in Städten wie San Francisco, New York, Köln und – last but not least – in Wiesbaden. Die beschauliche hessische Landeshauptstadt war 1962 der Schauplatz der ersten großen Manifestation der Fluxus-Bewegung, die unter dem Titel „Fluxus: Internationale Festspiele Neuester Musik“ im Museum Wiesbaden stattfand. Jedoch taucht das Phänomen bis in unsere unmittelbare Gegenwart immer wieder auf. ...mehr

Francis Alÿs in der Wiener Secession

Gehen als Kunst


Mit seinen Streifzügen und Spaziergängen durch Mexiko City erlangte Francis Alÿs in den 1990er Jahren internationale Bekanntheit. Eigentlich hatte der 1959 geborene Belgier in Tournai und Venedig Architektur studiert und kam 1987 als Ingenieur nach Mexiko, um an einem Hilfsprojekt der belgischen Regierung für die von einem Erdbeben zerstörte Hauptstadt teilzunehmen. Doch auch nach Ablauf des Projekts blieb Alÿs in der mexikanischen Hauptstadt und machte 1991 mit einem Spaziergang, den er wie die folgenden auf einem Video dokumentierte, seine erste Kunstaktion. Auf seinem Streifzug – er nennt ihn „Paseo“ – durch das Stadtzentrum zog er einen magnetischen Hund auf Rädern hinter sich her, an dem im Verlauf immer mehr auf der Straße liegende Eisenteile haften blieben. In der 1997 begonnenen Diaserie „Schläfer“ dokumentierte er reglos in den Straßen von Mexiko-Stadt liegende Menschen, bei denen nicht zu unterscheiden war, ob es sich um Tote oder nur um Schlafende handelte. ...mehr

Heute wird die Elbphilharmonie in Hamburg eröffnet. Die Deichtorhallen beteiligen sich mit einer Ausstellung an den Feierlichkeiten und lassen deutsche und internationale Künstler auf die spektakuläre Architektur des Konzertgebäudes reagieren

Künstler blicken auf die Elbphilharmonie


Herzog & de Meuron, Elbphilharmonie  Hamburg

Über zehn Jahre lang galt sie als die umstrittenste Baustelle in Hamburg. Jetzt ist die Elbphilharmonie, das Landmark-Building des Schweizer Architekturbüros Herzog & de Meuron, fertig. Trotz der erheblichen Mehrkosten und der Bauverzögerung ist der Chor der Kritiker jetzt weitgehend verstummt. Der Run auf die Eintrittskarten war dagegen kaum zu bremsen. In den Hamburger Deichtorhallen nimmt man die Eröffnung der Elbphilharmonie ab Mitte Februar zum Anlass für eine große Ausstellung, in der bildende Künstler auf die Architektur des Gebäudes reagieren sollen. Unter dem Titel „Elbphilharmonie Revisited“ ist rund ein Dutzend internationaler Künstler eingeladen, mit Skulpturen, Installationen, Fotografien oder Filmen auf den markanten Bau zu reagieren. Die Schau entsteht in Kooperation mit Jacques Herzog und Pierre de Meuron, die auch die Ausstellungsarchitektur beisteuerten, sowie der HamburgMusik gGmbH. ...mehr

Eine umfangreiche Schau im Düsseldorfer Museum Kunst Palast unternimmt den Versuch, Vorhänge zu lüften

Ein Korso der (Ent-)Täuschung


Tizian, Bildnis des Filippo Archinto, 1558

Nur schemenhaft gibt sich der Mailänder Erzbischof Filippo Archinto zu erkennen. Ein durchsichtiger Schleier verwischt den sitzenden Amtsträger zur Hälfte. Mitten durch die Pupille seines rechten Auges, des Symbols der Gerechtigkeit, fällt der Saum und lässt den Bischofsring an der rechten Hand weiter unten gerade noch frei. Der gekonnt illustrierte, scharfe und analytische Blick des umstrittenen Reformers missfiel Aristokratie und Klerus gleichermaßen. Sein konsequentes Anwenden notwendiger Neuerungen ließ sie um Privilegien fürchten. Obgleich Papst Paul IV. kategorisch Archintos Einsetzung befohlen hatte, konnte er das Bischofsamt nicht ausüben, da er aus Mailand verwiesen wurde. Wenige Monate später im Juni 1558 verstarb der 58jährige und hielt erst als Toter Einzug in die Kathedrale. ...mehr

Die Ausstellung „ReVision“ im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe wirft einen neuen und erfrischenden Blick auf die 75.000 Werke umfassende Fotografiesammlung des Hauses

Aus dem Depot geholt


in der Ausstellung „ReVision – Fotografie im MKG“

Die fotografische Sammlung des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe (MKG) umfasst Werke von den Anfängen des Mediums in der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die unmittelbare Gegenwart. Sie ist damit eine der bedeutendsten institutionellen Fotografiekollektionen in Deutschland. Wohl nirgends anders ist das Medium seit dem Ende des 19. Jahrhunderts so kontinuierlich gesammelt worden wie am MKG. „Wir waren eines der ersten Häuser, in denen man verstanden hatte, dass Fotografie Kunst ist“, resümierte denn auch MKG-Direktorin Sabine Schulze anlässlich der Präsentation der Ausstellung „ReVision“. ...mehr

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