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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Leda mit dem Schwan / Eduard Veith

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Objekte der Begierde: Die in Deutschland geborene New Yorker Konzeptkünstlerin Josephine Meckseper wird im Neuen Aachener Kunstverein mit einer Einzelausstellung präsentiert

Die bittersüßen Verlockungen der Warenwelt


„Do you want total war?“ Das Obergeschoss des Neuen Aachener Kunstvereins wird zur Zeit vom durchdringenden Sound des US-amerikanischen Elektro-Musikers Boyd Rice beschallt. Die in Deutschland geborene New Yorker Konzeptkünstlerin Josephine Meckseper benutzt die ohrenbetäubende Musik mit dem einhämmernden, ins Englische übersetzten Zitat aus der Sportpalast-Rede von Joseph Goebbels als Sound-Untermalung ihrer 2008 entstandenen Videoarbeit „0% Down“. Zu sehen sind stakkatohaft geschnittene Sequenzen aus US-amerikanischen Autowerbespots, in denen ganz normale PKWs zusammen mit Kampfjets inszeniert werden. Suggeriert wird der wohlfeile Abglanz des Militärischen für Jedermann – und das ganz ohne Anzahlung. ...mehr

Hamburg und München präsentieren fast zeitgleich die feinsinnigen, lyrischen Arbeiten des Malers und Zeichners Jürgen Partenheimer. In Bayerns Hauptstadt stellt die Pinakothek der Moderne zudem skulpturale Arbeiten des 65jährigen aus

Von der Weisheit der Linie


Wo immer in den letzen zehn Jahren die sanft leuchtenden Farbskizzen und stillen, unpathetischen Gemälde von Jürgen Partenheimer gezeigt wurden, betonten Kuratoren und Ausstellungsmacher immer wieder gern: Jürgen Partenheimer war im Jahr 2000 der erste westliche Künstler, der seit Maos Zeiten in der Nationalgalerie in Peking ausstellen durfte. Warum gerade er, mag man sich fragen. Eine Antwort darauf gibt indirekt die breit angelegte Werkschau „Archiv“ in der Pinakothek der Moderne in München. Jürgen Partenheimer ist kein Provokateur. Er versinnbildlicht philosophische und literarische Inhalte als zarte minimalistische, von keinem Kalkül gesteuerte Abstraktionen. Wie ein Käfig schließen auf dem Gemälde „Carme“ brüchige, zittrige Linien auf grünem Hintergrund ein monolithisches Gebilde ein. Auf einer anderen Zeichnung werden sie zu einer feinnervigen, vibrierenden Gitterstruktur im leeren Raum. Hin und wieder fühlt man sich an die fiebrigen Zeichnungen eines Paul Klee oder an die aus den tiefen Sphären des Unterbewusstseins emporgekommenen Arbeiten eines Wols erinnert, was man im nächsten Moment aber sofort wieder verwirft – beide waren nicht minimalistisch, nicht abstrakt genug. ...mehr

Politisch korrekt – doch ziemlich plakativ: Der Berliner Martin-Gropius-Bau zeigt die lange erwartete Schau „Evidence“ mit Arbeiten von Ai Weiwei. Der nach wie vor mit einem Reiseverbot belegte chinesische Künstler musste allerdings zu Hause bleiben

Flaschenpost aus China


Ob „Die Zeit“, „Der Spiegel“, „Weltkunst“, „Art“ oder „Monopol“: Kaum eine Publikation verzichtet in diesen Tagen auf eine seitenlange Reportage aus dem Atelier von Ai Weiwei, den zumindest in Deutschland berühmtesten chinesischen Künstler. Hier hat 56jährige bisher die meisten Ausstellungen gehabt. Und Deutschland erwies ihm im vergangenen Jahr auch die Ehre, ihn als Gastkünstler im deutschen Pavillon auf der Biennale Venedig zu präsentieren. ...mehr

Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigt in der Ausstellung „Die Zukunft fotografieren“ fünf deutsche und fünf russische Fotografen

Die Zukunft, ein oft hohles Versprechen


Die Berliner Fotografin Beate Gütschow war gerade ins Flugzeug eingestiegen, als sie beim Aufblättern der „Süddeutschen Zeitung“ von einem unguten Gefühl beschlichen wurde. Der Zeitung entnahm sie, dass das umstrittene russische Gesetz gegen „homosexuelle Propaganda“ nunmehr in Kraft getreten war und Verstöße dagegen mit saftigen Strafen geahndet werden sollen. Eingeladen vom Goethe-Institut, war Gütschow nach Moskau unterwegs, um an einem gemeinsamen Workshop mit russischen und deutschen Kollegen teilzunehmen, dessen Ergebnis, eine Fotoausstellung zum Thema „Die Zukunft fotografieren“, anschließend im so genannten „Deutschlandjahr“ zwischen Mitte 2012 und Mitte 2013 auf eine Tournee durch fünf russische Städte gehen sollte. ...mehr

Louis Vuitton eröffnete gestern in München seinen weltweit fünften Espace culturel. „No such Thing as History: Four Collections and One Artist“ heißt die erste Schau in der ehemaligen Residenzpost am Königsplatz. Herzstück sind neue Fotografien von Annette Kelm

Schaufenster in die Labors der Kunst


Die Botschaft ist eindeutig. Wenn die Luxusmarke Louis Vuitton ihre erste Ausstellung im gestern eröffneten Espace culturel, der unmittelbar an die neue Flaggschiffboutique in der Residenzstraße angliedert, mit Werken aus Münchner Privatsammlungen bestreitet, dann will man sich einreihen in die Kunst- und Sammlerszene dieser Stadt. Bekenntnischarakter hat auch die öffentliche Premiere für Annette Kelms neueste fotografische Serie, die hier neben Werken von Richard Prince, Louise Lawler und Jonathan Monk zu sehen ist. Man will ein Ort sein für junge, aufstrebende und auch etablierte zeitgenössische Künstler. Mit Annette Kelm, Jahrgang 1975, präsentiert man zweifelsohne eine der vielversprechendsten Künstlerinnen, die sich momentan noch auf dem schmalen Grad zwischen diesen beiden Kategorien bewegt. ...mehr

Siegfried Anzinger im Kunstforum Wien

Frisch, frech und witzig


2012 wurde in der Kölner Kunststation St. Peter eine Ausstellung mit Arbeiten von Siegfried Anzinger abgesagt, nachdem der Beirat befürchtete, dass Bilder des 16teiligen Hieronymus-Zyklus religiöse Gefühle verletzen könnten. Zwei von Anzingers Gemälden zeigten Schweine, die ans Kreuz geschlagen waren. Sie erschienen dem damaligen Kurator anfällig für Missverständnisse, und da Anzinger auf die Präsentation dieser Arbeiten keinesfalls verzichten wollte, fand die Ausstellung nicht statt. Zwei Jahre später richtet das Wiener Kunstforum dem gebürtigen Oberösterreicher und Wahlkölner Siegfried Anzinger eine große Ausstellung aus. Gleich im Entree empfängt die Besucher eines jener Gemälde, die in Köln zur Absage der Ausstellung führten und eine heftige Blasphemie-Debatte auslösten. ...mehr

Ornament und Poesie: Die Hamburger Kunsthalle untersucht den Stellenwert der Arabeske in der bildenden Kunst und Literatur der deutschen Romantik

Metamorphosen der Wirklichkeit


Carl Julius Milde, Weiblicher Akt in einer Ranke, um 1834

Der frühromantische Kulturphilosoph Friedrich Schlegel (1772-1829) bezeichnete die Arabeske als „älteste und ursprüngliche Form der menschlichen Fantasie“. Das künstlerisch gestaltete Rankenornament erlebte seine Blütezeit in der deutschen Romantik. Die Ausstellung „Verwandlung der Welt. Die romantische Arabeske“ in der Hamburger Kunsthalle untersucht jetzt die Herkunft, Entfaltung und Anwendung der mitunter hochkomplexen Gestaltungsform in der bildenden Kunst, der Literatur und der Gebrauchskunst. Zu sehen sind rund 150 Zeichnungen, Kupferstiche, Gemälde, Radierungen, Aquarelle und weitere exemplarische Werke aus dem 18. und 19. Jahrhundert. ...mehr

Die Ausstellung „Farbe für die Republik“ im Deutschen Historischen Museum in Berlin stellt Auftrags- und Gebrauchsfotografie aus der SED-Diktatur kritisch auf den Prüfstand

Wenn Mutti früh zur Arbeit geht


Moderne und aufgeräumte Produktionshallen, weiß bekittelte junge Frauen in den Forschungslaboren der Pharmaindustrie, eine kerngesunde Genossenschaftsbäuerin am Steuer eines Traktors aus dem VEB Kombinat Fortschritt. Optimismus vermittelnde Fotografien wie diese präsentiert jetzt das Deutsche Historische Museum in Berlin. „Farbe für die Republik – Auftragsfotografie vom Leben in der DDR“, so lautet der Titel der von Carola Jüllig kuratierten, materialreichen Ausstellung, die sich der historisch noch wenig aufgearbeiteten offiziellen Fotoproduktion des SED-Regimes widmet. Welches Selbstbild vermittelte die DDR mit diesen in Zeitschriften, Broschüren, Wandzeichnungen und Imageprospekten veröffentlichten Aufnahmen nach Innen und Außen? Wie wurde in den DDR-Medien – immerhin gab es rund 500 Zeitschriftentitel – der sozialistische Alltag inszeniert? Welche Funktion erfüllten etwa die schönfärberischen Bilder „Junger Naturforscher in den Ferien“ angesichts einer kaum erträglichen Luft- und Umweltverschmutzung in Großstädten, Industrie- und Braunkohlerevieren? ...mehr

Frank Zappas Leben als multimediales Maschinentheater: Der Kunstverein in Hamburg zeigt die erste deutsche Einzelausstellung des kanadischen Documenta-Stars Geoffrey Farmer

Im Wunderland der sprechenden Skulpturen


Für viele Besucher der Documenta 13 im Sommer 2012 war die Arbeit „Leaves of Grass“ des kanadischen Künstlers Geoffrey Farmer das Lieblingskunstwerk. Farmer, Jahrgang 1967, hatte in der Neuen Galerie ein 40 Meter langes Tableau präsentiert, das aus mehr als 16.000 Fotos bestand, die er den Jahrgängen 1935 bis 1985 des amerikanischen LIFE Magazine entnommen hatte. Jedes Bild, egal ob es einen Hollywood-Star, einen Politiker, ein Tier oder bloß ein Produkt darstellte, war auf einen Grashalm montiert und wippte, einer medialen Präriewiese gleich, gemeinsam mit den anderen im Luftstrom der Besucher vor sich hin. Die von einem Gedicht Walt Whitmans inspirierte Arbeit war so beliebt, dass immer nur eine bestimmte Anzahl Personen den Raum betreten durfte. ...mehr

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