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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Das Wuppertaler Von der Heydt-Museum stellt die Kollektion des französischen Malers Jean-François Gigoux vor

Der unsterbliche Nimbus eines gefügigen Nutznießers


Jean-François Gigoux, Die letzten Augenblicke im Leben von Leonardo da Vinci, 1835

Imperial sind allein die Ausmaße des Gemäldes. Auf fast dreieinhalb mal fünf Metern sind „Die letzten Augenblicke im Leben von Leonardo da Vinci“ beeindruckend wiedergegeben. Der vollbärtige, bleiche Leonardo sinkt vor seiner Bettstatt leicht nach rechts versetzt auf einem Kissen nieder, gestützt vom hoheitsvoll inszenierten König Franz I. und einem Diener. Links vor einer sich öffnenden Galerie steht der Altar. Von hier aus nähert sich ein Priester, flankiert von zwei Kerzen tragenden Ministranten, um dem Heimgehenden das Sterbesakrament zu reichen. Über der Szene hängt die Felsgrottenmadonna Leonardos. Ganz am linken Bildrand nimmt der Maler des Monumentalbildes selbst an dem 300 Jahre vor seiner Zeit zugetragenen, der Legendenbildung Nahrung gebenden Ereignis teil: Jean-François Gigoux. Gleichberechtigt stellt er sich damit in die Reihe großer und anerkannter Historienmaler seiner Zeit. ...mehr

Die Geburt der Moderne aus dem Geist des Okkultismus: Das Bucerius Kunst Forum in Hamburg erklärt das Werk des niederländischen Malers Piet Mondrian aus seiner lebenslangen, durchaus spirituellen Annäherung an die Farbe

Aus der Farbe heraus


in der Ausstellung „Mondrian. Farbe“

Rechte Winkel, schwarze Gitterstrukturen, die Primärfarben Rot, Gelb und Blau sowie Grautöne auf weißem Untergrund. Ein relativ überschaubares malerisches Vokabular, das in unzähligen Variationen immer wieder durchexerziert wird. Die gängige Wahrnehmung verbindet genau diese Konstanten mit der Kunst von Piet Mondrian, einem der wichtigsten Avantgardekünstler des 20. Jahrhunderts, dessen Motive sich bedauerlicherweise in der breiten Öffentlichkeit dadurch abgenutzt haben, dass sie heute massenhaft auf T-Shirts und Turnschuhe, Shampooflaschen und Damenhandtaschen gedruckt werden. ...mehr

Früh übt sich, wer ein Kunstmarktstar werden will: Eine Berliner Ausstellung stellt jetzt Kinder- und Jugendzeichnungen so bekannter Künstler wie Jonathan Meese, Rosemarie Trockel oder Norbert Bisky vor

Kritzeln, Krakeln, Klecksen


Egal ob Postbote, Zahnarzt oder Ingenieur. Als Kinder waren wir alle noch Künstler. Wohl jeder hat während der Schulzeit mehr oder weniger exzessiv gemalt, gezeichnet oder einfach nur rumgekritzelt. Bei den meisten von uns ist diese Gabe dann irgendwann mehr oder weniger auf der Strecke geblieben. Einige wenige jedoch haben daraus eine Profession gemacht – und ein paar können heute sehr gut davon leben. Die Rede ist von Künstlern wie Rosemarie Trockel, Tal R, Jonathan Meese oder John Bock, deren Werke aktuell zu hohen Preisen am Kunstmarkt gehandelt werden. Doch gemalt und gezeichnet, gekrakelt und gekritzelt haben auch sie schon lange, bevor sie von Beruf Künstler waren. ...mehr

Vom Schund zum Kult: Die Ausstellung „Comicleben_Comiclife“ im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe beleuchtet die Emanzipation einer Kunstform

Die Erben von Asterix, Superman und Co.


High oder Low? Kinderbelustigung oder ernst zu nehmendes literarisches Genre – auch für Erwachsene? Die Frage, ob Comics zu den anspruchsvolleren Kulturgütern zählen oder getrost als Schundliteratur verbucht werden dürfen, hätte man vor 40 oder 50 Jahren noch mit einem eindeutigen Negativurteil beantwortet. Heute stellt sich die Situation wesentlich komplexer dar: Gut gemachte Comics gelten heute als ebenso eigenständige wie anerkannte Kunstform. Sogar der renommierte Suhrkamp Verlag vertreibt mittlerweile sogenannte „Graphic Novels“ – illustrierte Adaptionen literarischer Meisterwerke von Robert Musil bis Thomas Bernhard. ...mehr

Aus Anlass der Olympischen Winterspiele in Sotchi: Die Ausstellung „Die Russische Avantgarde und der Sport“ im Olympischen Museum in Lausanne versammelt Fotografie, Film, Grafik und Plakatkunst aus der Zeit zwischen 1917 und 1937

Hinaus auf den Sportplatz, Genossen!


Der russische Avantgardekünstler Alexander Rodtschenko wusste sich gegenüber der fotografischen Konfektionsware der Massenmedien seiner Zeit klar abzugrenzen: „Der Journalist stürzt sich freudig auf den Sportler und platziert ihn – bestenfalls – mitten in der Sonne und vor dem Publikum... Das ist für die Presse. Diese Porträts sind schlecht. Sie sind nicht durchdacht bezüglich Licht und Komposition. Es steht keine Idee dahinter. Solche Aufnahmen sind vergänglich“, schrieb er Anfang der 1930er Jahre in einem Entwurf zu einem Konferenzbeitrag. Dass es auch anders ging, nämlich Bilder vom Sport über die Faktizität der Ereignisse hinaus mit Spannung, ungewöhnlichen Perspektiven und modernen Montageverfahren aufzuladen, bewiesen er und seine Künstlerkollegen auf den Feldern Fotografie, Film, Plakatgestaltung, Lithografie oder Zeitschriftenlayout. ...mehr

Das Städel zeigt in Frankfurt Dürers Kunst im Kontext allgemeiner Strömungen und Neuerungen der Zeit

Sündenfälle, nackte Frauen und garstige Alte


Albrecht Dürer, Bildnis der Elsbeth Tucher, geb. Pusch, 1499

Als Zeichen außergewöhnlicher Wertschätzung ist die Geste Kaiser Maximilians aus dem Jahr 1515 zu werten, Albrecht Dürer eine Leibrente von 100 Gulden zu gewähren. Drei Jahre später erhöhte er die Vergütung um 200 Gulden, ebenfalls zu zahlen vom Rat der Stadt Nürnberg aus Reichssteuern. Als der Kaiser im Januar 1519 verstarb, stand die Zahlung jedoch noch aus. Der Rat verlangte eine Bestätigung der Leibrente durch Maximilians Enkel und Nachfolger, Kaiser Karl V. Also reiste Dürer nach Aachen und sicherte sich sein Privileg mit der verlangten Bestätigung, die allerdings nicht für die zusätzliche Vergütung galt. Da er aber die Reise zu einer Marketingtour bis weit in die Niederlande nutzte und Holzkisten voller eigner Drucke mitführte, dürfte sich die Enttäuschung über die staatliche Hinterfotzigkeit in Grenzen gehalten haben. ...mehr

Willi Baumeister wäre heute 125 Jahre alt geworden. Das Kunstmuseum Stuttgart stellt den Avantgarde-Maler als international agierenden Künstler vor

Weltweit präsent und bodenständig verwachsen


Im eigenen Land gilt der Prophet nichts. Diese Redensart scheint auch auf Willi Baumeister zuzutreffen. Dabei war der Maler und Grafiker durch und durch Stuttgarter. Fast sein gesamtes Leben verbrachte der am 22. Januar 1889 ebendort geborene in der württembergischen Metropole. Als ihn erst 66jährig hier am 31. August 1955 beim Malen vor seiner Staffelei der Tod ereilte, galt er als einer der bedeutendsten Vertreter der abstrakten Kunst in Deutschland. Besonders im Ausland wurde Baumeisters Tod als Schlag für die deutsche Kunstszene gewertet, weil seine Kunst von Kritikern immer noch als in der Entwicklung befindlich und aufblühend wahrgenommen wurde. ...mehr

Alle sind im Einkaufsstress – auch eine Ausstellung in der Kunsthalle Münster widmet sich jetzt unserer ambivalenten Liebe zu den Dingen

Konsumwahn und Besitzerstolz


Surasi Kusolwong, Emotional Machine, 2000-2004

Wie viele Waren sich in der durchschnittlichen Privatwohnung von heute anhäufen, hätte in vorindustrieller Zeit wahrscheinlich selbst die wohlhabende Oberschicht verblüfft. Und noch mehr, dass in der Gegenwart die Lust daran mitunter als Last empfunden wird. Der Berliner Künstler Florian Slotawa hat schon 1995 akribisch seinen gesamten Besitz auf 162 Fotos festgehalten. In einer Art Diashow formt sich aus Küchenutensilien, Matchbox-Autos, Jeanshosen und Schallplatten ein vermeintliches Selbstporträt. Neben Slotawas Arbeit zeigt die Ausstellung „Die Liebe zu den Dingen“ in der Kunsthalle Münster Werke von elf weiteren Künstlern, die sich mit unserem ambivalenten Verhältnis zu alltäglichen Gegenständen auseinandersetzen. ...mehr

63 Prozent mehr Besucher als 2012: Mit mutigen Ausstellungen auch zu gesellschaftspolitischen Themen hat sich das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe 2013 profiliert. Rückblicke und Ausblicke vermittelte das Haus jetzt auf seiner Jahrespressekonferenz

Über die eigene Sammlung hinaus


Zahlen und Fakten, die sich sehen lassen können: 251.000 Besucher im Jahr 2013 und somit 63 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein ausgewogenes Ergebnis im 30 Millionen Euro schweren Jahresetat. Womöglich sogar ein kleiner Überschuss, der jetzt in Ausstellungsprojekte fließen kann. Und das Prädikat „Ausstellung des Jahres 2013“ des Deutschen Kunstkritikerverbandes für die Schau „Kairo. Offene Stadt“, die sich mit der Flut digitaler Bilder nach dem Sturz des Mubarak-Regimes beschäftigte. Auf seiner Jahrespressekonferenz konnte das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) ausschließlich positive News vermelden. Direktorin Sabine Schulze führt den Erfolg ihres Hauses unter anderem auf die Strategie zurück, in insgesamt 16 Ausstellungen eben nicht nur die Connaisseure von Porzellan, Silber oder Design zu bedienen, sondern gezielt auch gesellschaftskritische Themen aufzugreifen: „Wir haben mit dem Ausstellungsprogramm das ausgereizt, was ein Museum für Kunst und Gewerbe überhaupt leisten kann.“ ...mehr

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