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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Gleich und doch verschieden: Die Hamburger Kunsthalle zeigt in der Galerie der Gegenwart die Schau „Serial Attitudes – Wiederholung als Methode seit den 1960ern“

Das Gesetz der Serie


Die 1960er Jahre in Amerika waren geprägt vom Aufkommen anonymer Vorstadtsiedlungen mit stereotypen Einfamilienhäusern. Der Triumphzug der Fertighausindustrie und der Baumärkte machte es möglich. Gleichzeitig begann der Siegeszug von Fast Food- oder Tiefkühlmenüs. Alles glich plötzlich irgendwie einander, baute aufeinander auf oder kam als kleine Variante des Immergleichen daher. Die Fließbandnormierung nahezu aller Lebensbereiche hatte sich durchgesetzt. Kein Wunder, dass dieses formalästhetische Alltagsumfeld sich irgendwann auch auf die Kunstproduktion dieser Zeit auswirken würde. „Serial Attitudes – Wiederholung als Methode seit den 1960ern“ lautet der Titel einer Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle, die diesem Phänomen nachspürt. ...mehr

Die Kunsthalle Krems widmet sich aktuell der Zeichnung und hat sich dafür die Sammlung von Verena und Bernd Klüser vorgenommen. „Zurück in die Zukunft“, so der Titel der Schau, spielt mit der Gegenläufigkeit der Kollektion

Tatsächlich infinito


Giovanni Battista Tiepolo, Kopf eines Mannes mit geschlossenen Augen, um 1750

Privatsammlungen als geschlossene Ausstellung zu präsentieren, ist grundsätzlich keine Initiative, wofür man einem Museum im voraus Beifall spenden würde. In einigen Ländern ist es sogar unüblich, private Sammlungen geschlossen als solche auszustellen. Man präsentiert lieber einzelne Leihgaben in kontextuellen Bezügen. In österreichischen Kulturinstitutionen ist die Präsentation von privat Gesammelten dagegen Usus. Nicht nur in der Albertina werden konsequent Dauerleihgaben aus Privatbesitz gezeigt, auch im Wiener Museum Moderner Kunst spielt die Präsentation privater Kunstsammlungen, wie zum Beispiel die aktuelle Schau mit Arbeiten aus der Sammlung der belgischen Herbert Foundation, seit Jahren eine wichtige Rolle im Ausstellungsbetrieb. Zwischen Liebhaberei, Mäzenatentum und Professionalität gibt es vielfältige Spielräume für Vorlieben und Leidenschaften. ...mehr

Menschen und Landschaften in Ost und West: Die Hamburger Deichtorhallen präsentieren die erste gemeinsame Werkschau des ostdeutschen Fotografenpaars Ute und Werner Mahler

Monalisen der Vorstädte


Ein frisch verheiratetes Paar in seinem Schlafzimmer. Die Wände sind nahezu komplett mit Markenlogos aus dem kapitalistischen Ausland bedeckt: Verpackungen von Nylonstrümpfen, Waschmitteln und Süßigkeiten gängiger Westmarken. Wir befinden uns in der DDR im Jahr 1974. Die Aufnahme von den geheimen Sehnsüchten eines jungen Ostpaares stammt von der 1949 geborenen Fotografin Ute Mahler. Die Fotografie ist Teil ihrer zwischen 1972 und 1988 entstandenen Schwarz-Weiß-Serie „Zusammenleben“. In dieser Werkgruppe porträtiert Ute Mahler Menschen, die eine besondere persönliche oder familiäre Bindung haben wie Paare oder Geschwister. ...mehr

Objekte der Begierde: Die in Deutschland geborene New Yorker Konzeptkünstlerin Josephine Meckseper wird im Neuen Aachener Kunstverein mit einer Einzelausstellung präsentiert

Die bittersüßen Verlockungen der Warenwelt


„Do you want total war?“ Das Obergeschoss des Neuen Aachener Kunstvereins wird zur Zeit vom durchdringenden Sound des US-amerikanischen Elektro-Musikers Boyd Rice beschallt. Die in Deutschland geborene New Yorker Konzeptkünstlerin Josephine Meckseper benutzt die ohrenbetäubende Musik mit dem einhämmernden, ins Englische übersetzten Zitat aus der Sportpalast-Rede von Joseph Goebbels als Sound-Untermalung ihrer 2008 entstandenen Videoarbeit „0% Down“. Zu sehen sind stakkatohaft geschnittene Sequenzen aus US-amerikanischen Autowerbespots, in denen ganz normale PKWs zusammen mit Kampfjets inszeniert werden. Suggeriert wird der wohlfeile Abglanz des Militärischen für Jedermann – und das ganz ohne Anzahlung. ...mehr

Hamburg und München präsentieren fast zeitgleich die feinsinnigen, lyrischen Arbeiten des Malers und Zeichners Jürgen Partenheimer. In Bayerns Hauptstadt stellt die Pinakothek der Moderne zudem skulpturale Arbeiten des 65jährigen aus

Von der Weisheit der Linie


Wo immer in den letzen zehn Jahren die sanft leuchtenden Farbskizzen und stillen, unpathetischen Gemälde von Jürgen Partenheimer gezeigt wurden, betonten Kuratoren und Ausstellungsmacher immer wieder gern: Jürgen Partenheimer war im Jahr 2000 der erste westliche Künstler, der seit Maos Zeiten in der Nationalgalerie in Peking ausstellen durfte. Warum gerade er, mag man sich fragen. Eine Antwort darauf gibt indirekt die breit angelegte Werkschau „Archiv“ in der Pinakothek der Moderne in München. Jürgen Partenheimer ist kein Provokateur. Er versinnbildlicht philosophische und literarische Inhalte als zarte minimalistische, von keinem Kalkül gesteuerte Abstraktionen. Wie ein Käfig schließen auf dem Gemälde „Carme“ brüchige, zittrige Linien auf grünem Hintergrund ein monolithisches Gebilde ein. Auf einer anderen Zeichnung werden sie zu einer feinnervigen, vibrierenden Gitterstruktur im leeren Raum. Hin und wieder fühlt man sich an die fiebrigen Zeichnungen eines Paul Klee oder an die aus den tiefen Sphären des Unterbewusstseins emporgekommenen Arbeiten eines Wols erinnert, was man im nächsten Moment aber sofort wieder verwirft – beide waren nicht minimalistisch, nicht abstrakt genug. ...mehr

Politisch korrekt – doch ziemlich plakativ: Der Berliner Martin-Gropius-Bau zeigt die lange erwartete Schau „Evidence“ mit Arbeiten von Ai Weiwei. Der nach wie vor mit einem Reiseverbot belegte chinesische Künstler musste allerdings zu Hause bleiben

Flaschenpost aus China


Ob „Die Zeit“, „Der Spiegel“, „Weltkunst“, „Art“ oder „Monopol“: Kaum eine Publikation verzichtet in diesen Tagen auf eine seitenlange Reportage aus dem Atelier von Ai Weiwei, den zumindest in Deutschland berühmtesten chinesischen Künstler. Hier hat 56jährige bisher die meisten Ausstellungen gehabt. Und Deutschland erwies ihm im vergangenen Jahr auch die Ehre, ihn als Gastkünstler im deutschen Pavillon auf der Biennale Venedig zu präsentieren. ...mehr

Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigt in der Ausstellung „Die Zukunft fotografieren“ fünf deutsche und fünf russische Fotografen

Die Zukunft, ein oft hohles Versprechen


Die Berliner Fotografin Beate Gütschow war gerade ins Flugzeug eingestiegen, als sie beim Aufblättern der „Süddeutschen Zeitung“ von einem unguten Gefühl beschlichen wurde. Der Zeitung entnahm sie, dass das umstrittene russische Gesetz gegen „homosexuelle Propaganda“ nunmehr in Kraft getreten war und Verstöße dagegen mit saftigen Strafen geahndet werden sollen. Eingeladen vom Goethe-Institut, war Gütschow nach Moskau unterwegs, um an einem gemeinsamen Workshop mit russischen und deutschen Kollegen teilzunehmen, dessen Ergebnis, eine Fotoausstellung zum Thema „Die Zukunft fotografieren“, anschließend im so genannten „Deutschlandjahr“ zwischen Mitte 2012 und Mitte 2013 auf eine Tournee durch fünf russische Städte gehen sollte. ...mehr

Louis Vuitton eröffnete gestern in München seinen weltweit fünften Espace culturel. „No such Thing as History: Four Collections and One Artist“ heißt die erste Schau in der ehemaligen Residenzpost am Königsplatz. Herzstück sind neue Fotografien von Annette Kelm

Schaufenster in die Labors der Kunst


Die Botschaft ist eindeutig. Wenn die Luxusmarke Louis Vuitton ihre erste Ausstellung im gestern eröffneten Espace culturel, der unmittelbar an die neue Flaggschiffboutique in der Residenzstraße angliedert, mit Werken aus Münchner Privatsammlungen bestreitet, dann will man sich einreihen in die Kunst- und Sammlerszene dieser Stadt. Bekenntnischarakter hat auch die öffentliche Premiere für Annette Kelms neueste fotografische Serie, die hier neben Werken von Richard Prince, Louise Lawler und Jonathan Monk zu sehen ist. Man will ein Ort sein für junge, aufstrebende und auch etablierte zeitgenössische Künstler. Mit Annette Kelm, Jahrgang 1975, präsentiert man zweifelsohne eine der vielversprechendsten Künstlerinnen, die sich momentan noch auf dem schmalen Grad zwischen diesen beiden Kategorien bewegt. ...mehr

Siegfried Anzinger im Kunstforum Wien

Frisch, frech und witzig


2012 wurde in der Kölner Kunststation St. Peter eine Ausstellung mit Arbeiten von Siegfried Anzinger abgesagt, nachdem der Beirat befürchtete, dass Bilder des 16teiligen Hieronymus-Zyklus religiöse Gefühle verletzen könnten. Zwei von Anzingers Gemälden zeigten Schweine, die ans Kreuz geschlagen waren. Sie erschienen dem damaligen Kurator anfällig für Missverständnisse, und da Anzinger auf die Präsentation dieser Arbeiten keinesfalls verzichten wollte, fand die Ausstellung nicht statt. Zwei Jahre später richtet das Wiener Kunstforum dem gebürtigen Oberösterreicher und Wahlkölner Siegfried Anzinger eine große Ausstellung aus. Gleich im Entree empfängt die Besucher eines jener Gemälde, die in Köln zur Absage der Ausstellung führten und eine heftige Blasphemie-Debatte auslösten. ...mehr

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