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Sitzende Bäuerin mit Kind, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Das Arp Museum in Remagen präsentiert die Menschenfiguren von Aron Demetz und fragt nach den Bedingungen menschlichen Seins

Ich bin


Unter dem Leitmotto „Menschliche Dimensionen“ versucht das Arp Museum Bahnhof Rolandseck in Remagen, das Thema des menschlichen Körpers durch die Kunst zu visualisieren und neue Perspektiven aufzuzeigen. Das zeigt sich etwa in der aktuellen Präsentation „Leibhaftig. Der menschliche Körper zwischen Lust und Schmerz“ der Kunstkammer Rau, die Dauergast im Arp Museum ist. Zu diesem Themenjahr wurde auch Aron Demetz aus Gröden in Südtirol, Jahrgang 1972 und Teilnehmer der 53. Biennale in Venedig, eingeladen. Die Präsenz seiner Menschengestalten im italienischen Pavillon des Jahres 2009, entdeckt von Jutta Mattern, die die Ausstellung in Remagen kuratierte, überträgt sich nun auf den Bahnhof Rolandseck. ...mehr

Helene Schjerfbeck in der Frankfurter Schirn

Bilder von Genesung, Stille und Tod


Sie ist eine stille Künstlerin, deren Werk derzeit auf den Besucher der Frankfurter Schirn wartet. Dabei hatte es durchaus geräuschvoll begonnen: Helene Schjerfbeck, geboren 1862 in der finnischen Hauptstadt, hatte das Glück, in einem Land aufzuwachsen, in dem sich talentierte Künstlerinnen im Gegensatz zu den meisten ihrer Kolleginnen im restlichen Europa einer staatlichen Förderung freuen durften. So konnte sie, nachdem sich – trotz nicht ganz glücklicher Kindertage – bald ihre malerische Begabung gezeigt hatte, ein akademisches Studium beginnen, das sie in jungen Jahren durch halb Europa führte: Paris, Rom, Florenz, St. Petersburg und Wien hießen ihre Stationen, und auch im englischen St. Ives fand sie einige Monate lang ein Unterkommen bei einer Freundin. Auf diese Weise lernte sie einige der wichtigsten musealen Institutionen Europas kennen und konnte die dort ausgestellten Werke Alter Meister studieren. ...mehr

Gemeinsam wollen sie stark sein: CAHF ist eine Plattform, auf der sich vier staatliche Museen in Flandern zusammengeschlossen haben. Trotz erheblicher Etatkürzungen in der jüngsten Vergangenheit stellen diese vier Museen ein beachtliches Ausstellungsprogramm auf die Beine – und sie kämpfen um ihre Zukunft

Kräftebündelung in unruhigen Zeiten


Im Süden von Antwerpen liegt der Nachtegalen-Park mit vielen Grünflächen, Wasserläufen und einem altem Baumbestand. Hervorgegangen aus der 1951 gegründeten Middelheim Biennale, eröffnete hier im Jahr 1989 das Middelheimmuseum. Es ist eines der größten europäischen Open-Air-Museen. Seine über 400 Werke umfassende Sammlung wird in einem 30 Hektar großen Skulpturenpark präsentiert, der sommers wie winters geöffnet ist. Der Besucher begibt sich auf Schnitzeljagd. Ausgestattet mit einem Plan, macht er sich auf die Suche nach den Arbeiten internationaler Künstler wie Erwin Wurm, Henk Visch, Franz West, Henry Moore oder Auguste Rodin. Neben der ständigen Sammlung, die Werke von 1900 bis heute umfasst, veranstaltet das Middelheimmuseum regelmäßig Wechselausstellungen. Zurzeit wird dort eine Schau des in Berlin lebenden französisch-algerischen Künstlers Kader Attia gezeigt. Dafür steht „Het Huis“, ein luftiger Pavillon, zur Verfügung. ...mehr

Anlässlich des 75. Todestags von Sigmund Freud widmet sich das 21er Haus in Wien den Verbindungslinien von Kunst und Psychoanalyse

Gezeigt oder gemeint


in der Ausstellung „Sigmund Freud und das Spiel mit der Bürde der Repräsentation. Eine Installation von Joseph Kosuth“

Begonnen hat alles mit einer Intervention. Auf Einladung von Jan Hoet, der damals das Museum van Hedendaagse Kunst in Gent leitete, wurde der amerikanische Konzeptkünstler Joseph Kosuth gebeten, einen Beitrag in der museumsexternen Ausstellung „Chambres d’Amis“ im Jahr 1986 zu entwickeln. Kosuth passte sich dem Ausstellungskonzept an, indem er das seit 1985 erprobte künstlerische Verfahren von „Zero & Not“ diesmal in der Praxis eines Psychiaters realisierte. Über die Wände des Erdgeschosses und das Treppenhaus verteilte Kosuth Offset-Drucke eines vergrößerten Textausschnitts von Freuds „Psychopathologie des Alltagslebens“. ...mehr

Kompakt, flexibel und revolutionär in der Wirkung: Die Leica wird 100. Die Hamburger Deichtorhallen würdigen jetzt die erste Kleinbildkamera der Welt mit einer grandiosen Jubiläumsschau

Die kleine Schwarze mit dem roten Punkt


Henri Cartier-Bressons elegant gekleideter Herr, der über eine Pfütze springt. Alfred Eisenstaedts Matrose, der am Tag der japanischen Kapitulation auf dem Times Square spontan eine Krankenschwester küsst. Und Nick Úts Aufnahme des unbekleideten vietnamesischen Mädchens Kim Phúk, das vor einem Napalm-Angriff flieht. Jede dieser drei Fotografien gilt heute als Medienikone, die sich in das kollektive Gedächtnis der Menschheit eingebrannt hat. Alle drei Bilder haben aber noch etwas gemeinsam: Sie wurden mit einer Leica aufgenommen. Zufall? Schließlich gibt es viele Kamerahersteller, mit deren Produkten sich ganz passable Fotos machen lassen. Eher schon ein Glaubensbekenntnis, denn eine Leica stellt bis heute für viele Fotografen so etwas wie eine Legende dar. ...mehr

Subodh Guptas erzählerisches Werk im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt

Nicht nur Blech


Alles beginnt mit einer kleinen Geschichte: Die Großmutter schenkt dem kleinen Hamid einen Penny und sagt: „Geh zur Kirmes und mach Dir eine schöne Zeit“. Der Junge hätte Kuchen oder ein Eis dafür kaufen können, doch er bringt eine Zange mit nach Hause. Die Großmutter fragt ihn, warum er diese Zange gekauft habe. Hamid erklärt, dass sie sich beim Brotbacken immer die Finger verbrenne und daher eine Zange notwendig sei. Es sind solche aus der Lebenswirklichkeit gegriffenen Begebenheiten und Erzählungen – mal rührend, mal witzig, mal fast ein wenig sentimental –, aus denen Subodh Gupta die Inspiration für seine Kunst schöpft. Im konkreten Fall bedeutet dies, dass er eine Unzahl von Metallzangen zu einem halbrunden Gebilde bindet, das wie ein gewaltiger Schopf seine metallenen Haare von der Wand herabschüttelt. ...mehr

Kalligraphische Meisterwerke und Schrift als Vehikel des politischen Widerstands: Die Hamburger Deichtorhallen zeigen in der Sammlung Falckenberg chinesische Schriftkunst aus den letzten drei Jahrzehnten. Dabei sind auch Ai Weiwei und andere Regimekritiker

Im Zeichen der Schrift


Besucher vor der Arbeit „Divine Diatribe“ von Ai Weiwei aus dem Jahr 2014

Als der Schweizer Ausstellungsmacher Harald Szeemann 1999 auf der Biennale Venedig erstmals im großen Stil chinesische Gegenwartskunst im Westen zeigte, ging ein Raunen durch den Kunstbetrieb. So etwas Grelles, Lautes und Provokantes hatte man seit dem Aufkommen der amerikanischen Pop Art nicht mehr wieder gesehen. Namen wie Ai Weiwei, Wang Du oder Zhang Huan machten schnell die Runde. Schon damals stammten viele der ausgestellten Werke aus der Sammlung des Schweizer Geschäftsmanns und Ex-Botschafters Uli Sigg, dem wohl weltweit wichtigsten Sammler chinesischer Gegenwartskunst. Uli Sigg und das noch im Bau befindliche Hongkonger Megamuseum M+, das den größten Teil seiner Sammlung übernommen hat, sind jetzt auch die Hauptleihgeber der Ausstellung „Secret Signs. Zeitgenössische chinesische Kunst im Namen der Schrift“, die die Hamburger Deichtorhallen in ihrer Dependance, der Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg, zeigen. ...mehr

Wie kaum ein Anderer hat er das Vokabular seiner Malerei erst radikal reduziert, um seine Bilder im Lauf der Jahrzehnte zu dreidimensionalen Farbkörpern zu machen: Das Kunstmuseum Wolfsburg widmet dem Düsseldorfer Maler Imi Knoebel jetzt eine groß angelegte Ausstellung mit Werken aus fast 50 Jahren

Schwebezustände im Raum


Sie waren jung und rebellisch. Außerdem hatten sie etwas Verschwörerisches, worauf schon das selbstgewählte Pseudonym „Imi“ – Ich mit ihm – hindeutete. Wie es sich für junge Künstler gehört, markierten Imi Knoebel und Imi Giese, kaum waren sie von der Darmstädter Werkkunstschule an die Düsseldorfer Akademie gewechselt, ihr Revier. Ihr neuer Lehrer war kein Geringerer als Joseph Beuys, nicht eben eine knöcherne Verkörperung des Establishments. Wie kann man einem, der mit Fett, Wachs, Blei und toten Hasen hantiert, Respekt abnötigen? Vielleicht durch Disziplin, Fleiß und Ordnung? Imi Knoebel jedenfalls reklamierte den direkt neben der Beuys-Klasse gelegenen Raum 19 für sich und ein paar Auserwählte, darunter auch Blinky Palermo und Jörg Immendorff. Hier schuf er damals eine Reihe von Streifenbildern, die in ihrer Serialität, ihrer unpersönlichen Präzision und Akkuratesse an die Werke der amerikanischen Minimal Art erinnerten. Der Anfang war gemacht. Was folgen sollte, war eine jahrzehntelange, profunde Recherche des Grundvokabulars der Malerei: Form, Farbe, Fläche, Trägermaterial, Art und Intensität des Farbauftrags, die Wechselwirkung von Farben. ...mehr

Volle Kraft voraus: Die bis 2012 im Postfuhramt in Berlin Mitte residierende Fotoinstitution C/O Berlin eröffnet ihr neues Zuhause im Charlottenburger Amerika Haus mit gleich vier Ausstellungen

Im Westen was Neues


Das Berliner Amerika Haus in der Hardenbergstraße, nur einen Steinwurf vom Bahnhof Zoo entfernt, ist ein symbolkräftiger Ort. Errichtet im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 1957 von dem Berliner Architekten Bruno Grimmek im Auftrag der United States Information Agency, hatte es jahrzehntelang nur eine Aufgabe: Die Deutschen mit Hilfe von Ausstellungen, Konzerten, Filmabenden und einer umfangreichen Bibliothek samt Lesesaal mit der amerikanischen Kultur bekanntzumachen. 2006 wurde es geschlossen und dem Land Berlin übereignet. Das lichte Gebäude mit seiner modern gestalteten Mosaikfassade hätte wohl noch lange leer gestanden, wenn nicht die Fotoinstitution C/O Berlin, die seit dem Jahr 2000 im ehemaligen Postfuhramt in Berlin-Mitte residierte und dort mit Ausstellungen renommierter Starfotografen und junger Talente Jahr für Jahr mehr als 100.000 Besucher anzog, 2012 ihren Mietvertrag verloren hätte. ...mehr

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