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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Fabrizio Plessis Reiseimpressionen gehen im Koblenzer Ludwig Museum zu Ende

Das Wasser ist immer eine Reise wert


Vor dem Ludwig Museum in Koblenz, das romantisch am Deutschen Eck in einem historischen Gebäude, dem ehemaligen Verwaltungstrakt des Deutschherrenordens, sein Dasein frönt, macht eine monumentale Stahlplastik von Bernar Venet auf die Existenz des Kunsthauses aufmerksam. Venets Kreissegment stammt noch von der Bundesgartenschau, die 2011 in Koblenz stattfand. In Deutschland wird Venet, Documenta-Teilnehmer des Jahres 1977, hauptverantwortlich durch die Mainzer Galeristin Dorothea van der Koelen vertreten, die eng mit dem Ludwig Museum verbunden ist, vor allem mit der Museumsdirektorin Beate Reifenscheid. So kam es auch zum persönlichen Kontakt mit Fabrizio Plessi, einem weiteren Künstler aus dem Galerieprogramm, der seine Ausstellung „Llaüt Light“ aus dem Jahr 2011 nun in Koblenz installiert hat. ...mehr

Jeder Abzug einzigartig: Das Hamburger Bucerius Kunst Forum zeigt, wie der Expressionist Ernst Ludwig Kirchner in seinem druckgrafischen Werk zu seinen Motiven und zu sich selbst fand

Erst kam der Druckstock und dann die Staffelei


Ernst Ludwig Kirchner, Badende Frauen zwischen weißen Steinen, Fehmarn, 1912

Viele Künstler bedienen im Medium der Druckgrafik ein ganz eigenes Segment des Kunstmarktes. In heutzutage teils atemberaubend hohen Auflagen werden oft eingängige Motive unters Volk gebracht, die es auch weniger Betuchten ermöglichen sollen, ein signiertes Kunstwerk zu erwerben. Man denke nur an Damien Hirsts Schmetterlinge, Pillen, Totenköpfe oder Punktmotive, die es in unzähligen Varianten gibt. Für den deutschen Expressionisten und Mitgründer der Künstlergruppe „Brücke“, Ernst Ludwig Kirchner, dagegen stellte die Druckgrafik weit mehr dar. Er betrachtete sie nicht als bloße Reproduktionsmethode sondern als ganz eigenständige Kunstform und als experimentelles Feld, auf dem er die Motive für seine späteren Gemälde oft erst entwickelte. Über 2000 verschiedene druckgrafische Blätter sind erhalten. Jedes davon hat er eigenhändig gedruckt. ...mehr

Nichts für Emotionslose: Eine Doppelausstellung im südfranzösischen Albi setzt sich auf vielfältige Art und Weise mit den Irrungen und Wirrungen der Liebe auseinander

All you Need is Love


Das Thema der Liebe spielt eine große Rolle in der französischen Kultur- und Alltagsgeschichte. Sei es die viel beanspreuchte romantische Zweisamkeit, die höfische Liebe, die von mittelalterlichen Troubadouren besungenen Lobpreisungen der Liebe, Flauberts Jahrhundertroman „L’Éducation sentimentale“ – zu deutsch: „Die Erziehung der Gefühle“ – oder auch die strategisch eingesetzten Amouren und Affären in der Politik und bei anderen Machtspielen. Ob Dominique Strauss-Kahn, Nicolas Sarkozy oder François Hollande: Auch das Liebesleben der Politiker spielt in der französischen Öffentlichkeit eine weitaus größere Rolle als in Deutschland überhaupt vorstellbar. ...mehr

Dezidiert politisch geht es in der Schau „Zehntausend Täuschungen und hunderttausend Tricks“ im Wiener 21er Haus zu. Dafür hat der Young Arab Theatre Fund aus Brüssel über 40 Künstler und Künstlerinnen zusammengebracht, die sich mit systematischer Intoleranz, Neokolonialismus, dem Aufleben nationalistischer Ressentiments oder Antieinwanderungsgesetze auseinandersetzen

Gleiche Rechte für Alle


„Meeting Points“ heißt das Festival für zeitgenössische Kunst aus dem arabischen Raum, das derzeit in Wien Station macht. Mit „Zehntausend Täuschungen und hunderttausend Tricks“ knüpft das 21er Haus an die lange Tradition der Wiener Festwochen-Ausstellungen an diesem Ort an. Die Schau ist Teil des Konzepts „Meeting Points 7“, der siebten Ausgabe eines vom Young Arab Theatre Fund organisierten Projekts, das in Form einer sich wandelnden Wanderausstellung im Verlauf eines Jahres in sieben Städten auf drei Kontinenten gezeigt wird. In jeder Stadt – neben Wien waren das auch Zagreb, Antwerpen, Kairo, Hongkong, Beirut und Moskau – variiert die explizit politische Schau ihren Fokus, setzt sich mit Formen des Kolonialismus und Neokolonialismus auseinander, mit der Rolle, die die Mittelklasse in den Revolutionen der verschiedenen Weltregionen spielt, oder mit unterschiedlichen Strategien, sich gegen Unterdrückung zur Wehr zu setzen. ...mehr

In Zeiten von „wireless“ sind sie fast schon ein Anachronismus: Kabel. Die Ausstellung „Connecting Sound Etc.“ im Wiener Museumsquartier stellt jetzt Kabel-Arbeiten von über 50 internationalen Künstlern vor

Total verkabelt


Wir hantieren Tag für Tag mit ihnen, doch sind sie dermaßen zur Selbstverständlichkeit geworden, dass wir keinerlei Gedanken an ihre bloße Präsenz, ihre womöglich höhere Bestimmung, ihren metaphorischen Gehalt oder ihre simple Eignung als künstlerisches Material verschwenden. Die Rede ist von Kabeln, jenen unter einer isolierenden Gummi- oder PVC-Ummantelung verborgenen Drahtleitungen, die dafür sorgen, dass wir es hell haben, mit anderen kommunizieren können oder aus den Lautsprechern unserer Stereoanlagen Musik erklingt. Die Ausstellung „Connecting Sound Etc., Cable Works, Cable Sounds, Cables Everywhere“ im Freiraum des Wiener Museumsquartiers lenkt den Blick jetzt explizit auf dieses bisher von Ausstellungsmachern weitgehend vernachlässigte Material. ...mehr

In Konstanz erinnert im Konzilsgebäude eine kunst- und kulturhistorische Ausstellung an das wichtigste Ereignis im Haus und in der Stadt vor fast 600 Jahren

Ein Gipfel, der die Welt bewegte


Papst Martin V., Kopie nach Pisanello, 17. Jarhhundert

Am 11. November 1417 war es soweit. Im völlig abgeschotteten Lager- und Kaufhaus am Konstanzer Hafen hatten sich 53 Wähler nach dreitägigem Konklave auf einen neuen Papst geeinigt. Der neue Papst Martin V. wurde nicht mit weißem Rauch, sondern von einem Boten mit langer Rollurkunde und Vortragskreuz von einem Fenster an der Nordseite des Konzilsgebäudes ausgerufen. Dieser geschichtsträchtige Moment, die einzige Papstwahl auf deutschem Boden, beendete eine fast vier Jahrzehnte andauernde, unsägliche Situation religiöser und politischer Verwerfungen. ...mehr

Als die Bomben noch schwiegen und Globalisierung ein Fremdwort war: Der Berliner Martin-Gropius-Bau zeigt sensationelle Farbaufnahmen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg aus dem Archiv des Pariser Bankiers Albert Kahn

Multimedia vor 100 Jahren


Stephane Passet, Ein buddhistischer Lama in zeremoniellem Gewand, 26. Mai 1913

Ein buddhistischer Hohepriester im purpurnen Prachtgewand, aufgenommen im Palast des Himmlischen Friedens in Peking, ein geschmückter Elefant vor dem Maharadscha-Palast im indischen Dhundar oder ein frisch verheiratetes Paar im schwedischen Laksund. Das sind nur drei Beispiele aus der schier unendlichen Fülle von 72.000 Farbaufnahmen aus der ganzen Welt, die zwischen 1908 und 1931 im Auftrag des jüdischen Pariser Bankiers, Philanthropen und Weltreisenden Albert Kahn (1860-1940) entstanden. Der von dem Ideal eines friedlichen und von Toleranz geprägten Zusammenlebens aller Völker überzeugte Mäzen sandte Fotografen in die entlegensten Winkel der Welt aus, um für sein ambitioniertes Großprojekt „Les Archives de la planète“ farbige Diapositive, Stereoaufnahmen in Schwarzweiß und Filme zu belichten. Eine Auswahl von rund 200 Exponaten aus einem der frühesten Multimediaarchive der Welt ist jetzt in der Ausstellung „Die Welt um 1914. Bilder vor dem Großen Krieg“ im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen. Alle Aufnahmen sind unmittelbar vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs entstanden. ...mehr

Der große amerikanische Fotograf Walker Evans wird meist auf seine ikonischen Bilder aus der Zeit der Großen Depression reduziert; doch die machen nur 18 Monate seines fünf Jahrzehnte umfassenden Werks aus. Im Berliner Martin-Gropius-Bau ist nun endlich der ganze Walker Evans zu entdecken

Understatement mit der Kamera


Bekannt geworden ist er mit seinen Schwarz-Weiß-Aufnahmen von windschiefen Hütten, heruntergekommenen Farmhäusern, zugenagelten Geschäften und Lokalen, verzweifelten, verarmten und in ihrer Ehre gekränkten Landbewohnern, die er während der Großen Depression Anfang der 1930er Jahre im Süden der Vereinigten Staaten gemacht hat. 18 Monate lang reiste der junge Fotograf Walker Evans damals mit seiner Kamera durch den Elendsgürtel Amerikas, um im Auftrag der Roosevelt-Administration die wirtschaftliche Notlage seiner Landsleute zu dokumentieren. Während dieser anderthalb Jahre sind ikonische Bilder entstanden, mit denen er Amerika die Augen für sich selbst geöffnet hat, und die bis heute das Bild der ländlichen Vereinigten Staaten der 1930er Jahre prägen. ...mehr

Das Badische Landesmuseum Karlsruhe würdigt Max Laeuger anlässlich seines 150. Geburtstags

Naturromantiker und Idealist


Max Laeuger, Plakat für Kammergarnspinnerei Merkel & Kienlin Esslingen, 1894

Was wäre das Leben ohne die weibliche Natur. Die bezaubernde junge Frau mit Blütenkranz im dunkelbraunen Haar und hellrotem Kleid unterhalb des weit entblößten Oberkörpers tritt als Schäferin ins Bild. Sinnend und sinnlich krault sie ein Schaf, das ebenso wie der Schäferstab in ihrer rechten Hand in die Schriftzone der Lithografie ragt. Erst hier erschließt sich die Werbung für Strickgarne der Esslinger Kammgarnspinnerei Merkel & Kienlin, deren stattliche Gebäude im dunstigen Hintergrund verschwimmen. Der Künstler Max Laeuger wagte mit dem Entwurf 1894 Sensationelles. Er arbeitete in unmittelbarer Bildsprache mit Emotionen, nicht mit Symbolen, beschrieb den Hautkontakt mit der Wolle als angenehm, ja sogar erotisch, bewarb eher das Ausgangsmaterial als das eigentliche Fabrikat. Ähnlich agierte Laeuger im Folgejahr bei einem Entwurf für die Stuttgarter Pianofabrik Schiedmayer, bei dem Produkt und Produktionsstätte zugunsten einer Lyra spielenden, mit Lorbeerkranz bekrönten antiken Schönheit ganz wegfallen. ...mehr

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