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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Laut, ungeniert und antiprofessionell: Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe begibt sich mit der Ausstellung „Geniale Dilletanten“ in die Subkultur der 1980er Jahre in Deutschland

Im Wahnzimmer der Subkultur


„Die Tödliche Doris“ in Form allegorischer Gestalten auf dem Festival „Genialer Dilletanten“, Westberlin, 1981

Avanti, Dilettanti! Analog, genreübergreifend, laut und unhierarchisch kommt die Ausstellung „Geniale Dilletanten. Subkultur der 1980er-Jahre in Deutschland“ in Hamburg daher. Erarbeitet von der Abteilung Bildende Kunst des Goethe-Instituts, reist die abwechslungsreiche Schau mit über 250 Exponaten, darunter Gemälden, Fotografien, Designobjekten, musikalischen Hörproben, Magazinen, Konzertmitschnitten bis hin zu Plattenhüllen und Musikkassetten, um die ganze Welt. Zwischendurch macht sie jetzt auch im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe Station. Wie schon an den anderen Ausstellungsorten, etwa in Melbourne, Minsk und München, wird auch hier ein besonderer Schwerpunkt auf die musikalische und künstlerische Untergrundszene direkt vor Ort gelegt, werden Verbindungen aufgezeigt und lokale Besonderheiten herausgearbeitet. ...mehr

Das MAK in Wien widmet dem wegweisenden und vielfältigen Œuvre des Architekten Josef Frank eine Werkübersicht

Undogmatisches Gestalten


in der Ausstellung „Josef Frank: Against Design“

Selten waren drei so unterschiedliche Ausstellungen an einem Platz vereint, wie derzeit im Wiener Museum für Angewandte Kunst: Während Stefan Sagmeister mit seiner „Happy Show“ seit Ende November ununterbrochen Lächeln auf Besuchergesichter zaubert und Fans von „Star Wars“ in der großen Ausstellungshalle auf ihre Kosten kommen, erwartet Architekturfreunde im Obergeschoss eine aufwändig erarbeitete Präsentation über den österreichischen Architekten und Designer Josef Frank. Frank, der 1885 im nahen Baden in eine jüdische Familie geboren wurde, gilt als prägender Gestalter der Moderne. Gemeinsam mit Oskar Strnad war er ein Begründer der „Wiener Schule“ der Architektur, die eine zwanglose, undogmatische Auffassung von Moderne vertrat. Trotzdem ist sein Werk bis heute wenig bekannt. Dem will nun die gelungene Werkübersicht in Wien Abhilfe schaffen. ...mehr

Deutsch-deutsche Kunst-Geschichte in der Kunsthalle Jesuitenkirche in Aschaffenburg

Malerei unter wechselnden Bedingungen


Kunstskandale, egal aus welchen Gründen sie sich ereigneten, waren immer besondere Wegmarken der kunstgeschichtlichen Entwicklung. Eine der eher seltenen Begebenheiten dieser Art in der ehemaligen DDR sahen die mittleren 1960er Jahre. Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke lehnten sich gegen die Parteidoktrin auf und präsentierten auf der 7. Leipziger Bezirkskunstausstellung ihre neuesten Arbeiten, die bei allen dreien von einer höchst individuellen Handschrift sowohl in der Wahl der Themen als auch in der formalen Gestaltung zeugten. Doch mit dieser Haltung ernteten sie seitens der Parteiführung heftige Kritik: zu pessimistisch, zu expressiv, zu wenig auf die politisch-gesellschaftlichen Botschaften des real existierenden Sozialismus bezogen. Heisig wurde als Rektor der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, als der er seit 1961 fungierte, entlassen und verließ diese Wirkungsstätte später für einige Jahre sogar ganz, und auch Tübke, Mattheuer und der junge Hartwig Ebersbach bekamen Repressalien zu spüren. Die Zeit war im Osten noch nicht reif für eine individualistische künstlerische Entwicklung, wie sie diesen Malern vorschwebte. ...mehr

Die Kunsthalle Bremen nimmt sich Alain Resnais’ Filmklassiker „Letztes Jahr in Marienbad“ und untersucht dessen Einfluss auf die bildende Kunst

War es letztes Jahr in Marienbad oder dieses Jahr in Bremen?


Sind sie sich vor einem Jahr in Marienbad schon einmal begegnet oder nicht? Ein Mann und eine Frau treffen in einem schlossartigen Luxushotel aufeinander, und ihre Gespräche drehen sich fast nur um diese eine Frage. Alain Resnais’ filmisches Meisterwerk „Letztes Jahr in Marienbad“ nach dem gleichnamigen Nouveau Roman von Alain Robbe-Grillet gehört zu den Klassikern des Nouvelle Vague-Kinos. Der bis ins Detail durchkomponierte, von unendlichen Wiederholungen und Variationen durchzogene Schwarz-Weiß-Film von 1961 hat sein Publikum schon damals in glühende Bewunderer und scharfzüngige Kritiker gespalten. Gleichgültig lässt er bis heute keinen. Bildende Künstler, Fotografen, Modemacher, aber auch Musikvideoproduzenten lassen sich immer wieder von der distanziert unterkühlten Atmosphäre und der stilisierten Eleganz der Hauptdarsteller – allen voran die unentschlüsselbare Delphine Seyrig – inspirieren. Vielmehr aber noch ist es das verwirrende Spiel mit Echtzeit, erinnerter Zeit, Traum, Illusion, realen und imaginierten Räumen, das Künstler herausfordert, ihre eigenen Marienbad-Momente zu inszenieren. ...mehr

Die pure Lust am Zeichnen: Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg zeigt Zeichnungen, Illustrationen und Animationen des Berliners Christoph Niemann

Der Zeichner als Fährtenleger


„Mitte der neunziger Jahre schlug der Puls der Grafikszene in London, aber alles, was mich interessierte, gab es in New York“, sagt der 1970 in Waiblingen geborene Illustrator, Künstler und Autor Christoph Niemann. Zur Zeit präsentiert das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe die Ausstellung „Unterm Strich“ mit über 200 Cartoons, Zeichnungen, Drucken und Animationen des Künstlers. Darunter von Hand beschnittenes und dann eingescanntes Herbstlaub, das Niemann nonchalant zu Porträts von „Ernie und Bert“ oder „Laurel und Hardy“ deklariert. New Yorker Wahrzeichen wie die Freiheitsstatue, die gelben Taxis oder den von Dauerstaus geplagten Holland-Tunnel hat er aus Legosteinen nachgebaut und für die Serie „I lego New York“ abfotografiert – der „Big Apple“ reduziert auf das Wesentliche. ...mehr

Das Clemens-Sels-Museum in Neuss ehrt den Düsseldorfer Plastiker Bert Gerresheim anlässlich seines 80. Geburtstags mit einer Ausstellung

Sondieren bei Gott und den Menschen


„Herr Gerresheim, schauen Sie mal nach, Ihr Heine-Denkmal wurde gesprengt!“ Konfrontieren Düsseldorfer Bürger den Künstler Bert Gerresheim mit diesem Satz, freut es ihn, dass sie sein bekanntes Denkmal eingehend betrachten und den beabsichtigten Riss erfasst haben. Denn dieses Werk ist ihm besonders ans Herz gewachsen. Nach drei Jahren heftiger Proteste speziell rückschrittlicher Kunstkreise um Arno Breker konnte zum 125. Todestag von Heinrich Heine im Jahr 1981 das auch heute noch für viele gewöhnungsbedürftige Vexiermonument auf dem Schwanenmarkt der Landeshauptstadt platziert werden. Statt einer lesbaren Staute auf hohem Sockel ruht auf dem Rasen eine extrem vergrößerte Totenmaske. In Bronze gegossen und messerscharf halbiert liegt sie unter einem offenen, einen Schrein andeutenden Gestänge. Ringsum gruppieren sich weitere Fragmente. Teile von Gesichtsmasken verweisen auf Heines Vielseitigkeit. Ein Buch mit Schere spielt auf die Zensur an, eine Trommel mahnt daran, die Ideale der Französischen Revolution nicht preiszugeben. Ein Reißverschluss im leichentuchartigen Stoff fordert zur Beschäftigung mit Heines Schaffen auf. ...mehr

„Sturm-Frauen“ in der Frankfurter Schirn

Modern, radikal, weiblich


Die Frankfurter Kunsthalle Schirn hat sich wieder einmal auf Entdeckungsfahrt im weiten Meer der klassischen Moderne begeben. Im Fokus stehen diesmal Herwarth Walden und sein „Sturm“. Walden, eigentlich Pianist und Komponist, verlegte sich bald auf eine Schreib- und Herausgebertätigkeit in den verschiedensten Bereichen der Kultur. Die 1910 zunächst als Zeitschrift und zwei Jahre später auch als Galerie ins Leben gerufene Unternehmung „Sturm“ gehörte im deutschsprachigen Raum zu den maßgeblichen Protagonisten in der Sichtung und Verbreitung avantgardistischer Kunst aus dem In- und Ausland, und das mit mehr oder weniger großer Durchschlagskraft bis zu ihrem Ende im Jahr 1932. Das ist weithin bekannt, zumal erst vor gut drei Jahren das Wuppertaler Von der Heydt-Museum eine große „Sturm“-Retrospektive veranstaltet und dazu einen monumentalen Katalog in zwei Bänden vorgelegt hat. ...mehr

Die Albertina in Wien widmet sich dem druckgarfischen Schaffen Edvard Munch und kann dabei auf eine erlesene Privatsammlung zugreifen

Nicht nur Liebe, Tod und Einsamkeit


Edvard Munch, Melancholie II, 1898

„Wenn wir so stehen – und meine Augen sehen in deine großen Augen – im bleichen Mondlicht – da flechten feine Hände unsichtbare Fäden.“ Edvard Munch war hingerissen von seiner ersten großen Liebe. Während der Sommermonate des Jahres 1885 verband den 22jährigen eine kurze, heimliche Beziehung mit der drei Jahre älteren, verheirateten Milly Thaulow, der Frau seines Vetters. Eine verbotene Liebe, die ihm lange zusetzte und die er zwischen 1890 und 1893 in romanhaften Aufzeichnungen, in denen er der Geliebten den Namen „Frau Heiberg“ verlieh, verarbeitete. In Åsgårdstrand an der Westküste des Oslo-Fjords hatten sich die beiden kennengelernt. Hier verbrachte Munch mehrere Sommer. Die Affäre endete jedoch schon im Herbst 1893, und Munch bekundete: „Danach hab ich alle Hoffnung, lieben zu können, aufgegeben.“ ...mehr

Das Düsseldorfer Museum Kunst Palast wartet mit der ersten Werkübersicht zu Francisco de Zurbarán in Deutschland auf

Ein pompöses Maltheater


Francisco de Zurbarán, Santa Casilda, um 1635

Ähnlich wie in einem alten Theater wandelt der Besucher des Museums Kunst Palast derzeit in gedämpfter Atmosphäre vorbei an hohen, in tief gesättigtem Rot getünchten Wänden. Großformatige dunkle Gemälde entfalten in grellen Scheinwerferspots ihre spezifische Aura. Besonders bannen die düster-kargen Hintergründe, ein Charakteristikum spanischer Malerei. Täuschend echt kommt eine magisch anziehende Plastizität ins Spiel. Die Raffinesse im Umgang mit verschiedenen geistig-religiösen Ebenen führt Francisco de Zurbarán wieder in die Realität zurück, indem er einen Anschlagzettel malt, der seine Autorenschaft anzeigt. Barocker Zierrat, szenische Hintergründe, urbane Dekorationen und hyperrealistische Augentäuschungen bekräftigen die enge Verbindung von Malerei und Theater. Unter dem Titel „Zurbarán. Meister der Details“ möchte das Düsseldorfer Museum dem immer noch wenig bekannten Spanier zu jener Reputation verhelfen, die ihm eigentlich gebührt. Insgesamt 79 Gemälde, davon acht von seinem Sohn Juan, wurden dazu aus aller Welt zusammengetragen. ...mehr

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