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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Farben, Formen und der unüberhörbare Sound der Megastadt an der Copacabana: Das Olympische Museum im schweizerischen Lausanne wirft rund ein halbes Jahr vor den Olympischen Spielen einen umfassenden Blick auf Kunst und Kultur in Rio de Janeiro

Diversität als Kraftquelle


Im Olympischen Museum im schweizerischen Lausanne gehört es schon zur guten Tradition: Das jeweilige Gastland der Olympischen Sommer- oder Winterspiele wird in der Geburtsstadt der Olympischen Spiele der Neuzeit mit einer großen kunst- und kulturgeschichtlichen Ausstellung gewürdigt. Mit der abwechslungsreichen Schau „Destination Rio 2016: Rhythms and Diversity“ widmet sich das Ende 2013 nach umfangreichen Erweiterungsmaßnahmen wiedereröffnete Museum hoch über dem Genfer See jetzt der kulturellen Diversität eines Landes, das einerseits für übersprühende Lebensfreude, andererseits aber auch für explosive soziale Konflikte und signifikante Unterschiede zwischen Arm und Reich steht. Favelas und Villenviertel grenzen hier oftmals direkt aneinander. Ein schwieriges Thema also, das mit viel Kennerschaft und Fingerspitzengefühl in Szene gesetzt werden muss, um eine klischeehafte oder allzu blauäugige Darstellung zu vermeiden. ...mehr

Stress ade: Der dänische Künstler Jeppe Hein hat die zentrale Halle des Kunstmuseums Wolfsburg in einen Wohlfühl- und Entschleunigungsparcours verwandelt. In der labyrinthisch angelegten Ausstellung mit vielen interaktiven Installationen thematisiert er seinen Burnout – er zeigt aber auch dem Betrachter Wege zu mehr innerer Ruhe und Gelassenheit auf

Ganz entspannt im Hier und Jetzt


Jeppe Hein

Er war jung, berühmt, gutaussehend und erfolgreich. Einzelausstellungen in Tokio, Vancouver, Paris, Brüssel und Seattle, dazu noch Gruppenausstellungen und Biennalen in aller Welt, Gastprofessuren, längere Studienaufenthalte im Ausland, Projekte im öffentlichen Raum und zahlreiche andere Verpflichtungen absolvierte er scheinbar spielerisch. Das Jahr 2009 war für den 1974 geborenen dänischen Künstler Jeppe Hein eigentlich überaus erfolgreich. Seine Karriere, die rund zehn Jahre zuvor rasant an Fahrt aufgenommen hatte, war auf ihrem Zenit angelangt. Im Dezember geschah dann aber, was offenbar geschehen musste: Hein erlitt einen schweren Burnout, der ihn dazu zwang, seine bisherige Lebens- und Arbeitspraxis vollkommen in Frage zu stellen und seinen Alltag neu auszurichten. ...mehr

Olafur Eliasson ist mit seinen technisch-künstlerischen Werken zu Gast im barocken Winterpalais in Wien

Wundersame Doppelungen


Seit Ende November begeistert eine große Einzelpräsentation des dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson im Winterpalais des Prinzen Eugen in Wien. Die Kooperation des Belvedere mit der Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, kurz TBA21, und der Juan und Patricia Vergez Collection zeigt Arbeiten des Künstlers aus über zwei Dekaden und erkundet Verwandtschaften zwischen Eliassons Werk und dem prachtvoll ausgestatteten barocken Schauplatz in der Wiener Innenstadt. Unter der gespiegelten Überschrift „Baroque Baroque“ hinterfragt Eliasson in einem Terrain der Verdoppelungen und Paradoxe unsere Sehgewohnheiten ebenso wie vertraut gewordene Raumwahrnehmungen. ...mehr

Das Karlsruher ZKM zeigt im Rahmen der Globale die Ausstellung „Exo-Evolution“, die sich mit Kunst und Naturwissenschaft beschäftigt

Die neuen Werkzeuge der Kunst


In Zeitlupe führt der einarmige, orangefarbene Roboter den Kugelschreiber über die überdimensionierte Leinwand. Für den gesamten Zeitraum der Ausstellung wird er ihn nicht mehr absetzten und auf diese Weise eine beinahe fotorealistische Marslandschaft zeichnen, von der zum jetzigen Zeitpunkt schon ein großer Teil vollendet ist. Die Konstruktion eines so komplexen Werks aus einer einzigen Linie wäre einem Menschen nicht möglich. Der Künstler erweitert hier seine Möglichkeiten, indem er sich ein Werkzeug konstruiert, das Kunst herstellen kann, die mit seinen Händen nicht umsetzbar wäre. Mit ihrer Installation „the big picture“ schaffen Matthias Gommel, Martina Haitz und Jan Zappe von „robotlab“ ein beinahe meditatives und fesselndes Beispiel für die durch das ZKM ausgerufene „Exo-Evolution“. Der Roboter ersetzt den menschlichen Arm und übernimmt das Zeichnen. Auch das Motiv ist der Fotografie eines Marsroboters der NASA entnommen, die nun durch algorithmisch transformierte Bilddaten als endlose Linie eines Kugelschreibers wiedergegeben wird. ...mehr

Kompromisslos und der Wirklichkeit verhaftet. Die Hamburger Kunsthalle zeigt erstmals außerhalb Dänemarks eine große Überblicksschau des genialen und für damalige Verhältnisse weitgereisten dänischen Bilderfinders Christoffer Wilhelm Eckersberg

Kopenhagen, Paris, Rom und retour


Christoffer Wilhelm Eckersberg, Doppelbildnis der Schwestern Bella und Hanna Nathanson, 1820

Mit ihm begann und endete das sogenannte Goldene Zeitalter der dänischen Malerei: Christoffer Wilhelm Eckersberg (1783-1853) repräsentiert wie kein anderer die Blütezeit der dänischen Malerei im 19. Jahrhundert. Seine unverstellten Porträts, realistischen Aktdarstellungen, dramatischen Marinegemälde und Wolkenstudien sowie seine detailgenauen Historien- und Genrebilder basieren auf genauer Kenntnis, Beobachtung und Wiedergabe des jeweiligen Bildgegenstands. Sie gelten als rigide durchkomponiert und bis ins letzte Detail perspektivisch in Szene gesetzt. Dabei verweisen sie stets auf Elemente der sichtbaren Welt. Aber „eine unmittelbare Wiedergabe des Gesehenen sind Eckersbergs Darstellungen keineswegs“, beugt Hubertus Gaßner, der Direktor der Hamburger Kunsthalle, gleich möglichen Missverständnissen vor. ...mehr

Seine frühen Farbaufnahmen von Fast Food, Tankstellen und Straßenkreuzungen haben ihn berühmt gemacht. Dass sich der amerikanische Fotograf Stephen Shore aber bis heute immer wieder neu erfindet, führt jetzt die weltweit erste große Retrospektive in der C/O Berlin Foundation eindrucksvoll vor Augen

Die visuelle Kraft des Banalen


Mit sechs die erste eigene Dunkelkammer. Mit 14 die erste Begegnung mit der Foto-Legende Edward Steichen, der für das Museum of Modern Art (MoMA) gleich drei Fotografien des Teenagers erwirbt. Mit 18 regelmäßiger Besucher und Mitarbeiter in Andy Warhols Factory. Mit 23 die erste Einzelausstellung im Metropolitan Museum, und mit 29 dann die erste große MoMA-Schau. Viel rasanter und erfolgreicher kann eine Fotografenkarriere eigentlich gar nicht verlaufen. Dem 1947 in New York geborenen amerikanischen Fotografen Stephen Shore ist all das gelungen. Darüber hinaus gehört er auch heute noch zu den bekanntesten und gefeiertsten Vertretern seiner Zunft. Ein Pionier, der den etablierten Kanon der Fotografie immens erweitert hat. Eine große Retrospektive seines umfangreichen Gesamtwerks hat er bisher jedoch immer abgelehnt: Zu früh, zu endgültig, was soll danach überhaupt noch kommen? Der C/O Berlin Foundation im Amerikahaus ist es jetzt in Zusammenarbeit mit der spanischen Fundación Mapfre gelungen, Shores Bedenken zu zerstreuen und seine Unterstützung für eine über 300 Werke umfassende Retrospektive zu gewinnen. ...mehr

Mit einer Schau zu Margot Pilz macht das MUSA in Wien auf eine Konzept- und Medienkünstlerin der ersten Stunde aufmerksam

Kunst für Verletzung und Wut


„Der Hausmeister und sein Schatten“ lautet der Titel eine der frühesten Fotografien von Margot Pilz. Die Schwarz-Weiß-Aufnahme zeigt einen Mann, der lässig an der Balustrade eines herrschaftlichen Treppenhauses lehnt und selbstbewusst in die Kamera blickt. Erst auf den zweiten Blick erkennt man eine weitere Person, eine Frau, bekleidet mit weißer Schürze, die schemenhaft hinter ihm steht. Die Langzeitbelichtung entstand 1973 und hängt als einer der ersten „Meilensteine“ in der großen Personale, die das MUSA, die Galerie für zeitgenössische Kunst der Kulturabteilung der Stadt Wien, der Künstlerin anlässlich ihres achtzigsten Geburtstages ausrichtet. ...mehr

Premiere in den Hamburger Deichtorhallen: Erstmals in seiner über 25jährigen Geschichte wirft das Ausstellungshaus einen Blick auf die aktuelle Kunst außereuropäischer Regionen, die in enger Verbindung mit dem Hamburger Hafen stehen

Das Meer als sechster Kontinent


Wer in diesen Tagen am Hamburger Hauptbahnhof ankommt, trifft auf Teeküchen, Essensausgaben und provisorische Zelte, in denen Menschen, die ihre angestammte Heimat verlassen mussten, zumindest notdürftig versorgt werden. An den Stadträndern entstehen Massenunterkünfte, häufig in Form schlecht beheizter Zeltlager, die mit bis zu 3.000 Menschen vollkommen überbelegt sind. Viele der Neuankömmlinge haben auf ihrer Odyssee zumindest ein Meer überwunden. Sei es das Meer zwischen Nordafrika und Süditalien oder die griechische Ägäis. ...mehr

Laut, ungeniert und antiprofessionell: Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe begibt sich mit der Ausstellung „Geniale Dilletanten“ in die Subkultur der 1980er Jahre in Deutschland

Im Wahnzimmer der Subkultur


„Die Tödliche Doris“ in Form allegorischer Gestalten auf dem Festival „Genialer Dilletanten“, Westberlin, 1981

Avanti, Dilettanti! Analog, genreübergreifend, laut und unhierarchisch kommt die Ausstellung „Geniale Dilletanten. Subkultur der 1980er-Jahre in Deutschland“ in Hamburg daher. Erarbeitet von der Abteilung Bildende Kunst des Goethe-Instituts, reist die abwechslungsreiche Schau mit über 250 Exponaten, darunter Gemälden, Fotografien, Designobjekten, musikalischen Hörproben, Magazinen, Konzertmitschnitten bis hin zu Plattenhüllen und Musikkassetten, um die ganze Welt. Zwischendurch macht sie jetzt auch im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe Station. Wie schon an den anderen Ausstellungsorten, etwa in Melbourne, Minsk und München, wird auch hier ein besonderer Schwerpunkt auf die musikalische und künstlerische Untergrundszene direkt vor Ort gelegt, werden Verbindungen aufgezeigt und lokale Besonderheiten herausgearbeitet. ...mehr

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