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Leda mit dem Schwan / Eduard Veith

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Sitzende Bäuerin mit Kind, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Das Atelier im Fokus der eigenen Kunst: Adolph von Menzel und Lois Renner in der Hamburger Kunsthalle

Der heilige Ort als Modellanordnung


Kunst entsteht im Atelier. Und wie jeden anderen Ort der kulturellen Produktion, sei es das Komponistenzimmer oder die Dichterklause, umgibt auch das Künstleratelier eine Aura des Genialen. Das Atelier wird gern als mythischer, fast schon erotischer Ort der künstlerischen Schöpfung glorifiziert, als Wiege der Kreativität überhöht: Hier küssten ihn die Musen, hier posierten seine Modelle, hier traf er sich mit Käufern, Gönnern und Künstlerkollegen, leerte so manche Flasche Wein und schmauchte so manche Zigarre. Hier genoss der Künstler seine größten Triumphe und hier durchlitt er Momente größter Einsamkeit. ...mehr

Münchener Architekturmuseum ehrt den deutschen Architekten Sep Ruf zum 100sten Geburtstag

Bauten ohne Sturz und Schwelle


Der erste große Wurf gelingt dem gerade examinierten Architekten Sep Ruf im Alter von 23 Jahren. Das 1931 geplante Privathaus für Karl Schwend in München setzt sich als weißer Kubus mit Flachdach deutlich von der üblichen lokalen Wohnarchitektur ab. Aufgeschlitzte Wandscheiben samt vertikaler Fensterbahn werden harmonisch verschmolzen mit traditionellen Elementen wie sichtbaren Balkenköpfen und einer handwerklich ausgearbeiteten Rundbogentür aus Holz. Statt Gegensätzlichkeiten bietet sich eine Moderne mit Tradition, ein Dialog, der zwei Strömungen zu etwas eigenständigem Neuen zusammenführt. Diese Haltung des Ausgleichs prägt Rufs Architektur zeitlebens. Wie kaum ein zweiter deutscher Nachkriegsbaumeister exerziert er die kreative Auseinandersetzung mit dem spezifischen Ort und greift dabei prinzipiell auf das Neue Bauen der Weimarer Republik zurück. Bei fehlendem historischem Umfeld entfalten seine Bauten hingegen eine radikale Offenheit und Transparenz. ...mehr

Fernand Léger in der Fondation Beyeler

Farbig gebaute Bildmaschinen


In einem 1951 entstandenen Ölgemälde deutet Fernand Léger Figuren, Rad und Landschaft nur mittels schwarzer Linien an. Sie werden zudem von vier trapezförmigen, auf der Spitze stehenden Farbfeldern in Blau, Schwarz, Rot und Grün überlagert. Gleich nebenan hängt „Blue Black Red Green“ von Ellsworth Kelly aus dem Jahr 2000, vier große monochrome Ölbildtafeln von insgesamt über zwölf Metern Breite, die genau jene Farbflächen herauslösen, mit denen Léger seine Linien überlagert. Diese Einstimmung im Ausstellungsfoyer der Fondation Beyeler veranschaulicht die nachhaltige Kraft Légers als einem der bedeutendsten französischen Maler der Moderne. Die konzentrierte Retrospektive des Riehener Museums besteht somit auch aus viel mehr als einer beschaulichen Chronologie von Légers Werkschaffen. Kurator Philippe Büttner versteht es in seiner exzellenten Inszenierung der insgesamt 135 Exponate meisterlich, eine einsichts- wie erkenntnisreiche Schau von hohem visuellem und wissenschaftlichem Ertrag zu komponieren. Neben rund achtzig hochkarätigen Gemälden Légers führen auf dem Parcours Hauptwerke von Jasper Johns, Frank Stella, Kenneth Noland, Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg, Andy Warhol und anderen über gezielte Korrespondenzen die Wirkungsgeschichte eines Klassikers der Moderne vor. ...mehr

Tobias Rehberger in Köln

Frühling im Museum Ludwig


Mal sind es echte, mal Papier- und mal Plastikblumen, die auf weißen Podesten unter einem futuristischen, blaugrünen Dach aus Plexiglas stehen, große und kleine Luftschlagen hängen von der Decke, leere Designerstühle warten darauf, aus ihrer Nichtnutzung erweckt zu werden, Fernseher spulen Filme von Männern und Frauen ab, die sich schlagen und um den Hals fallen – was der Besucher der Ausstellung „Tobias Rehberger. Die Das-Kein-Henne-Ei-Problem-Wandmalerei“ im Museum Ludwig Köln abschreitet, ist ein siebzig Meter langer bunter, manchmal schriller, spielerisch-witziger Parcours aus 25 Kunstwerken voller unterschiedlicher Motive. Wie an einer Perlenkette reiht sich in der Mitte des langen, schlauchartigen Saales ein Defilee an Ideen aneinander, die irgendwo zwischen Kunst und Design, Nonsenses und Tiefsinn vagieren. „I lost 4 kilos in 5 weeks“ sagt die Flasche. Es könnte auch eine Vase sein. Jedenfalls antwortet die Ente – oder Gans? –: „I lost 5 kilos in 4 weeks“. ...mehr

Schloss Arenenberg feiert den 200sten Geburtstag von Napoleon III. mit einer opulenten Ausstellung im elterlichen Schloss

Kaiserresidenz und Arkadien am Bodensee


Emile-Henri Brunner-Lacoste, Ansicht von Schloss Arenenberg, 1859

Der Ort gehört zu den herrlichsten im gesamten Bodenseeraum. Nordwestlich von Konstanz thront einhundert Meter über dem See auf einem Felssporn Schloss Arenenberg inmitten eines Glückseligkeit versprühenden Landschaftsgartens. Traumhaft gestaltet sich der Ausblick auf die Insel Reichenau und den Hegau. Schon immer zog die Gegend um Salenstein Prominenz an. Früher waren es vermögende Adelige wie die Bonapartes. Heute residieren Operndiva Anneliese Rothenberger oder Schauspielerin Ruth Maria Kubitschek nur einen Steinwurf entfernt. ...mehr

Extremes Sehen und neue Perspektiven: Der Berliner Martin-Gropius-Bau zeigt einen umfassenden Überblick über das fotografische Werk des Russen Alexander Rodtschenko

Bilder für eine neue Zeit


Das traditionelle Fotografieren war seine Sache nicht. Der russische Maler, Grafiker und Fotograf Alexander Rodtschenko (1891-1956) liebte schräge Perspektiven, extreme Auf- und Untersichten, dramatisch eingesetzte Diagonalen und ungewohnte Ausschnitte. Im Moskau der 1920er Jahren prägte er mit seiner Art die Fotografie. Der revolutionär eingestellte Künstler misstraute plötzlich der Malerei, malte ein letztes programmatisches Bild und distanzierte sich öffentlich vom klassischen Tafelbild. „Ich will ein paar unglaubliche Aufnahmen vom Leben machen, die niemals zuvor gemacht wurden“, notierte er in sein Tagebuch. 1924 legte er den Pinsel beiseite, kaufte sich gleich zwei neue Kameras und wandte sich ganz der Fotografie zu. ...mehr

Der späte Ruhm einer zu Unrecht noch wenig bekannten Fotolegende: Das Kunstmuseum Wolfsburg entdeckt das Werk des Fotografen Heinrich Heidersberger

Die Moderne im Sucher


Ein Kraftwerk gilt gemeinhin als hässlich und monströs: ein notwendiges Übel, dessen Silhouette schon rein optisch die Landschaft verschandelt und dessen schweflige Ausdünstungen nicht unwesentlich zu Waldsterben und Klimawandel beitragen. Kann man so etwas überhaupt in ästhetisch ansprechender Form fotografieren? Man kann! Das beweisen zumindest die Aufnahmen des Fotografen Heinrich Heidersberger. Seine 1971 entstandene Schwarz-Weiß-Fotografie „Kraftwerk“ zeigt die werkseigene Energiezentrale des Wolfsburger Volkswagen-Werkes in nahezu hyperästhetischer Eleganz. Gestochen scharfe Linien und Konturen kontrastieren auf dieser brillanten Aufnahme mit der extrem in die Länge gezogenen weißen Rauchfahne aus einem der beiden mächtigen Schornsteine. Das Ergebnis: eine Art magischer Realismus, der die gewohnte Wahrnehmung mit einer traumartig-surrealen Anmutung auflädt und so eine dritte Realitätsebene entstehen lässt. Heidersbergers Aufnahmestandort befand sich am gegenüberliegenden Ufer des Mittellandkanals, so konnte er als zusätzliches Stilelement auch noch die Spiegelung auf der künstlichen Wasserstraße, eine der Lebensadern der Industriestadt im niedersächsischen Flachland, ins Spiel bringen. ...mehr

Dada, Surreales und immer wieder die Fotografie: Eine Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau widmet sich dem Werk von Man Ray und zeigt erstmals persönliche Gegenstände und Dokumente aus seinem Nachlass

Ein Amerikaner in Paris


Auf seinem Grabstein auf dem Cimetière du Montparnasse steht die Inschrift: „unconcerned, but not indifferent“. Und genau so ist jetzt auch eine Man Ray-Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau betitelt: „Unbekümmert, aber nicht gleichgültig“. Grundlage der Schau ist die Sammlung des Man Ray Trusts aus Long Island, New York. Nach Man Rays Tod 1976 rief seine Witwe Juliet diesen Trust zur Bewahrung seines Nachlasses ins Leben. Über 2.000 Werke Man Rays sind dort bisher erforscht und katalogisiert. Die Sammlung umfasst Kunstwerke, Objekte, persönliche Gegenstände und zahlreiche Dokumente des Dada-Pioniers und Surrealisten. Im Martin-Gropius-Bau werden nun über 300 Exponate gezeigt. ...mehr

In St. Georgen im Schwarzwald zeigt die Sammlerfamilie Grässlin Martin Kippenberger satt – eine Liebeserklärung seiner zweiten Heimat an den 1997 verstorbenen Totalkünstler

Komm doch – mit auf den Kippenberg!


Martin Kippenberger, Jetzt geh ich in den Birkenwald, denn meine Pillen wirken bald, 1990

Den Künstler Martin Kippenberger (1953-1997) verband viel mit dem kleinen Schwarzwaldstädtchen St. Georgen. Hier lebt die Sammlerfamilie Grässlin, die den rastlosen Individualisten einst wie ein Familienmitglied aufnahm, ihm Werke abkaufte, ihn bekochte, ihn zu neuen Arbeiten animierte und ihm jenseits der Metropolen eine zweite, wesentlich gemächlichere Wahlheimat bot. Von 1980 bis 1981 und von 1991 bis 1994 lebte Kippenberger hier, fernab von Kreuzberger Absturzkneipen, gedanklich und räumlich weit entfernt von Vernissagen und Künstlerpartys irgendwo auf der Welt. Wohl kaum jemand anderes als die vier Geschwister Grässlin und Mutter Anna haben einen so direkten Zugang zu seinem manchmal sperrigen, ironischen und alltagsphilosophischen Werk gefunden. ...mehr

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