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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Die Pinakothek der Moderne in München widmet sich dem Bild des Weiblichen in den neuen Medien

Bilder von Frauen, mit Frauen, über Frauen


Na, wer sagt es denn: Frauen kreieren eine Persiflage, indem sie in die aufgedunsene Maskerade einer Raubkatze schlüpfen. Gleich zwei Mal tauchen Fotografien auf, die Frauen im Gewand ihres Symboltieres zeigen. Doch diese Sichtweise erweist sich als janusköpfig. Als Unheil bringende Hexe ist die Frau im Volksglauben wie in der Kunst seit Jahrhunderten ebenso verankert wie als schützende Mutter. Doch aus dem Polaroid von Birgit Jürgenssen schaut ein katzenartiges Wesen mit überdimensioniert großen, starrenden Augen im menschlich anmutenden Gesichtsfeld. Die Künstlerin fokussiert 1979 anhand ihres verkleideten, fragmentierten Körpers die Versehrtheit des Weiblichen an sich. ...mehr

Die Ausstellung „Traumfrauen“ im Hamburger Haus der Photographie will mit konventionellen Schönheitsidealen brechen – und fällt doch darauf rein

Genormte Schönheit


Den Anfang machen Louise Bourgeois und Amy Winehouse. Beide tragen eine hoch aufgetürmte Bienenkorbfrisur. Beide blicken den Betrachter offensiv aus weit geöffneten Augen an. Und dennoch verstecken sie sich. Die bald 97jährige in New York lebende Bildhauerin und Malerin hinter einem offenbar noch unfertigen Knabenkopf aus Gips. Und die für ihre Drogen- und Alkoholexzesse berühmt-berüchtigte 25jährige R&B-Sängerin hinter ihrem medialen Image als Grammy-überhäufter britischer Jungstar mit engen Korsagen und offen zur Schau gestellten Fünfziger-Jahre-Tätowierungen. Beide Fotografien stammen von dem 1968 in Dänemark geborenen und heute in New York lebenden Fotografen Marc Hom. Und beide sind jetzt Teil der Ausstellung „Traumfrauen - 50 Starfotografen zeigen ihre Vision von Schönheit“ im Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen. ...mehr

Zur Hundertjahrfeier zeigt die Dublin City Gallery die bedeutendsten Exponate der Sammlung ihres Gründers Sir Hugh Lane, darunter erstmals seit 1913 wieder seine komplette Impressionisten-Sammlung

Wiedervereinigung der Bilder


in der Ausstellung „Hugh Lane 100 Years“

Vor 100 Jahren, am 20. Januar 1908, öffnete in Dublin die nach eigenen Angaben erste öffentliche Galerie der Welt für moderne Kunst. Ihr Gründer, Sir Hugh Lane, hatte unter anderem Meisterwerke von Degas, Manet, Claude Monet, Camille Pissarro, Renoir und Vuillard gesammelt. Eine Ausstellung zum Jubiläum führt die 39 impressionistischen Gemälde nun zum ersten Mal wieder zusammen. Die Gründung der Galerie ist in unmittelbarem Zusammenhang mit der Bewegung des „celtic revival“ in Irland zu sehen. Im Bemühen, die nationale Kultur der Iren wiederzuentdecken, gründete William Butler Yeats 1904 das „Abbey Theatre“. Dessen erste Direktorin war Augusta Lady Gregory, die Tante Hugh Lanes. Der Londoner Kunsthändler irischer Herkunft sammelte für sein Projekt über 300 Werke und animierte die besten irischen Maler seiner Zeit, für die zu gründende Nationalgalerie ein Hauptwerk zu schenken. Er selbst steuerte unter anderem Bilder aus Kontinentaleuropa bei, so „La Musique aux Tuileries“ von Edouard Manet, „Sur la Plage“ von Edgar Degas, „Les Parapluies“ von Pierre-Auguste Renoir oder „La Cheminée“ von Edouard Vuillard. ...mehr

Die Ausstellung „Die Tropen“ im Berliner Martin-Gropius-Bau zeigt alte und neue Kunst von der Mitte der Weltkugel

Zwischen Paradies und Hölle


Google ist dumm. Gibt man die Begriffe „Berlin“ und „Tropen“ ein, so landet man zunächst auf der Seite des Wellness-Paradieses „Tropical Islands“, rund 60 Kilometer südlich von Berlin im brandenburgischen Krausnick und nicht etwa auf der Website des Martin-Gropius-Baus. Dort aber entwirft zur Zeit die Ausstellung „Die Tropen. Ansichten von der Mitte der Weltkugel“ mit fast 800 Exponaten ein weitaus differenzierteres Tropenbild, als es die klischeeverliebten Strategen der Freizeit-, Unterhaltungs- und Werbeindustrie gerne tun. Ob Fa-Duschgel-Werbung mit einer schönen Frau unterm Wasserfall, die Bounty-Insel, Unterhaltungsserien wie „Traumschiff“ oder „Klinik unter Palmen“ oder eben Tropeninseln aus der Retorte – stets werden banale Heile-Welt-Vorstellungen bemüht, wenn es um den rund 5000 Kilometer breiten, feuchtwarmen Klimagürtel rund um den Äquator geht. ...mehr

Masken, Wunderkammern und Architekturkritik: Die Documenta-Teilnehmerin Mariella Mosler lotet im Ernst Barlach Haus in Hamburg die Balance zwischen Ordnungsgefügen und irrationalen Einbrüchen aus

Die Paradoxie der Dinge


Im atriumartigen Innenhof des Ernst Barlach Hauses in Hamburg liegt eine halbe Tonne Liebesperlen. Die Hamburger Künstlerin Mariella Mosler benutzt die bonbonfarbenen Zuckerkügelchen als Rohstoff für ihre Arbeit „Hundreds and Thousands“. Die kleinen Perlen bilden ein fein abgezirkeltes, ornamentales Muster wie auf einem Teppich. Weiße Rasterlinien strukturieren die Bodenarbeit, die gesprenkelten Farbflächen dazwischen wirken wie Aufnahmen einer militärischen Wärmebildkamera. Klare, rationale Gliederungen und deren überraschende Durchbrechung. Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich das Werk der 1962 in Oldenburg geborenen Mariella Mosler. Einem breiteren Publikum bekannt geworden ist sie bereits 1997: Damals nahm sie an der Documenta X teil und realisierte dort im Zwehrenturm des Museums Fridericianum ein Bodenornament aus Quarzsand. ...mehr

Berlinische Galerie widmet sich der einst hochgeschätzten und heute vergessenen Berliner Fotografin Frieda Riess

Bildniskunst zwischen Tradition und Moderne


Die Ausstellung ließ aufhorchen. Alfred Flechtheim, der einflussreiche Berliner Sammler und Händler Moderner Kunst bittet 1925 die Fotografin Frieda Riess um eine Präsentation ihrer Arbeiten. Der tonangebende unter den Galeristen vertritt die Ansicht, dass „Die Riess“, wie sie genannt wurde, „mit Objektiv und Gummiball Kunst macht“. Fotografie als Kunst – das mag für die damalige Zeit überraschen. Die Schau mit 177 Porträts steigert die ohnehin schon große Wertschätzung der Riess noch weiter. Zwischen 1926 und 1930 stellt sie dann regelmäßig eigene Fotoarbeiten in ihrem Salon aus, der bei den Eröffnungen zu einem exklusiven Treffpunkt wird. Auch ihre legendären „Einladungen zum Tee“ ins Studio brachten einen internationalen Gästekreis zum schwärmen und empfahlen sie weit überkontinental in gehobenen gesellschaftlichen Zirkeln. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten hörte dieses schillernde Leben schnell auf, und Frieda Riess geriet in Vergessenheit. Wer sie war und was sie schuf, darauf machen erstmals seit rund achtzig Jahren wieder das „Verborgene Museum“, eine kleine Berliner Einrichtung voller Ambitionen, wenn es um die Präsentation zu Unrecht vergessener Künstlerinnen geht, und die Berlinischen Galerie jetzt in einer Retrospektive aufmerksam. ...mehr

Eine kleine Jubiläumsausstellung widmet sich der Murnauer Künstlerkolonie um Gabriele Münter und Wassily Kandinsky vor hundert Jahren

Eine Frage des Ortes


Voll ist es an den Wochenenden dieses Spätsommers im oberbayerischen Murnau, Dutzende Menschen drängen sich in den kleinen Räumen des Schlossmuseums. Hinaus in die Sommerfrische heißt das Motto der Münchner Großstädter, an den Staffelsee zum Baden, zum Bergegenießen, zum Entspannen sagen sich die Radler, die Eisenbahner, die Ausflügler aus vielen Teilen des Landes, und wie wär’s nicht mit ein bisschen Kultur? Also in den einstigen Ettaler Amtssitz, wo sich doch heute dieses hübsche Museum befindet mit den Bildern von Münter, Kandinsky und den anderen „Blauen Reitern“. Expressionismus geht immer, das ist nicht zu altbacken-konservativer Bildungskram, aber auch nicht zu modern, dass man sich die Blöße geben müsste, es nicht zu verstehen. Murnau, ein Ort des Tourismus, eine kleine Kunstmetropole, in der Mensch und Muse sich treffen zu trauter Gemeinsamkeit. Wie vor hundert Jahren. ...mehr

Alles Pose, oder was? Die Lübecker Overbeck-Gesellschaft zeigt Roni Horns 100teilige Fotoserie „Portrait of an Image“ mit Aufnahmen der französischen Kultschauspielerin Isabelle Huppert

Die 100 Gesichter einer Ikone


Ihr blasses Gesicht mit Sommersprossen ist aus über 100 Kinofilmen und Fernsehproduktionen bekannt: Isabelle Huppert, Jahrgang 1953, verkörpert Frauencharaktere zwischen Kontrolliertheit und Paranoia, Dominanz und Unterwerfung, bürgerlicher Fassade und heimlich ausgelebter Perversion. Das Kinopublikum kennt sie als „Kameliendame“ und „Spitzenklöpplerin“, als tragische „Madame Bovary“ und als gnadenlose Richterin in „Geheime Staatsaffären“. Als altjüngferlich-gestrenge „Klavierspielerin“ mit voyeuristischen Neigungen brillierte sie in Michael Hanekes Verfilmung von Elfriede Jelineks gleichnamigem Roman. Und bei Altmeister Claude Chabrol, als dessen Muse sie gilt, gehört sie selbstverständlich zum Stammpersonal seiner psychologisierenden Kammerspiele im bourgeoisen Milieu. ...mehr

Kunsthalle Recklinghausen erinnert an die Künstlergruppe „junger westen“

Aufbruch auf regionalem Fundament


Vor rund sechs Jahrzehnten eröffneten sich neue ungeahnte Aussichten für die Kunst. Die Zeit der Zwänge, Bevormundung, Verfolgung war nach dem Ende des nationalsozialistischen Desasters gottlob vorbei, Freiheit und Austausch fassten wieder Fuß. Doch in der kargen Nachkriegsperiode interessierten zunächst dringlichere Bedürfnisse als Kunst und Kultur. Während dieser Spanne ließ sich im Kunstsektor gemeinschaftlich mehr erreichen als Einzelkämpfer in einer unsicheren singulären Position. So nimmt es nicht Wunder, dass sich in vielen Regionen nach 1945 Künstlergruppen zusammenfanden, die mit ihren Werken überaus maßgeblich den künstlerischen Aufbruch in Deutschland prägten. Noch heute sind Vereinigungen wie ZEN aus München, Quadriga aus Frankfurt am Main, Gruppe 53 aus Düsseldorf oder die 1948 in Amsterdam länderübergreifend ins Leben gerufene Gruppe COBRA im Bewusstsein verankert. In deren Schatten steht leider die Recklinghausener Künstlergruppe „junger westen“. Woher diese Unangemessenheit rührt, kann nur dezent vermutet werden: in der dezidierten Auseinandersetzung mit ihren regionalen Wurzeln in einer Gegend, die eher mit ökonomischen als mit kulturellen Aspekten in Verbindung gebracht wird. ...mehr

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