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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Wien im fußballbezogenen Ausstellungsfieber

Kunstzone für das runde Leder


„Wien ist anders“ lautet der Slogan, mit dem die österreichische Hauptstadt ihre Besucher bereits bei der Einfahrt in die Innenstadt auf zahlreichen Tafeln begrüßt. Gemäß diesem Motto bietet die Metropole ihren Gästen anlässlich der Fußballeuropameisterschaft 2008 neben sechs Spielen und Fanzonen im Herzen Wiens und im Prater auch an spielfreien Tagen jede Menge Unterhaltung. Mit der Gewissheit, dass sich während des Fußballwonnemonats sowieso kaum ein Tourist, der am runden Leder keinerlei Interesse hat, nach Wien verirrt, haben sich zahlreiche Kulturinstitute auf entsprechendes Klientel eingestellt. ...mehr

Black Power: Die Kestnergesellschaft Hannover präsentiert 21 zeitgenössische Maler, die mit der Farbe Schwarz arbeiten

Fürsten der Finsternis


Schwarz hat etwas Magisches. Es gilt als die Farbe der Nacht, der Finsternis, der Weltverachtung und des Todes. Priester und Mönche tragen es, die Pariser Existenzialisten trugen es sowieso, und das „Kleine Schwarze“ gilt bis heute als Paradebeispiel klassisch-weiblicher Eleganz. Unzählige Konnotationen in den unterschiedlichsten Kulturen machen Schwarz zu einer emotional und symbolisch aufgeladenen Farbe. Von jeher war das Malen mit Schwarz eine große Herausforderung für Künstler. Am vermeintlichen Endpunkt der Malerei angelangt, zogen avantgardistische Maler sich ganz auf das Schwarz zurück. Berühmtestes Beispiel hierfür ist Kasimir Malewitschs „Schwarzes Quadrat auf weißem Grund“ von 1915. Nach 1945 machten dann insbesondere amerikanische Maler wie Frank Stella, Mark Rothko oder Robert Rauschenberg die Farbe Schwarz wieder salonfähig. ...mehr

Dandys und Stahlmagnaten, feine Ladies und jugendliche Kronprinzen: Das Bucerius Kunst Forum in Hamburg zeigt Porträts aus dem Gilded Age, der Gründerzeit der Vereinigten Staaten

Die oberen Zehntausend


Théobald Chartran, James Hazen Hyde, 1901

James Hazen Hyde verkörpert fast schon prototypisch die jüngere Generation des amerikanischen Geldadels des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. In selbstbewusster, aufrechter Haltung blickt er den Betrachter direkt und musternd an. Er trägt ein hoch geschlossenes, weißes Hemd mit Fliege, eine braune Weste und einen körperbetont geschnittenen, grauen Anzug mit Einstecktuch. Sein dunkles Haar ist elegant nach hinten gekämmt und der Bart kurz gestutzt. Auf dem 1901 entstandenen Gemälde des französischen Porträtisten Théobald Chartran jedoch sind auch dezente Hinweise versteckt, die auf den verschwenderischen und letztlich unsoliden Lebenswandel des dandyhaften Erben der Equitable Life Assurance Society schließen lassen: Die gespreizten Finger und den kleinen Ring am kleinen Finger hat sich der Maler einem Porträt des italienischen Manierismus abgeschaut. ...mehr

Drei Kölner „Progressive“ im Museum Ludwig vereint

Politische Sicht und künstlerische Dimension


Heinrich Hoerle, Kölner Zeitgenossen, 1932

Eine Fülle von Künstlergruppen durchzieht die Kunstgeschichte. Viele von ihnen konnten sich aus verschiedenen Gründen nur in einem geografisch begrenzten Wirkungskreis entfalten. Entsprechend bescheiden nimmt sich heute die überregionale Reputation aus. Dass diese Begebenheit jedoch keinesfalls gleichzusetzen ist mit einer Präjudiz für bescheidenere Befähigung oder Innovation, dafür geben die Werke der Kölner Progressiven eine sprichwörtlich leuchtende Darlegung. Das Kölner Museum Ludwig ruft mit einer sinnlichen Ausstellung die enorme künstlerische Kraftentfaltung der Zwischenkriegszeit vor Ort in Erinnerung. Vorgestellt werden mit 138 Ölgemälden, Linol- und Holzschnitten, Druckstöcken, Zeichnungen und Aquarellen die drei führenden Mitglieder der „Gruppe progressiver Künstler“, bezeichnet auch als „kölner progressive“: Franz Wilhelm Seiwert (1894-1933), Heinrich Hoerle (1895-1936) und Gerd Arntz (1900-1988). ...mehr

Geschlechterfragen und Identitätskonstruktionen im Wiener Museum auf Abruf

Irritierende Kunstgeschichte


Andy Warhol antwortete auf die Frage nach der Definition von Kunst: „Art? Isn’t that a man’s name?“ Mit seiner ironischen Gegenfrage verwies der amerikanische Pop Art-Klassiker auf ein kunsthistorisches Phänomen. Denn Begriffe wie Künstler, Genie und Kreativität sind geschlechtsspezifisch und in ihrer Grundbedeutung männlich konnotiert. Ausstellungen, die dazu anregen, Geschlechterfragen in vielfältiger Weise zu überdenken, haben in den vergangenen Jahren immer wieder dazu beigetragen, fest verankerte Zuschreibungen, wie beispielsweise das Geniale als vorherrschende künstlerische Ausdrucksform, die allein Männern vorbehalten bleibt, ins Wanken zu bringen. Im Übrigen wird die vielgesichtige Thematik der Geschlechterfrage längst nicht mehr allein von Künstlerinnen diskutiert. Derzeit bildet die Strukturierung von Kunst durch die Geschlechterdifferenz aus der Sicht von Künstlerinnen und ihren männlichen Kollegen den Ausgangspunkt für eine sehenswerte Ausstellung, die noch bis zum 7. Juni im Wiener Museum auf Abruf zu sehen ist. ...mehr

Hans Meid im Stadtmuseum Berlin

Gefällige Moderne


Groß sind die Namen, die einem aus den Begleittexten ständig entgegenschallen: Lovis Corinth, Paul Cassirer, Max Reinhardt oder Käthe Kollwitz zählen dazu – mit allen hatte Hans Meid seinerzeit zu tun. Eine enge Freundschaft verband ihn mit Max Beckmann, so dass sie gegenseitig die Patenschaft ihrer Söhne übernahmen. Meid war mit Grafiken an einer Publikation Cassirers beteiligt, er wurde im Ersten Weltkrieg durch Einflussnahme Max Liebermanns von der Front in die Kartographie versetzt, war zudem Mitglied der Berliner Secession, er arbeitete mit Max Reinhardt zusammen und beerbte schließlich Käthe Kollwitz um ihren Lehrstuhl an der Preußischen Akademie, den sie allerdings 1933 durch ihren Protest gegen die Nationalsozialisten verloren hatte. Meid hingegen behielt ihn bis zur Flucht aus Berlin 1943. ...mehr

Das Kunstmuseum Basel ruft Chaim Soutine in Erinnerung

Ausdrucksstarke Malerei jenseits des Mainstreams


Die Kunstgeschichte endet keineswegs jenseits jener künstlerischen Positionen, die den Hauptentwicklungsstrang mit innovativen und originellen Ideen vorantreiben. Ihm beiseite stehen kaum minder eigenschöpferische Solitäre, die mit außergewöhnlichen individuellen Akzenten oft das „Salz in der Suppe“ bilden. Zur letztgenannten Gruppe gehört auch Chaïm Soutine. Seine Motive – ausschließlich Landschaften, Porträts und Stillleben – entsprechen einerseits den klassisch-traditionellen und damit kunsthistorisch sanktionierten Gattungen der Malerei und zeichnen sich andererseits durch eine ganz eigene, unverwechselbare Formensprache aus, die nur schwer in den Zusammenhang jener sogenannten „Kunstentwicklung“ einzuordnen ist. ...mehr

Sloweniens Architektur im Wiener Ringturm

Selbstbewusstsein einer kleinen Nation


Vier Jahre nach dem Beitritt Sloweniens zur Europäischen Union und rechtzeitig zu dessen EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2008 widmet die Reihe „Architektur im Ringturm“ der Wiener Städtischen Versicherung dem kleinen südlichen Nachbarn eine beachtenswerte Ausstellung. Der Initiative des Ringturm-Kurators Adolph Stiller ist es zu verdanken, dass in Wien eine kompakte Schau zur Architektur Sloweniens präsentiert wird. „Meister und Szene“ lautet der Untertitel der breiten Auswahl architektonischer Positionen aus dem 20sten Jahrhundert, die nicht allein die bislang wenig bekannte und überraschend breite Szene des architektonischen Schaffens in Slowenien demonstriert, sondern mit einem thematischen Schwerpunkt auf Edvard Ravnikar, einen Architekten ins Blickfeld rückt, der das Gesicht des Landes entscheidend geprägt hat. ...mehr

Vibrierende Farbflächen und düster-melancholische Todessehnsüchte: Die große Mark Rothko-Retrospektive in der Hamburger Kunsthalle versammelt mehr als 100 Arbeiten des amerikanischen Ausnahmemalers - vielleicht zum letzten Mal in dieser Fülle

Tragik, Ekstase und Untergang


Genau ein Jahr ist es jetzt her, da sauste bei Sotheby’s in New York der Auktionshammer zum dritten Mal nieder und ein Gemälde des amerikanischen Malers Mark Rothko wechselte zum neuen Rekordpreis von 65 Millionen US-Dollar seinen Besitzer. Wem das Bild heute gehört, darüber rätselt seitdem die Kunstwelt. Der neue Eigentümer jedenfalls soll seine Erwerbung bisher noch nicht abgeholt haben. Wem das Bild zuvor gehörte, aber ist bekannt: dem Milliardär David Rockefeller. Der hatte das 1950 entstandene Gemälde „White Center“ in den 1960er Jahren für 10.000 US-Dollar erstanden und konnte der Versuchung offenbar nicht widerstehen, es nun mit kräftigem Gewinn zu verkaufen. Dieser kleine Exkurs in die Höhen und Tiefen des Kunstmarkts macht deutlich, warum Ausstellungen wie die große Mark Rothko-Retrospektive in der Hamburger Kunsthalle, die an diesem Wochenende beginnt, in Zukunft wohl kaum noch zu realisieren sein werden. Zu hoch sind mittlerweile die Versicherungskosten, zu gering die Bereitschaft einer neuen Spezies von Kunstspekulanten, die ihr Vermögen mit Hedgefonds oder anderen riskanten Börsengeschäften gemacht hat, ihre Schätze der Öffentlichkeit zu präsentieren. ...mehr

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