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Leda mit dem Schwan / Eduard Veith

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Sitzende Bäuerin mit Kind, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Zumutung oder genialer Coup? Im Frankfurter Museum für Moderne Kunst vermixt der japanische Superstar Takashi Murakami Kunst, Kommerz und Copyright

Alles so schön bunt hier


Bereits in New York war der Kai Kai Kiki-Shop die eigentliche Attraktion der Ausstellung. Als der japanische Starkünstler Takashi Murakami, 46, im Frühjahr im Brooklyn Museum einen Souvenirshop in seine Ausstellung integrierte, war dieser nach nur einer Stunde ausverkauft. Vom Ansteckbutton bis zum signierten Editionsdruck wurden Merchandiseartikel aller Art verkauft: Plüschtiere und Postkarten, Tassen und Schmuck, bunte T-Shirts und sündhaft teure Louis Vuitton-Handtaschen. Ist er nun Künstler oder Kaufmann? „Japaner“, sagt Murakami rechtfertigend, „lieben meine Kunst. Aber die meisten können sie sich nicht leisten. Deshalb biete ich auch Merchandiseprodukte an. 200 oder 300 Dollar sind doch für jeden okay.“ ...mehr

Constantin Luser im Augarten Contemporary in Wien

Handlungswolken und Blechblasosaurus


Ein Saurier steht seit kurzem in der Ausstellungshalle der Belvedere-Außenstelle Augarten Contemporary – keine Leihgabe aus dem Naturhistorischen Museum, sondern eine dreidimensionale Klangskulptur von Constantin Luser. Als „Sensationsfund aus der Steiermark“ bezeichnet der Grazer Künstler seine Erfindung. Der einem Dinosaurier nachempfundene, fast zehn Meter lange „Vibrosaurus“ ist Mittelpunkt einer Personale, die den 1976 geborenen Luser als den neuen „BC 21“-Preisträger, den Träger des mit 20.000 Euro dotierten „Boston Consulting & Belvedere Contemporary Art Award“ für junge österreichische Kunst, würdigt. ...mehr

Die Pinakothek der Moderne in München widmet sich dem Bild des Weiblichen in den neuen Medien

Bilder von Frauen, mit Frauen, über Frauen


Na, wer sagt es denn: Frauen kreieren eine Persiflage, indem sie in die aufgedunsene Maskerade einer Raubkatze schlüpfen. Gleich zwei Mal tauchen Fotografien auf, die Frauen im Gewand ihres Symboltieres zeigen. Doch diese Sichtweise erweist sich als janusköpfig. Als Unheil bringende Hexe ist die Frau im Volksglauben wie in der Kunst seit Jahrhunderten ebenso verankert wie als schützende Mutter. Doch aus dem Polaroid von Birgit Jürgenssen schaut ein katzenartiges Wesen mit überdimensioniert großen, starrenden Augen im menschlich anmutenden Gesichtsfeld. Die Künstlerin fokussiert 1979 anhand ihres verkleideten, fragmentierten Körpers die Versehrtheit des Weiblichen an sich. ...mehr

Die Ausstellung „Traumfrauen“ im Hamburger Haus der Photographie will mit konventionellen Schönheitsidealen brechen – und fällt doch darauf rein

Genormte Schönheit


Den Anfang machen Louise Bourgeois und Amy Winehouse. Beide tragen eine hoch aufgetürmte Bienenkorbfrisur. Beide blicken den Betrachter offensiv aus weit geöffneten Augen an. Und dennoch verstecken sie sich. Die bald 97jährige in New York lebende Bildhauerin und Malerin hinter einem offenbar noch unfertigen Knabenkopf aus Gips. Und die für ihre Drogen- und Alkoholexzesse berühmt-berüchtigte 25jährige R&B-Sängerin hinter ihrem medialen Image als Grammy-überhäufter britischer Jungstar mit engen Korsagen und offen zur Schau gestellten Fünfziger-Jahre-Tätowierungen. Beide Fotografien stammen von dem 1968 in Dänemark geborenen und heute in New York lebenden Fotografen Marc Hom. Und beide sind jetzt Teil der Ausstellung „Traumfrauen - 50 Starfotografen zeigen ihre Vision von Schönheit“ im Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen. ...mehr

Zur Hundertjahrfeier zeigt die Dublin City Gallery die bedeutendsten Exponate der Sammlung ihres Gründers Sir Hugh Lane, darunter erstmals seit 1913 wieder seine komplette Impressionisten-Sammlung

Wiedervereinigung der Bilder


in der Ausstellung „Hugh Lane 100 Years“

Vor 100 Jahren, am 20. Januar 1908, öffnete in Dublin die nach eigenen Angaben erste öffentliche Galerie der Welt für moderne Kunst. Ihr Gründer, Sir Hugh Lane, hatte unter anderem Meisterwerke von Degas, Manet, Claude Monet, Camille Pissarro, Renoir und Vuillard gesammelt. Eine Ausstellung zum Jubiläum führt die 39 impressionistischen Gemälde nun zum ersten Mal wieder zusammen. Die Gründung der Galerie ist in unmittelbarem Zusammenhang mit der Bewegung des „celtic revival“ in Irland zu sehen. Im Bemühen, die nationale Kultur der Iren wiederzuentdecken, gründete William Butler Yeats 1904 das „Abbey Theatre“. Dessen erste Direktorin war Augusta Lady Gregory, die Tante Hugh Lanes. Der Londoner Kunsthändler irischer Herkunft sammelte für sein Projekt über 300 Werke und animierte die besten irischen Maler seiner Zeit, für die zu gründende Nationalgalerie ein Hauptwerk zu schenken. Er selbst steuerte unter anderem Bilder aus Kontinentaleuropa bei, so „La Musique aux Tuileries“ von Edouard Manet, „Sur la Plage“ von Edgar Degas, „Les Parapluies“ von Pierre-Auguste Renoir oder „La Cheminée“ von Edouard Vuillard. ...mehr

Die Ausstellung „Die Tropen“ im Berliner Martin-Gropius-Bau zeigt alte und neue Kunst von der Mitte der Weltkugel

Zwischen Paradies und Hölle


Google ist dumm. Gibt man die Begriffe „Berlin“ und „Tropen“ ein, so landet man zunächst auf der Seite des Wellness-Paradieses „Tropical Islands“, rund 60 Kilometer südlich von Berlin im brandenburgischen Krausnick und nicht etwa auf der Website des Martin-Gropius-Baus. Dort aber entwirft zur Zeit die Ausstellung „Die Tropen. Ansichten von der Mitte der Weltkugel“ mit fast 800 Exponaten ein weitaus differenzierteres Tropenbild, als es die klischeeverliebten Strategen der Freizeit-, Unterhaltungs- und Werbeindustrie gerne tun. Ob Fa-Duschgel-Werbung mit einer schönen Frau unterm Wasserfall, die Bounty-Insel, Unterhaltungsserien wie „Traumschiff“ oder „Klinik unter Palmen“ oder eben Tropeninseln aus der Retorte – stets werden banale Heile-Welt-Vorstellungen bemüht, wenn es um den rund 5000 Kilometer breiten, feuchtwarmen Klimagürtel rund um den Äquator geht. ...mehr

Masken, Wunderkammern und Architekturkritik: Die Documenta-Teilnehmerin Mariella Mosler lotet im Ernst Barlach Haus in Hamburg die Balance zwischen Ordnungsgefügen und irrationalen Einbrüchen aus

Die Paradoxie der Dinge


Im atriumartigen Innenhof des Ernst Barlach Hauses in Hamburg liegt eine halbe Tonne Liebesperlen. Die Hamburger Künstlerin Mariella Mosler benutzt die bonbonfarbenen Zuckerkügelchen als Rohstoff für ihre Arbeit „Hundreds and Thousands“. Die kleinen Perlen bilden ein fein abgezirkeltes, ornamentales Muster wie auf einem Teppich. Weiße Rasterlinien strukturieren die Bodenarbeit, die gesprenkelten Farbflächen dazwischen wirken wie Aufnahmen einer militärischen Wärmebildkamera. Klare, rationale Gliederungen und deren überraschende Durchbrechung. Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich das Werk der 1962 in Oldenburg geborenen Mariella Mosler. Einem breiteren Publikum bekannt geworden ist sie bereits 1997: Damals nahm sie an der Documenta X teil und realisierte dort im Zwehrenturm des Museums Fridericianum ein Bodenornament aus Quarzsand. ...mehr

Berlinische Galerie widmet sich der einst hochgeschätzten und heute vergessenen Berliner Fotografin Frieda Riess

Bildniskunst zwischen Tradition und Moderne


Die Ausstellung ließ aufhorchen. Alfred Flechtheim, der einflussreiche Berliner Sammler und Händler Moderner Kunst bittet 1925 die Fotografin Frieda Riess um eine Präsentation ihrer Arbeiten. Der tonangebende unter den Galeristen vertritt die Ansicht, dass „Die Riess“, wie sie genannt wurde, „mit Objektiv und Gummiball Kunst macht“. Fotografie als Kunst – das mag für die damalige Zeit überraschen. Die Schau mit 177 Porträts steigert die ohnehin schon große Wertschätzung der Riess noch weiter. Zwischen 1926 und 1930 stellt sie dann regelmäßig eigene Fotoarbeiten in ihrem Salon aus, der bei den Eröffnungen zu einem exklusiven Treffpunkt wird. Auch ihre legendären „Einladungen zum Tee“ ins Studio brachten einen internationalen Gästekreis zum schwärmen und empfahlen sie weit überkontinental in gehobenen gesellschaftlichen Zirkeln. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten hörte dieses schillernde Leben schnell auf, und Frieda Riess geriet in Vergessenheit. Wer sie war und was sie schuf, darauf machen erstmals seit rund achtzig Jahren wieder das „Verborgene Museum“, eine kleine Berliner Einrichtung voller Ambitionen, wenn es um die Präsentation zu Unrecht vergessener Künstlerinnen geht, und die Berlinischen Galerie jetzt in einer Retrospektive aufmerksam. ...mehr

Eine kleine Jubiläumsausstellung widmet sich der Murnauer Künstlerkolonie um Gabriele Münter und Wassily Kandinsky vor hundert Jahren

Eine Frage des Ortes


Voll ist es an den Wochenenden dieses Spätsommers im oberbayerischen Murnau, Dutzende Menschen drängen sich in den kleinen Räumen des Schlossmuseums. Hinaus in die Sommerfrische heißt das Motto der Münchner Großstädter, an den Staffelsee zum Baden, zum Bergegenießen, zum Entspannen sagen sich die Radler, die Eisenbahner, die Ausflügler aus vielen Teilen des Landes, und wie wär’s nicht mit ein bisschen Kultur? Also in den einstigen Ettaler Amtssitz, wo sich doch heute dieses hübsche Museum befindet mit den Bildern von Münter, Kandinsky und den anderen „Blauen Reitern“. Expressionismus geht immer, das ist nicht zu altbacken-konservativer Bildungskram, aber auch nicht zu modern, dass man sich die Blöße geben müsste, es nicht zu verstehen. Murnau, ein Ort des Tourismus, eine kleine Kunstmetropole, in der Mensch und Muse sich treffen zu trauter Gemeinsamkeit. Wie vor hundert Jahren. ...mehr

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