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AktuellAktuell:Museumsausstellung

Der Kontrast Schwarz-Weiß bestimmt derzeit die Kunsthalle Rostock. Dafür hat das Museum der Hansestadt den schwedischen Fotografen Gerry Johansson und die Berliner Raummalerin Christine Rusche eingeladen

Kursbestimmungen im Raum


Gerry Johansson ist bekannt für seine menschenleeren, grafisch komponierten Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die er nach minimalistischen Ideen organisiert. Er bereist regelmäßig bestimmte Länder und Regionen mit dem Auto, ausgerüstet mit einer analogen Mittelformatkamera. Sein Vorgehen ist analytisch und konzeptuell. Er macht sich vorher einen genauen Plan, welche Orte er mit der Kamera besuchen wird. Stadt und Land kommen gleichermaßen auf seinen Aufnahmen vor. An jedem Ort macht er in der Regel nur ein Foto. Das Arbeiten in der Dunkelkammer in Südschweden, wo hochwertige, kleinformatige Silbergelatine-Abzüge entstehen, charakterisiert ebenso seine Vorgehensweise wie das Herstellen aufwendiger Fotobücher im Selbstverlag, die weltweit bei Kennern und Fotoliebhabern gesucht sind. ...mehr

Die Albertina in Wien hat Werke aus dem Nachlass Max Weilers erhalten und präsentiert die Schenkung in einem kleinen Überblick. Die Bandbreite von Weilers Schaffen auf Papier macht jetzt das digitale Werkverzeichnis deutlich

Chiffren der Erinnerung


Er gilt als einer der prominentesten Altmeister der österreichischen Gegenwartsmalerei. In mehr als siebzig Jahren künstlerischer Tätigkeit schuf Max Weiler neben seinen Gemälden ein auf knapp 3.500 Arbeiten geschätztes zeichnerisches Werk, das sich in verschiedenen Techniken ausdrückt und in dem der 1910 in Absam bei Hall in Tirol geborene Künstler seine individuelle Gedankenwelt – die Verschränkung von innerer und äußerer Natur – in vielfältigen Ausdrucksformen realisierte. Das Spektrum des grafischen Œuvres reicht von frühen Aquarellen auf Papier der späten 1920er Jahre, über die expressiven Bilder der Nachkriegszeit und die chiffrierten Naturdarstellungen der 1950er Jahre bis zu den großformatigen Arbeiten des Spätwerks. ...mehr

Das Theatermuseum in Wien stellt eine Auswahl seiner Bühnenbildmodelle vor und entführt in die fantastische Welt der bühnenräumlichen Konzepte aus drei Jahrhunderten

Der magische Raum


Die Modell-Sammlung des Wiener Theatermuseums zählt mit fast 1.000 Objekten zu den bedeutendsten Spezialsammlungen dieser Art. Noch bis Mitte Februar präsentiert das Museum, das im Wiener Palais Lobkowitz beheimatet ist, in der Ausstellung „Der magische Raum“ eine Auslese von Bühnenmodellen und lüftet einige Geheimnisse der theatralen Verwandlungskünste. Auf sieben Themeninseln von Antike, Mittelalter, Renaissance und Barock bis zu Romantik, Revolution und Gegenwart wird anhand von rund 60 teils akribisch ausgeführten Modellen gezeigt, wie die Bühnenkunst zu verschiedenen Zeiten und unter vielfältigen Perspektiven die jeweiligen Schauplätze gesehen und gestaltet hat. ...mehr

Die Ausstellung „Gute Aussichten Deluxe. Junge deutsche Fotografie nach der Düsseldorfer Schule“ im Hamburger Haus der Photographie zeigt jetzt 25 herausragende Fotografen, die aus den ersten 14 Jahren des Hochschulwettbewerbs hervorgegangen sind. Das Spektrum fotografischer Ausdrucksformen hat sich mit den Jahren enorm erweitert

Duckface-Selfies und indonesische Hausmädchen


Georg Brückmann, Kundmanngasse 19

Es ist schon Tradition, dass die 2004 aus einem Hochschulwettbewerb hervorgegangene Fotoausstellung „Gute Aussichten“ Jahr für Jahr zu Gast im Haus der Photographie der Hamburger Deichtorhallen ist. Die Zusammenarbeit zwischen der Gründerin der Initiative, der Kunsthistorikerin Josefine Raab, und Deichtorhallen-Kurator Ingo Taubhorn funktioniert offenbar bestens. 122 junge, preisgekrönte Fotografen, allesamt Absolventen von deutschen Hochschulen, wurden hier bisher in diesem Rahmen vorgestellt. Für viele von ihnen ist die Teilnahme an „Gute Aussichten“ ein wichtiges Sprungbrett in den Ausstellungsbetrieb und den Kunstmarkt. ...mehr

Im Clemens-Sels-Museum deckt eine vergleichend angelegte Schau den Einfluss der Fotografie auf die künstlerische Entwicklung der Portraitmalerei im 19. und 20. Jahrhundert auf

Vom doppelbödigen Lügen


Franz von Stuck, Bildnis der Tochter Mary mit Hut, um 1916

Begrüßt wird der Besucher des Clemens-Sels-Museums in Neuss derzeit von einer adretten jungen Dame. Geschickt wird die erotisch-mystisch anmutende Halbfigur vor dunkelgrünem Grund durch eine von rotem Samt beschlagene Brüstung auf Distanz gehalten. Bei der anmutigen Person mit ausdrucksstarken Gesichtszügen und verlockendem Augenpaar, in das sich der Betrachter verliert, handelt es sich um Mary, die uneheliche Tochter des Malers Franz von Stuck. Dem in den Jahren um 1916 in Öl auf Karton gemalten Bildnis „Tochter Mary Stuck mit Hut“ liegt unzweifelhaft eine Fotografie zugrunde. Das Portraitfoto von 1915 nimmt schon die Gestik und Mimik des Gemäldes vorweg. Doch Franz von Stuck überhöht in der Malerei sein geliebtes Modell. Er verleiht seiner Tochter ebenmäßigere Gesichtszüge und einen anziehenderen Blick, der aber zugleich eine räumliche Distanz erzeugt. Auch mit dem im Vergleich zum Foto höher geschlossenen Dekolleté strebt Stuck eine Idealisierung seiner Tochter an. ...mehr

Georg Baselitz wird morgen 80: Mit gleich zwei umfangreichen Retrospektiven zu seinem runden Geburtstag feiert Basel jetzt den in Sachsen geborenen Maler und Bildhauer

Dokumente der Unvernunft


Georg Baselitz, Sommermorgen, 1964

Seine Bilder bezeichnet er als „Dokumente meiner Unvernunft“. Er habe sein Talent stets verleugnet und trotzdem gute Bilder gemalt, resümiert Georg Baselitz, der am 23. Januar seinen 80. Geburtstag feiert, jetzt anlässlich der großen Retrospektive seiner Werke in der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel. Baselitz sieht sich bis heute gern als Sonderling. Allerdings als durchaus erfolgreichen: „Aus meinen nur aggressiven, bösartigen Bildern sind im Laufe der Jahrzehnte gute Bilder geworden“, sagt er. Gemeint ist die ebenso kurze wie heftige „pandämonische Phase“ Anfang der 1960er Jahre. Diese provokanten Werke stellt Kurator Martin Schwander denn auch an den Beginn des chronologisch geordneten Parcours, etwa das Masturbationsbild „Die große Nacht im Eimer“ von 1962/63. Das kurzzeitig von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmte Bild eines onanierenden Jungen mit übergroßem Phallus sorgte 1963 für einen handfesten Kunstskandal. Ebenso umstritten war damals aber auch die elfteilige Werkgruppe „P.D. Füße“ von 1960 bis 1963, die amputierte Gliedmaßen vor dunklen Hintergründen zeigt. ...mehr

Die Kunsthalle Münster präsentiert aktuelle Tendenzen der Videokunst und jede Woche einen neuen Film

Kunst der Entschleunigung


Kino total in der Kunsthalle Münster. Nach den turbulenten Monaten der Skulptur Projekte und der parallel stattfindenden, hochaktuellen Soloschau von Wu Tsang, die gerade auf die Shortlist des Hugo Boss Prize 2018 des New Yorker Guggenheim Museums gesetzt wurde, setzen Direktorin Gail B. Kirkpatrick und Kurator Marcus Lütkemeyer jetzt ganz auf Entschleunigung. Unter dem Titel „beyond future is past“ sind bis zum 10. März elf Videos und Kurzfilme von zwölf Künstlern zu sehen. Gezeigt werden die meist subjektiv eingefärbten Beiträge nacheinander in einem wöchentlichen Rhythmus. Zu sehen ist also jeweils nur ein Film in einem recht komfortablen kinoartigen Setting, das eigens für die Ausstellung gebaut wurde. ...mehr

Der Künstler als Bürger und Demokrat: Das Von der Heydt-Museum in Wuppertal wirft einen neuen Blick auf Edouard Manet, den großen Unabhängigen der französischen Kunst des 19. Jahrhunderts

Malerei ohne Zuckerguss


Edouard Manet, Die Reiterin, um 1882

Die Skandal-Bilder sind in Paris geblieben. Edouard Manets provokative Gemälde „Olympia“ und „Das Frühstück im Grünen“ von 1863 sind im Wuppertaler Von der Heydt-Museum nur als Reproduktionen zu sehen. Das liegt allerdings auch daran, dass diese generell nicht ausgeliehen werden. Museumsdirektor Gerhard Finckh, der die große Übersichtsschau „Edouard Manet“ mit 45 Originalgemälden, vielen Zeichnungen, Druckgrafiken, Fotografien und zahlreichen Werken von Weggefährten über drei Jahre vorbereitet hat, wagt mit seiner Auswahl hingegen eine steile These: „Manet malt demokratisch.“ Er zeigt Manet als Bürger mit Zivilcourage, als unabhängige Künstlerpersönlichkeit, und als gut vernetzten „Machertyp“, der den Salon einst als den „wahren Kampfplatz“ bezeichnete. ...mehr

Das Museum Barberini in Potsdam wartet mit einer kunsthistorischen Einordnung der Kunst in der DDR auf

Was verbirgt sich hinter der Maske?


Einen würfelförmigen Pappkarton hat ein nackter Mann über den Kopf gezogen. Vorne lächelt in gelbem Kolorit ein abstrahiertes, asiatisch anmutendes Gesicht. Links klappt der Kubus auf. Das wahre Gesicht blickt missmutig und besorgt heraus. Wolfgang Mattheuer malte 1970 „Das zweite Gesicht“. Es gilt als Dokument dafür, wie sich der Künstler rätselhaft und doppeldeutig in der DDR-Gesellschaft bewegte. Ähnlich einem Schutzpanzer hat dagegen Theo Balden bei seiner Terrakotta „Kopf mit Maske“ im Jahr 1964 das lächelnde zweite Scheingesicht janusköpfig übergezogen, während das Urbild irritiert und befremdlich durch einen offenen Ausschnitt blickt. Beide Künstler scheinen nicht nur über ihre Rolle im Sozialismus zu reflektieren. Sie dürften auch die Illusion eines Staates gemeint haben, die er sich mit seinem eingeforderten Kunstbegriff selbst auferlegte. ...mehr

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