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AktuellAktuell:Galerien

50 Galerien beteiligen sich an diesem Wochenende an der „DC Open“

Kunstszene am Rhein präsentiert sich


Ein feines Kunstevent, vor allem für Freunde zeitgenössischer Kunst, findet in diesem Jahr zum fünften Mal statt: Zum „DC Open“ schließen sich 50 Galerien aus Düsseldorf und Köln zusammen, um die Saison mit einem Wochenende zu eröffnen. Der Ausstellungs-Parcours soll die künstlerisch spannende Region vorstellen und knüpft an die Sammler- und Sammlungstradition im Rheinland an. Nach einem erfolgreichen Start im letzten Jahr bietet „DC Open“ auch heuer wieder ein breit angelegtes Programm an Kuratoren- und Sammlerführungen. Eingeladen sind 2013 die Museumsvereine der Umgebung, dazu Ausstellungsmacher, Kunsthistoriker und Sammler schwerpunktmäßig aus Warschau und Istanbul. Geplant ist der Besuch von Galerien, Künstler-Präsentationen und Privatsammlungen. Somit ist „DC Open“ nicht nur ein Wochenende für Kunstinteressierte, sondern auch ein internationaler Treffpunkt für Profis aus der Kunstszene. ...mehr

Ina Loitzl in der Wiener Galerie Kro Art Contemporary

Geschichten vom Haar


„Ich ist ein Anderer“, erkannte schon der französische Dichter und Abenteurer Arthur Rimbaud. Wir alle schlüpfen in Rollen, sind Schauspieler, Darsteller unterschiedlichster kultureller, sozialer und biologischer Haupt- und Nebenrollen. Wir alle spielen Theater, um den gesellschaftlichen Normen und Erwartungen zu entsprechen oder zu entfliehen. Identitätsprobleme und -entwürfe waren spätestens seit den 1990er Jahren immer wieder Gegenstand der zeitgenössischen Kunst. Sie wurden in unterschiedlichsten Formen, Ausstellungen und Darbietungen, die häufig die weibliche Rolle und deren Findung ins Zentrum stellten, aufgegriffen. ...mehr

Die Johnen Galerie in Berlin zeigt atelierfrische und ganz frühe Arbeiten von Wiebke Siem

Stumme Gesellen


Sie baumeln von Haken und Ösen an der Decke und schweben denkbar knapp über dem Boden, fast so, als würden sie gleich anfangen, zu tanzen. „Strange Strings“, „Brainville“ oder „The ninth Eye“ heißen die überlebensgroßen Figuren Wiebke Siems aus haushaltsüblichen Holzutensilien, die sie zur Zeit in der Berliner Galerie Johnen zeigt. Das Ensemble aus den in vereinheitlichendem Schwarz lackierten, marionettenartigen Figuren wirkt wie zufällig arrangiert. Dennoch bleibt in der konzeptuell unterfütterten Arbeit der 1954 in Kiel geborenen Berliner Künstlerin nichts dem Zufall überlassen. Sie komponiert ihre Figuren aus industriell gefertigten, hölzernen Gebrauchsgegenständen, überwiegend Alltagsobjekte aus dem Haushalt, die sie auf Flohmärkten oder über das Internet erwirbt: Perückenköpfe, Schuhleisten, Riesenkochlöffel, Wäscheklammern, Sauerkrautstampfer und anderes mehr. Als Kopf dient auch schon mal das Drahtgestell einer Schirmlampe. Spazierstöcke werden zu Extremitäten umfunktioniert. Auch wenn die meisten dieser Objekte im heutigen Alltag keine Rolle mehr spielen oder durch billigere Kunststoffversionen ersetzt worden sind – um die Beschwörung einer nostalgisch aufgeladenen Materialästhetik geht es hier keineswegs. Alles ist fabrikneu oder zumindest ohne erkennbare Gebrauchsspuren. ...mehr

Münchens Galerienszene kennt keinen Stillstand. Momentan zu sehen: Abstraktionen des belgischen Nachkriegsklassikers Maurice Wyckaert und Apokalyptisches des Fotografen Pablo Genovés. Szenestarter: die Galerie Nicole Gnesa

Expressiv bis destruktiv


Manchmal braucht es einen Anlass, um einem wichtigen Künstler aus jüngerer Vergangenheit wieder eine Ausstellung zu widmen. Im Falle des belgischen Malers Maurice Wyckaert (1923-1996) gab das Ende vergangenen Jahres erschienene Werkverzeichnis den Anstoß. Dreizehn Arbeiten des Abstrakten mit dem lyrischen Touch, den Galeriegründer Otto van de Loo bereits 1961 in München ausstellte, versammelt die Galerie van de Loo Projekte im Pinakothekenviertel momentan, und sie macht damit deutlich, dass der Blick zurück nicht allein eine Aufgabe der Museen ist. Auch der Markt hat ein kurzes Gedächtnis. Die kleine Auswahl aus den Jahren 1960 bis 1994 zeigt Wyckaert als Künstler, dessen Weg vom klassischen Informel zu einem flächigeren abstrakten Expressionismus führte. ...mehr

Edvard Munch und Ernst Ludwig Kirchner – in der Münchner Galerie Thomas einander gegenübergestellt

Zu schaffen mit Munch


in der Ausstellung „Edvard Munch – Ernst Ludwig Kirchner“

Ungetrübt war das künstlerische Verhältnis Ernst Ludwig Kirchners zu dem Norweger Edvard Munch mitnichten: „Was habe ich mit Munch zu schaffen?“, platzte es in einem Brief an den Hamburger Landgerichtsdirektor Gustav Schiefler 1924 aus Kirchner heraus, nachdem man ihn und seine Brücke-Mitstreiter wieder und wieder als Nachfahre oder gar Anhängsel des rund eine Generation Älteren bezeichnet hatte. Einen „schwächelnden Hippokonder“, „schwach und schlecht“, ohne „Leben und Sinnlichkeit“ nannte er ihn später, putzte ihn und seine Kunst regelrecht herunter auch gegenüber Freunden und Gönnern wie etwa Schiefler. Nein, mit Munch wollte Kirchner wirklich nichts zu schaffen haben, und abgesehen von einer kurzen Begegnung anlässlich der Kölner Sonderbund-Ausstellung 1912 haben Sie sich weder mündlich noch schriftlich jemals wieder miteinander ausgetauscht. ...mehr

„Frauenkunst – Kunst von Frauen“ – eine Ausstellung der Galerie Joseph Fach in Frankfurt widmet sich einem ebenso spannenden wie unbekannten Kapitel der europäischen Kunstgeschichte

Couragiert, vergessen, wiederentdeckt


Johanna Luise Groppe, Büste einer Frau mit dunklem hochgestecktem Haar im Profil nach links

Käthe Kollwitz, Ida Kerkovius, Hannah Höch, Renée Sintenis – die Künstlerinnen, die mit ihrem Werk auch einem größeren Publikum ein fester Begriff geworden sind, lassen sich beinahe an einer Hand abzählen, und überwiegend datiert ihr Schaffen in das 20ste Jahrhundert. Alice Sommer, Mila von Luttich, Margarete Havemann und ihre unzähligen Kolleginnen verschwinden schon mehr oder weniger in den hinteren Reihen – allzu oft zu Unrecht, wie jetzt die Frankfurter Galerie Joseph Fach mit großem Nachdruck betont: In einer beeindruckenden Ausstellung mit mehr als 350 grafischen Arbeiten, Aquarellen, Drucken und Handzeichnungen, widmet sich die Galerie derzeit ausschließlich „Frauenkunst – Kunst von Frauen“, so der Titel der bis Mitte Januar laufenden Ausstellung. Bis ins 17te Jahrhundert reichen die Arbeiten zurück, und sie belegen eindrucksvoll, welch große Anzahl an Künstlerinnen trotz aller Hindernisse wertvolle Arbeiten hinterlassen hat und welche Schätze wegen der Widerstände in einer von Männern dominierten Kunstwelt wohl nie gehoben worden sind. ...mehr

Die Open Art gibt am kommenden Wochenende zum 24ten Mal den Startschuss in die neue Ausstellungssaison der Münchner Galerien. Das Spektrum reicht von jungen aufstrebenden Künstlern wie Veronika Veit und Tim Bennett bis hin zu Altmeistern wie Antoni Tàpies oder Georg Baselitz und Anselm Kiefer

Sonntagsspaziergang durch die Galerien


Was für Berlin das Gallery Weekend, ist für München die Open Art. Hier geht es vielleicht nicht ganz so aufgeladen und hype zu wie an der Spree. Die Stärken der Münchner sind andere. Schließlich sind die meisten Galerien keine Kometen eines Booms, sondern seit Jahrzehnten vor Ort. Man setzt vorwiegend auf die neuen Klassiker, die in den 1960er und 1970er Jahren oder auch an der Jahrtausendschwelle die Kunst und die Gemüter bewegt und die heute in den bedeutenden Sammlungen und auf dem Kunstmarkt ihren festen Platz haben. Das kann man kommerziell nennen, man kann es aber auch als kontinuierliches Arbeiten mit den wichtigsten Künstlern unserer Zeit beschreiben. ...mehr

Die Galerie Draheim zeigt in Wiesbaden Kopfbilder von Alexej von Jawlensky

Maler der menschlichen Seele


Alexej von Jawlensky, Christuskopf (Heilandsgesicht) Tod II, um 1919

Dass der Kopf als malerisches Motiv im Œuvre Alexej von Jawlenskys eine große Rolle spielt, zeigt eindrücklich die Ausstellung der Galerie Draheim in Wiesbaden. An Hand von fünf Radierplatten mit den dazugehörigen Abzügen und zehn Gemälden mit Köpfen, die erstmals nach Wiesbaden ausgeliehen wurden, fächert Michael Draheim das Spektrum des Kopfmotivs in Jawlenskys Werk auf. Nach ihrer Entdeckung vor 25 Jahren macht er die fünf Kupfer- und Zinkplatten zusammen mit der Totenmaske des Malers und einer Palette erstmals der Öffentlichkeit wieder zugänglich. Wie variantenreich in Stil, Ausdruck, Farbe und Formensprache Jawlensky das menschliche Haupt ins Zentrum seiner Kunst rückt, beweisen die aus wenigen Strichen bestehenden Gesichter der Drucke, der sich aus bunten geometrischen Farbflächen formierende „Christuskopf“ und die Meditationsbilder aus breiten dunklen Pinselstrichen. ...mehr

Siegfried Anzinger in der Galerie Elisabeth & Klaus Thoman in Wien

Sexuelle Direktheit


Prüde darf man nicht sein, wenn man derzeit die Wiener Räume des Galeristenpaares Elisabeth und Klaus Thoman besucht. Hier zeigt Siegfried Anzinger neue Bilder, die alle 2011 entstanden sind und an liebestollen Motiven kaum eines auslassen. Für die Schau hat der in Köln lebende Maler sein Repertoire rund um Himmelfahrt, Kreuzigung, Paradies, Madonna, Eros und Selbstbildnis erweitert, und so finden sich unter den jüngsten Werken neuerdings Wild West- und Heiligen-Parodien: Pietàdarstellungen neben Marterpfählen, Pharaonen und Sphingen neben Hieronymus und Christopherus, Indianer und Indianermädchen. Adam und Eva tummeln sich brünstig im Garten der Lüste, und laszive Mopedfahrerinnen werden aus der Ferne von Männern mit Strohhüten beobachtet. „Es geht“, erklärt Anzinger, „um eine sexuelle Direktheit und nicht um eine irgendwie künstlerisch verklärte Erotik.“ ...mehr

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