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Die Finalisten des Hugo Boss Prize 2002: Olafur Eliasson

Synthetische Naturbilder vom dänischen Naturburschen



Olafur Eliasson, Die Dinge die du nicht siehst, die du nicht siehst, 2001

Olafur Eliasson, Die Dinge die du nicht siehst, die du nicht siehst, 2001

Es könnte alles so einfach sein: Da schafft einer Regebogen, fängt das Sonnenlicht ein, baut Wasserfälle, macht Landschaftsaufnahmen und kommt zu guter letzt auch noch aus Dänemark und verbrachte seine Kindheit in Island. Doch wer sich durch die Installationen von Olafur Eliasson bewegt, der findet etwas ganz anderes als die erwartete Naturburschen-Idylle.



Denn wenn der 1967 in Kopenhagen geborene Künstler in seiner Installation „Beauty“ von 1994 einen Regenbogen nachahmt, dann wiederspricht das jeder Postkartenszene und sieht so gar nicht romantisch aus. So geschehen bei der Gruppenausstellung „Nach Weimar“ (1996), bei der Eliasson seine Arbeit in einem Schuppen vor dem eigentlichen Ausstellungsort präsentierte. Hier ließ er unzählige Wassertropfen an einer Wand herunterrieseln und strahlte sie mit einem Scheinwerfer an. Dabei blieben die Lichtquelle und der Wasserschlauch nicht verborgen, sondern wurden ganz bewusst als wesentlicher Teil der Installation in Szene gesetzt. Natur wird hier zur Konstruktion, zum technisch reproduzierbaren Phänomen, das dadurch aber letztlich nichts von seiner Faszination einbüßt.

An dieser Faszination ließ Eliasson 1998 auch die sonnenverwöhnten Bewohner São Paulos teilhaben, denen er eine ganz neue Bewegungserfahrung schenkte, als er den Boden der Kunsthalle zur Eisbahn umfunktionierte. Auf ihr durften sich die Besucher als Eisläufer versuchen. Im gleichen Jahr verschaffte er der Bremer Bevölkerung ein ungewöhnliches Seeerlebnis, als er im Rahmen der Ausstellung „Do All Oceans Have Walls?“ die trübe Großstadt-Weser mit sechs Kilo Uran grün einfärbte. Dabei wirft Eliasson immer wieder die gleichen Fragen auf: Was passiert, wenn die fest gefügten Weltbilder ins Wanken geraten? Was, wenn wir erkennen, dass unser Naturbegriff letztlich nur ein Konstrukt ist?

Den Antworten auf diese Fragen versuchte Eliasson auch 1995 auf die Spur zu kommen, als er in der etagenübergreifenden, gläsernen Außenfassade des Hamburger Kunstvereins seine Arbeit „Thoka“ - isländisch für Nebel - installierte. Halogenlampen beleuchteten dort über mehrere Monate die Glasfläche, zusätzlich waren drei Nebelmaschinen aufgebaut. Doch auch wenn Eliasson hier ein natürliches Phänomen konstruierte, ließ er die reale Natur auf seine künstliche Welt einwirken. Denn das technische Arrangement war so sensibel geschaltet, dass die unvorhersehbaren Witterungsbedingungen außerhalb des Glaskastens auf das Natur-Konstrukt Einfluß nehmen konnten. Der Kontrollverlust des Künstlers an seinem Kunstwerk wurde zum wesentlichen Bestandteil von „Thoka“.

So war es auch auf der Berlin-Biennale Anfang 1998. Von der hohen Decke des Berliner Postfuhramtes schwang ein metallener Ventilator an einem Drahtseil hin und her, angetrieben von Luftströmen, die durch ein kleines Fenster drangen. Unvorhersehbar nicht nur die Bewegungen der Maschine, sondern auch die der Menschen. Während sich einige nur zögernd in die Nähe des bedrohlich herumwirbelnden Ventilators trauten, gaben sich andere ganz seinem Rhythmus hin, schienen gar mit ihm zu tanzen. Ganz „nebenbei“ wurden die Besucher damit zum Teil der Installation, mit der der Künstler das Erlebnis und das Bewusstsein des Erlebens thematisierte.

Einiges zu erleben gab es auch für die Besucher der Ausstellung „Die Dinge die du nicht siehst, die du nicht siehst“, die 2001 in der Berliner Galerie Neugerriemschneider stattfand. Der abendteuerlustige Kunstfreund betrat den eigentlichen Ausstellungsraum durch einen acht Meter langen Spiraltunnel aus Wellpappe, an dessen Ende er mit lautem Brummen zu den verschachtelten Installationen Eliassons geleitet wurde.

Ganz auf sein eigenes Erleben konzentriert sich Eliasson während seinen alljährlichen Wanderungen durch Island. Und dann macht er sie dann doch, jene idyllischen Aufnahmen von unberührten Landschaften, grünen Hügeln und sprudelnden Geysiren, die jede Postartensammlung bereichern würden. Doch in das Klischee des naturverbundene Dänen lässt sich Eliasson trotzdem nicht drängen. Schließlich fahre er nicht nach Island, um der Natur nahe zu sein, sondern um „hinauszuschauen.“

www.hugobossprize.com



23.09.2002

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sonja Hausmanns

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