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Zu den Arbeiten von Paul Schwer

Und es werde Licht



Paul Schwer, Installationsansichten

Paul Schwer, Installationsansichten "Bornstraße", 2001

Was macht ein Bild zum Bild? Und was ist Malerei? Inwieweit kann man Malerei vom Material und vom Träger lösen, und doch über Malerei reflektieren? Was sieht man eigentlich, wenn man ein Bild anschaut? Das Wesen der Malerei liegt nicht allein in der Zweidimensionalität der Darstellung, der Form und des Inhalts des Gezeigten. Sie ist dem Wesen nach nicht nur erzählerisch oder illustrativ. Die Errungenschaften der Moderne haben gezeigt, dass es um die Erweiterung des Begriffs geht. Malerei wird in erster Linie getragen durch Farbe und Licht.



Der Künstler Paul Schwer versucht in seinen jüngsten Arbeiten, mit dem Wissen um Farbe und Licht die Zweidimensionalität des Trägers Leinwand zu überwinden. In seinen Farb- und Lichtinstallationen macht er das klassische Medium der Malerei als raumübergreifende Erfahrung sichtbar. Seine direkten Bildträger fungieren als Membranen, die Licht nach außen transportieren sollen und damit den gesamten Raum in eine Atmosphäre durchfluteten farbigen Lichts indirekt in ein Kunstwerk, ein Gemälde, in Malerei verwandeln. Durch an Wände gelehnte oder am Boden geneigt liegende Glasscheiben, die von Buttermilch und farbigen Pigmenten unterschiedlich transparent eingefärbt sind, scheint Licht, das mit Hilfe von sich rückseitig befindenden Fenstern oder Neonröhren erzeugt wird. Der Farbraum, der sich daraus ergibt, erlöst das Bild vom bloßen Objektdasein, und erschafft sich selbst als eigenes Bild.

Mit der Entfernung vom Bild als Objekt experimentieren auch Paul Schwers andere Werkgruppen, wie zum Beispiel die der Farbverspannungen. Als Membran für das Licht wurden in diesem Fall in Farbe getönte Stoffbahnen benutzt, die sich als dreidimensionale Gebilde im Raum hängend positionieren und Licht durchdringen lassen, um dem Raum eine neue eigene Form zu verleihen.

Ausgangspunkt für diese Art Studien über Malerei war die Auseinandersetzung mit dem Medium im klassischen Sinne, mit Farbe, Pinsel und Leinwand. Doch auch schon in seinen früheren Arbeiten, beschäftigte sich 50jährige Schwer, mit den Polen der Autonomie der farbigen Struktur und der Ebene der Darstellung. Seine Farbverdichtungen ausgehend von figürlichen Motiven, wie Schmetterlinge, Steine, zuletzt Passanten, die flüchtig auf ihrem Weg durch die Stadt vom Künstler eingefangen wurden, lassen keine Hierarchien zu. Die gesamte behandelte Fläche ist eine Einheit. Der Duktus wurde verwischt, abgerieben, aufgelöst, überdeckt. Zarte Farbschleier erschaffen Licht ohne direkt dargestellt sein zu müssen.

Paul Schwer studierte nach seinem Medizinstudium und langjähriger Tätigkeit als Arzt und Mitarbeiter der Künstlergruppe UNART, die sich mit Patienten der Psychiatrie künstlerisch auseinandersetzt, zusätzlich an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Professor Erwin Heerich, dessen Meisterschüler er später wurde. Der heute in Ratingen lebende Künstler ist seitdem kontinuierlich bei Ausstellungen vertreten und wurde mit Stipendien geehrt.

Nun zeigt die Galerie Schütte aus Essen auf der diesjährigen Art Frankfurt bis zum 30. Mai eine neue Arbeit Paul Schwers. Gegen 15 Uhr tat es am Tag der Vernissage in der Messehalle einen Knall, dem ein kurzes klirrendes Scheppern folgte. Besucher hüpften erschreckt zur Seite. Weiter entfernt glaubte man ein umgestürztes übervolles Tablett mit Gläsern. Was auf dem Stand der Galerie passierte, war jedoch die Folge eines gewollten "plastischen Prozesses", den Paul Schwer inszeniert hatte.

Dazu hatte er quadratische Glasplatten mit pigmentierter Buttermilch bestrichen und diese auf Halogenstrahler gelegt, so dass eine Art Boden auf dem Boden entstand. Durch die Hitze der Strahler begannen jene allerdings nach kurzer Zeit zu qualmen. Dann barsten in kurzen Abständen die Scheiben. Als seien sie urplötzlich aus ihrer gepressten Form befreit, fielen die Scherben wie erschlafft zu Boden, wo sie kristallin-florale Muster bildeten.

Nicht alle Scheiben ergaben sich der ersten Hitzeattacke - in den nächsten Tagen besteht also noch die Chance, dem Schauspiel persönlich beizuwohnen. Sammler mit entsprechendem Raum und ohne Kehrschaufel können eine zunächst intakte Installation zum Preis von 6.000 Euro erwerben.

Außerdem fertigte Paul Schwer eine 5 x 10 Meter große Glasinstallation auf der Terrasse der Ausstellungshalle 3. Sie besteht aus gleichgroßen Feldern, die farblich unterschiedlich mal von unten, mal von oben angestrichen worden sind. Das geneigt am Boden liegende Glas eröffnet durch die Spiegelungen der Außenwelt in der farbigen Scheibe einen anderen Blick auf den Raum. Die Umwelt ist flüchtig und steter Veränderung ausgesetzt. So wird auch das Bild ein anderes, zuvor und danach.

Zur Messe erscheint auch der zweifarbige Siebdruck „Lichtbruch“ mit Übermalung auf Folie in vier Farbvarianten von Paul Schwer in der Größe von 49 x 34 cm in einer Auflage von 50 Exemplaren im Wert von 120 Euro. Die Preise für ein Ölgemälde von Paul Schwer liegen zwischen 920 bei einer Größe von 40 x 30 cm und 1.640 Euro bei einer Größe von 70 x 50 cm. Eine Glasarbeit mit Pigmenten und Buttermilch bewegt sich zwischen 410 und 920 Euro. "Borde", auf denen mit Acryl- oder Siebdruckfarbe bemalte Plexisglascheiben zur dauerhaften Betrachtung arrangiert sind, kosten im Format 40 x 200 cm 1.600 Euro und in der Größe 60 x 270 cm 2.300 Euro. Eine Arbeit mit dem Titel „Landschaft“, wiederum Pigmente auf Plexiglas mit den Maßen 200 x 65 x 25 cm, beziffert Gerd Schütte mit 3.500 Euro.



26.05.2002

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Christine Philipp

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26.05.2002, Art Frankfurt 2002

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Paul Schwer, Lichtbruch, 2002

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