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Portraits

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Die Welt feiert heute Leonardo da Vinci. Der Universalgelehrte und -künstler der Renaissance starb vor 500 Jahren

Visionär für allen Zeiten



Jean-François Gigoux, Die letzten Augenblicke im Leben von Leonardo da Vinci, 1835

Jean-François Gigoux, Die letzten Augenblicke im Leben von Leonardo da Vinci, 1835

Sein plastisches Œuvre gilt als komplett verloren. Nur rund zwei Dutzend eigenhändig vollendeter Gemälde schreiben Experten dem Meister Leonardo zu, der sich nach seinem Heimatort „da Vinci“ nannte. Viele Entwürfe und Zeichnungen dokumentieren seinen unerschöpflichen Drang nach Wissen und neuen Erkenntnissen, denn Leonardo war ein Multitalent. Seiner Zeit weit voraus, bewegte er sich auf verschiedenen Gebieten mit verblüffender Kreativität, die noch heute Ehrfurcht einflößt. Der am 15. April 1452 in einem Hügeldorf 30 Kilometer westlich von Florenz als Spross einer außerehelichen Beziehung geborene Leonardo di ser Piero da Vinci starb vor einem halben Jahrtausend am 2. Mai 1519 auf Schloss Clos Lucé in Amboise an der Loire. Schon längst sind seine Bilder nicht mehr ausleihbar, so dass sich die wenigen Sonderausstellungen auf Illustrationen und Nachwirkungen konzentrieren.


Leonardo da Vinci absolvierte seine Lehrzeit in der Werkstatt des Florentiner Künstlers Andrea del Verrocchio, bevor er von 1482 bis 1499 in Mailand am Hofe des Ludovico Sforza arbeitete. Während dieses Abschnitts wird seine Malerei eloquenter, lebensechter mit spontaner Mimik und stark profilierter Gestik der Figuren. Hier entstand bis 1497 mit dem Wandbild des Letzten Abendmahls im Refektorium des Klosters S. Maria delle Grazie eines der weltweit bedeutendsten Kunstwerke aller Zeiten. Es stellt ein unübertreffliches Beispiel für nonverbale Kommunikation und Gruppierung von Personen dar. Nach Jahren in und um Florenz ab 1499 kehrte Leonardo 1508 nach Mailand zurück, wo ihn die Stellung als Hofmaler lockte, bevor er von 1513 an für zwei Jahre in den Diensten des Vatikans stand. Gegenüber den jüngeren Kollegen Raffael und Michelangelo zurückgesetzt, nahm er alsbald die Einladung von König Franz I. von Frankreich an und ließ sich auf Schloss Clos Lucé bei Amboise nieder.

Die von der Hochrenaissance verkörperte Universalität des Menschen zeigte Leonardo da Vinci in höchster Vollendung. Markenzeichen seiner Bilder ist neben dem zentralen Gestaltungsmittel der Helldunkel-Effekte die Anwendung des Sfumato-Verfahrens. In Abstufungen und mit viel Geduld schichtenweise aufgetragene Ölfarben bewirken zarte, verschwommene Übergänge von Licht und Schatten. So erklärt sich auch die lange Ausführungszeit seiner sanft modellierten Porträts. Dies gilt insbesondere für das wohl berühmteste Gemälde der Welt, der zwischen 1503 und 1519 gemalten Mona Lisa. Leonardo liebte die Noblesse im Bildnis. Er verband sie mit einem rätselhaften verlockenden Lächeln, das seine Figuren im Ausdruck einprägsam erscheinen lässt. Die veränderliche Flüchtigkeit, zumeist lächelnde Unbeschwertheit wird auch als Polemik gegenüber der Florentiner Kunst der Zeit interpretiert. Kaum besser kommt die Anziehungskraft seiner Personenbildnisse zum Ausdruck als in der Rekordsumme von netto 400 Millionen Dollar, die sein „Salvator Mundi“ 2017 bei Christie’s in New York erzielte.

Rund 6.000 Blätter mit Zeichnungen und Skizzen ergänzen das malerische Schaffen. Hier offenbart sich der Erfinder, Ingenieur, Gelehrte und Philosoph. Der Linkshändler Leonardo beschrieb sie in Spiegelschrift von rechts nach links. Überquellend finden sich Entwürfe zu Disziplinen wie der Anatomie, Technik und den Naturwissenschaften. Sie reichen von Konstruktionen für ein U-Boot über Waffen, Kriegs- und Flugmaschinen, Schiffen, Bewegungen des Wassers und Pflanzenwachstum bis hin zu Proportions- und Körperstudien. Auf der italienischen Ein-Euro-Münze ist seine berühmteste Anatomiestudie „Der vitruvianische Mensch“ von 1492 eingeprägt. Auf Schloss Windsor wird ein Korpus von 150 Zeichnungen menschlicher Körper sowie kartografischer Studien verwahrt. In Mailand ist der „Codex Atlanticus“ mit über 1.100 Blättern archiviert.

In all seinen Entwürfen und Studien steht die Funktion im Fokus, nicht wie seinerzeit üblich das äußere Erscheinungsbild. In der Zeichnung als direktestem aller Medien grübelte Leonardo da Vinci losgelöst vom Glauben und anderen Einflüssen am deutlichsten in tiefgehenden Reflexionen über die menschliche Existenz. Im Gegensatz zu Michelangelo wurde Leonardo als offen und freundlich beschrieben. Der ehrgeizige Perfektionist legte Wert auf eine saubere, äußerst gepflegte Erscheinung. Aufsehen erregte er im Jahr 1476, als den 24jährigen eine anonyme Strafanzeige wegen Homosexualität ereilte. Nach zwei Monaten wurde die Klage fallen gelassen.

Highlights unter den wenigen Ausstellungen ist die noch bis zum 13. Oktober in der Queen’s Gallery im Londoner Buckingham Palace laufende Schau „Leonardo da Vinci: Ein Leben in Zeichnungen“ sowie eine Ausstellungsserie an mehreren Orten in Mailand. Für den Herbst ist im Pariser Louvre eine große Retrospektive geplant. Einen kompakten und instruktiven Einblick in Leonardos Schaffen bietet das neue Buch „Leonardo – Meisterwerke im Detail“ des Experten Stefano Zuffi aus dem Verlag Bernd Detsch, das im Buchhandel 29,95 Euro kostet.



02.05.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Leonardo da Vinci, Dame mit dem Hermelin
 (Portrait der Cecilia Gallerani), 1489/90
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Leonardo da Vinci, Der vitruvianische Mensch, 1492

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