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Expressionist und Weltbürger

Oskar Kokoschka



Oskar Kokoschka, Die Windsbraut , 1913/14

Quelle: Kunstmuseum Basel

Oskar Kokoschka, Die Windsbraut , 1913/14

Die breit fließenden, kühlen Farben durchstreifen das Bild mit dem Titel „Windsbraut“, das Liebende in einem treibenden Boot auf stürmischer See illustriert: Glückseligkeit und Verlorenheit im Unendlichen. Oskar Kokoschka porträtierte hier sich selbst mit der schlafenden Alma Mahler an seiner Seite. Vielleicht ahnte er bereits, dass die Geliebte nicht ihn, sondern den Schriftsteller Franz Werfel heiraten und er selbst ein rastloses Leben führen sollte, das ihn durch ganz Europa und den Mittelmeeraum führte. Die Trennung von Alma Mahler erfolgte bereits kurz nach Entstehung des Bildes im Jahre 1914.



Der am 1. März 1886 in Pöchlarn an der Donau geborene Künstler verlebte seine Kindheit mit seiner Schwester Berta und seinem Bruder Bohuslav, der auch malte und dichtete. Ein älterer Bruder starb, als Oskar fünf Jahre alt war. Dieses Erlebnis blieb stark in seiner Erinnerung. 1905 erhielt er ein Stipendium für die Kunstgewerbeschule in Wien. Durch die Gründung der „Wiener Werkstätte“ und durch die Förderung seiner Lehrer konnte Kokoschka selbst Geld verdienen. Er fertigte Illustrationen, Dekorationen und ähnliche Aufträge.

Neben seinen künstlerischen Werken widmete er sich auch der Literatur, über die er sich mit Else Lasker-Schüler austauschte. 1908 wurde die Dichtung „Die träumenden Knaben“ von der Wiener Werkstätte ediert. Der Architekt Adolf Loos führte ihn in den Zirkel von Wiens avantgardistischer Geisteselite ein und ebnete ihm den Weg zu weiteren Bildnisaufträgen. Im Jahre 1910 entstand das Bildnis des Psychiaters Auguste Forel, welches später noch für viel Furore sorgte. Der damals 24-jährige Kokoschka malte Forel aus dem Gedächtnis, denn er wollte das „innere Gesicht“ darstellen. Das Porträt erschien der Familie fremd und sie lehnten es ab. Zwei Jahre später erlitt Forel einen Schlaganfall und Zeugen bestätigten, dass er dem Porträt nun sehr ähnelte. Aus solch „Prophetischem“ in Kokoschkas Bildkunst hat man seine besondere Eigenschaft und ungewöhnliche Fähigkeit für Porträtzeichnungen erkannt.

In den Jahren 1910 und 1911 stellte Kokosckka gemeinsam mit Kandinsky und Franz Marc in Berlin aus und arbeitete an Herwarth Waldens expressionistischen Zeitschrift „Der Sturm“ mit. 1914 meldete er sich als Freiwilliger zum Ersten Weltkrieg und wurde nach mehrmaliger Verwundung 1916 entlassen. 1919 berief ihn die Kunstakademie in Dresden als Professor. Nach vier Jahren beantragte er einen unbezahlten Urlaub und kehrte nicht mehr in sein Amt zurück. In der Zeit von 1924 bis zum Anfang der 1930er Jahre reiste er durch Europa, Vorderasien und Nordafrika. Seine Werke zeigen Landschaften und Städte in Öl, die ihm zum Erlebnis geworden waren. Innerhalb dieser Zeit veränderte sich seine Malweise, denn seine Themen dokumentierten seine Reisen nach Paris, Madrid, Lissabon, London, Amsterdam, Venedig, Schottland, Ägypten und die Türkei.

Die Nationalsozialisten diffamierten Kokoschka als "entarteten Künstler" und beschlagnahmen 417 seiner Werke aus deutschen Museen. Zunächst ging er 1934 von Wien nach Prag, 1938 emigrierte er mit Olda Palkovská, die er später heiratete, nach England. Dort lebte er meistens in London, aber auch in Cornwall und Schottland. Zu dieser Zeit widmete er sich dem Studium der Natur. In einer bedeutenden Anzahl von Farbstiftskizzen und Aquarellen malte er Menschen, Tiere und die Natur. Intensiver beschäftigte er sich jedoch mit Werken alter Meister wie Dürer und Altdorfer. 1947 nahm er die britische Staatsbürgerschaft an. 1949 wurde er durch einige Auszeichnungen in Europa und Amerika geehrt, wie den Preis der Stadt Salzburg für Kunstwissenschaft und Literatur.

Als Kokoschka 1953 sich endgültig nach Villeneuve am Genfer See niederließ, begann er wieder zu unterrichten. An der "Schule des Sehens" der Salzburger Sommerakademie, verbrachte er ein ganzes Jahrzehnt als deren Leiter. In seinem gewaltigen Triptychon „Thermopylae“, das zu den Höhepunkten seiner späteren Schaffensphase gehört, stellte er 1954 die Tragödie des Leonidas dar. Die 1963 entstandene Lithografienfolge zu „King Lear“ entflammte seine Begeisterung für die Menschen- und Götterwelt Homers. Lithografien des antiken Lebensraums - wie Hellas und Apulien - entstanden. Ein großer Illustrationszyklus des Odysseus und der Dichtung folgte.

1971 fand in der österreichischen Galerie die letzte große Retrospektive Kokoschkas statt. Dort wurde auch das Buch „Oskar Kokoschka, mein Leben“ veröffentlicht. Im Alter von 93 Jahren starb Oskar Kokoschka am 22. Februar 1980 in Villeneuve bei Montreux in der Schweiz.



25.01.2002

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Diana John

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