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Rudolf Bredow – Teil 1

Aquarelle in expressiver Farbigkeit



Rudolf Bredow, Italienisches Landgut vor Bergen, 1965

Rudolf Bredow, Italienisches Landgut vor Bergen, 1965

Zu Recht gilt der Maler Rudolf Bredow (1909-1973) als eine der großen Entdeckungen des deutschen Kunstmarkts in den 90er Jahren. Zeit seines Lebens trat der Maler nur mit einer einzigen Ausstellung an die Öffentlichkeit. Der künstlerische Rang seines Werkes blieb daher selbst in Bredows näherem Umfeld unbeachtet, wie es vielen Künstlern der Klassischen Moderne aus der "verschollenen Generation" widerfuhr. Erst Jahre nach dem Tod des Malers gelangte der Nachlaß in den Kunsthandel.


Etwa 100 Gemälde, 650 Aquarelle, 180 Farbkreiden, 70 Figurinen und die Zeichnungen wurden wissenschaftlich bearbeitet und 1995 in einem Werkverzeichnis im Hirmer Verlag in München publiziert. Das Archiv für Bildende Kunst des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg übernahm die Betreuung des schriftlichen Nachlasses.

Die Lebensstationen Rudolf Bredows

Rudolf Bredow kam 1909 in Berlin zur Welt und wuchs dort ohne Vater in bescheidenen Verhältnissen auf. 1930 begann der junge Mann seine Ausbildung an der "Kunstgewerbe- und Handwerkerschule Berlin Charlottenburg". Bredow konzentrierte sich in den folgenden vier Studienjahren nicht nur auf die Kurse der angewandten Kunst, zum Beispiel Kostüm- und Bühnenbildnerei bei Harold Bengen. Sondern er folgte auch seinen persönlichen Neigungen und nahm klassischen Mal- und Zeichenunterricht. Landschaftsmalerei, Akt-, Kopf- und Tierzeichnen standen auf dem Plan.

Sein Lehrer in diesen Disziplinen war Max Kaus, der selbst von dem Expressionisten Erich Heckel ausgebildet worden war. Mit Kaus blieb Rudolf Bredow weit über das Studium hinaus freundschaftlich verbunden. Der Lehrer machte seinen ehemaligen Schüler mit den beiden Altmeistern des Expressionismus, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff, bekannt. Für den Jüngeren sollte Kaus aber vor allem der wichtigste Vermittler für die expressionistische Kunst werden. In seinen Aquarellen übernahm Bredow wesentliche Züge von dieser farbintensiven, schwungvoll-gestischen Malerei. Bredow interessierte sich selbst in den gefährlichen Jahren des Dritten Reichs für die Bilder der Expressionisten, als sie von den Nationalsozialisten als "entartete Kunst" angeprangert wurden.

Nach Abschluß seiner Ausbildung arbeitete Rudolf Bredow als Gebrauchsgraphiker in Berlin. Modehäuser, die UFA oder das Theater gehörten zu seinen Auftraggebern. 1940 begann - kurzzeitig vom Kriegsdienst unterbrochen - sein unruhiges Leben als Kunsterzieher. Bredow unterrichtete hauptsächlich an Schulen, lehrte zeitweise Kostümzeichnung an der Berliner Fachschule für Textilindustrie und Mode oder ließ sich vorübergehend als Leiter von Skizzierkursen bei der Berliner Damenschneiderinnung anstellen. Zwischen 1940 bis zu seinem Lebensende mußte Bredow, der nie eine Daueranstellung fand, nahezu alle zwei Jahre seinen Wohnort wechseln. Berlin, Bad Sachsa, Langeoog, Hinterzarten, Oberhausen, Bad Honnef, wieder Berlin oder Schloß Schwarzenberg und Nienburg zählten zu seinen Stationen.

Dem Schuldienst hätte Bredow eine Verpflichtung für das Lehramt an der Westberliner Kunsthochschule vorgezogen, für das er sich 1950 und erneut 1959 bewarb. Doch trotz der persönlichen Fürsprache seiner Mentoren Karl Schmidt-Rottluff und Max Kaus wurde Bredow beide Male abgelehnt.

Bredow war etwa 45jährig, als er sich in seinem Tagebuch in einem trostlosen Gefühl "des Einsam- und Alleinseins [..] Gedanken über ein verpfuschtes Leben" machte. Die erfolgreiche Lehrtätigkeit und ein paar verkaufte Bilder konnten ihn nicht mit seiner persönlichen Situation, seiner Einsamkeit und seinen finanziellen Sorgen versöhnen. Erst als er sich endgültig von dem Wunsch einer Anstellung an der Kunsthochschule löste, begann er, seine Lebensumstände zu akzeptieren. Seine existentiellen Sorgen konnte er jedoch nie ganz verdrängen. Sie begleiteten ihn bis zu seinem Tod, der überraschend nach einer harmlosen Augenoperation 1973 in Nienburg kam.

In seinen letzten Lebensmonaten hatte Rudolf Bredow Sofie Walter aus Nienburg kennengelernt, sie jedoch nicht geheiratet. Dennoch wurde ihr der Nachlaß drei Jahre nach dem Tod des Malers in einem Gerichtsverfahren zugesprochen, nachdem die Suche nach Verwandten und Erben erfolglos geblieben war. Sofie Walter kümmerte sich zwischen 1976 und 1982 um die Bilder und regte verschiedene Ausstellungen an, bis die Werke 1989 von der jetzigen Nachlaßverwaltung aufgekauft wurden.



12.09.2001

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ina Müller

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