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Joseph Beuys Teil I

Filzhut in Aktion



La Rivoluzione siamo Noi, 1972

Quelle: VG Bild-Kunst 2001

La Rivoluzione siamo Noi, 1972

Die berühmten Worte von Joseph Beuys: „Jeder Mensch ist ein Künstler...“, müssen gerne als Beweis für die vermeintliche Beliebigkeit zeitgenössischer Kunst herhalten. In der Fortsetzung gibt das Zitat Aufschluss über grundlegende Gedanken, die seine Kunst und seine Philosophie bestimmten: „...damit sage ich nichts über die Qualität. Ich sage nur etwas über die prinzipielle Möglichkeit, die in jedem Menschen vorliegt...Das Schöpferische erkläre ich als das Künstlerische, und das ist mein Kunstbegriff.“



Inmitten der deutschen Nachkriegszeit tauchte Beuys als schillernde, mystische, aber auch umstrittene Figur auf. Er kämpfte gegen die festgefahrenen Strukturen in den Köpfen und Systemen, fand dabei die Unterstützung der politischen Linken und zog sich Schelte der konservativen Seite zu. Mit seiner Kunst revolutionierte er das bestehende Verständnis von Art und Beschaffenheit eines Kunstwerkes und bereicherte die Documenta in mehreren Jahren um spektakuläre Aktionen. Seine Professur an der Kunstakademie Düsseldorf fiel seinem politischen Engagement zum Opfer; in der Einrichtung einer privaten Hochschule sowie in zahlreichen Ehren- und Gastprofessuren konnte er seine Lehrtätigkeit dennoch fortsetzen. Neben seinen eigenen Arbeiten fanden auch die von zahlreichen seiner Schüler mittlerweile einen Platz in den Museen zeitgenössischer Kunst.

Joseph Beuys wurde am 12. Mai 1921 in Krefeld geboren, wäre also dieses Jahr 80 Jahre alt geworden. Ursprüngliche Pläne, Kinderarzt zu werden, wurden durch die Einberufung zur Luftwaffe vereitelt. Einen Mythos schuf er um seinen Absturz als Sturzkampfflieger mit einer Stuka im Winter 1943 in der Ukraine. Die Legende besagt, dass der bewusstlose Beuys dort von Tartaren mit Filz und Fett eingewickelt und so geheilt wurde, was die spätere Wahl und Bedeutung seiner wichtigsten Kunstmaterialien begründete. Die Jahre 1945 und 1946 verbrachte Beuys in Kriegsgefangenschaft und nahm nach seiner Rückkehr ein vierjähriges Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Enseling und später Ewald Mataré auf. Er arbeitete bis 1954 in einem Meisterschüleratelier.

Seine erste Einzelausstellung fand1953 in Kranenburg im Haus der Gebrüder Hans und Franz van der Grinten statt. Mit den Brüdern verband ihn eine enge Freundschaft, die von den beiden angelegte Kunstsammlung umfasst auch einen großen Teil des Beuys-Œuvres. Die Sammlung wird heute auf Schloss Moyland in Bedburg-Hau aufbewahrt und immer noch erweitert. Von den 60.000 Werken der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts stammen allein 4.000 von Joseph Beuys. Das auf Schloss Moyland ebenfalls befindliche Joseph-Beuys-Archiv ist das umfangreichste seiner Art.

Die van der Grintens unterstützten Beuys auch in den folgenden Jahren, als er unter schweren Depressionen litt. Er selbst bezeichnete die Zeit später als „Phase der Umgestaltung“. Er erholte sich auf einem Landgut der Familie und fand durch Feldarbeit ins Leben zurück. Im Jahre 1959 heiratete er Eva Wunderlich.

1961 kehrt der Künstler als Professor für monumentale Bildhauerei an die Kunstakademie Düsseldorf zurück. Seine Lehrtätigkeit fiel in die Zeit der studentischen Proteste gegen die patriarchalischen Strukturen, die auch an der Kunstakademie zu finden waren. Beuys stellt sich auf die Seite der Studenten, die politischen Aktionen und Vorgänge bettet er ein in sein Verständnis von Kunst und Kunstwerk. Schon 1968 muss er sich einen Misstrauensantrag von neun seiner Professorenkollegen gefallen lassen, 1971 erregte er größeres Aufsehen mit der Besetzung des Studentensekretariates der Kunstakademie, mit der er und eingeschriebene sowie abgewiesene Studenten gegen die Aufnahmebeschränkungen der Kunstakademie protestierten. Die Protestaktionen fanden zunächst Verständnis: das Ergebnis war die Einrichtung einer zweiten Kunstakademie in Nordrhein-Westfalen, der zunächst als Zweigstelle der Kunstakademie Düsseldorf für das Lehramt bestimmten Akademie in Münster. Heute ist die ehemalige Außenstelle eine selbständige Akademie.

1972 wiederholte sich das Prozedere, diesmal zog Beuys sich den Ärger der Obrigkeit zu und wurde vom zuständigen Wissenschaftsminister Johannes Rau des Amtes enthoben. Er behielt seinen Professorentitel und das Nutzungsrecht für das Atelier, die Kündigung wurde im Übrigen 1978 für rechtswidrig erklärt. Von den internen Diskussionen um die politischen Aktionen dieser Jahre zeugen Flugblätter mit „offenen Briefen“, von denen sich einige im Archiv der Kunstakademie Düsseldorf befinden. Seine Vorstellung von idealem universitärem Lernen setzte Beuys um in der „Freie Internationale Hochschule für Kreativität und interdisziplinäre Forschung", die er 1974 in Düsseldorf gemeinsam mit Heinrich Böll gründete.



15.08.2001

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Julia Brodauf

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Joseph Beuys, Buttocklifting, 1974
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