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Robert Lebeck gestorben

Ein gutes Photo macht unsterblich



Adenauer empfängt Churchill, Ayatollah Khomeini im Pariser Exil, Jackie und ihre Schwester am Sarg des toten Robert Kennedy, Elvis als Soldat, der alternde Konrad Adenauer, Willy Brandt auf Wahlkampfreise, Alfred Hitchcock in Hamburg, Kriegsheimkehrer aus Russland und immer wieder Romy Schneider, die Beinahe-Geliebte des Fotografen. Robert Lebeck, der legendäre Fotoreporter des „Stern“, hat Geschichte geschrieben – genauso wie seine Bilder die Vergangenheit zurückrufen. „Ein gutes Photo macht unsterblich“, hat Lebeck einmal gesagt. Das klingt pathetisch, aber der Fotograf stammt noch aus einer Zeit, in der es nichts Aufregenderes gab, als Fotojournalist zu sein. Das fotografische Zeitungs- und Magazinbild war eine Metapher für Wahrheit damals, heute abgelöst durch das so übermächtige Fernsehen – und im Zeitalter digitaler Bildmanipulation immer stärker in Zweifel gezogen.


Lebeck hat nach seinen Anfängen beim „Heidelberger Tagblatt“ und der „Rhein-Neckar Zeitung“ – das erste veröffentlichte Bild war ein Portrait von Konrad Adenauer – nur für die besten Magazine fotografiert: für die amerikanische „Life“ etwa, für „Geo“ und seit 1966 vor allem und immer wieder für den „Stern“ unter seinem Chef Henri Nannen. Am Hamburger Hafen begann Lebecks große weite Welt, „ein Haifischbecken, wo man jeden Tag unter Beweis stellen musste, was für ein toller Hecht man ist“.

Doch so groß die Wirkung bei vielen seiner Arbeiten ist, so einfach ist Lebecks fotografische Methode: Seine unverschlüsselte, „direkte“ Schwarzweißfotografie meidet die allzu bemühte schöne Kunst genauso wie zu viel Inszenierung, gewagte Perspektiven oder Geschwätzigkeit. Im Zentrum stehen immer die handelnden Personen – und Lebeck hatte, wie er selbst immer wieder sagte, oft das nötige Quäntchen Glück. Oder die Chuzpe, im rechten Moment da zu sein, etwa als er im Auftrag der Illustrierten „Kristall“ 1960 über das Ende der Kolonialherrschaft in Belgisch-Kongo berichtete. Bald darauf waren einige Bilder der Serie auch in der französischen Zeitschrift „Paris Match“ zu sehen: Ein junger Afrikaner im Anzug entreißt dem belgischen König Baudouin bei seiner letzten Amtshandlung in Léopoldville den Ehrendegen und rennt davon – in eine neue Zeit: das Ende einer Epoche im Bruchteil einer Sekunde.

Am 14. Juni ist der große Fotojournalist Robert Lebeck im Alter von 85 Jahren in Berlin verstorben, in der Stadt, in der er 1929 zur Welt gekommen war. Lebeck – der studierte Völkerkundler, der erst im Alter von 23 Jahren begann, zu fotografieren – wurde zu einem der wichtigsten Chronisten des 20. Jahrhunderts und schuf nicht wenige ikonische Bilder.

1991 wurde er mit dem Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie geehrt, 2002 mit dem Infinity Award. 2007 erhielt er als erster Fotograf den Henri-Nannen-Preis für sein Lebenswerk. Klaus Honnef schreibt über ihn: „Robert Lebeck war einer der Großen in der deutschen Fotografie, und dabei einer der nettesten und hilfreichsten Menschen, die ich kennen gelernt habe.“



16.06.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Marc Peschke

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