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Düsseldorfer Malerschule – Teil 3

Von den Landschaftsmalern zum Sonderbund



In der Düsseldorfer Malerschule traten ab Mitte der dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts Differenzen zwischen den Künstlern auf, die letztendlich zur Spaltung der Schule und zum Rückzug Wilhelm von Schadows als Akademiedirektor führten. Dafür gab es mehrere Gründe. Zum einen ließ sich Schadows Vorstellung einer in sich geschlossenen Künstlervereinigung nur über wenige Jahre aufrechterhalten.


Hinzu kam, dass dem Akademiedirektor vorgeworfen wurde, die preußischen Schüler gegenüber den rheinländischen zu bevorzugen. Auch die revolutionären Tendenzen, die ab 1830 aus Frankreich und den Niederlanden nach Deutschland übergriffen, trugen dazu in einem nicht unerheblichen Maße bei. Das führte auch zur allmählichen Entfernung vom klassischen, nazarenisch eingefärbten Bildungsgut und von Raffael.

Neue Impulse kamen vor allem aus der Landschaftsmalerei. Der Landschaftsklasse stand seit 1829 der aus Jülich stammende Johann Wilhelm Schirmer vor, dessen Unterrichtsgrundlage das Naturstudium war. Das führte zur künstlerischen Erschließung der Rheinlandschaft, die durch die patriotische Gesinnung der jungen Maler verklärt wurde. Die jungen, größtenteils aus dem Rheinland stammenden Künstler orientierten sich – im Gegensatz zum nach Italien blickenden Schadow-Kreis – an niederländischen Vorbildern wie Ruisdael oder Everdingen. Sie zeigten Sympathien für die herben, nordischen Landschaften, so zum Beispiel Andreas Achenbach, der bereits in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts begann, Ansichten aus Norwegen zu malen. Zu Schirmers bekanntesten Schülern zählen Arnold Böcklin und Anselm Feuerbach. In der Genremalerei bildete sich neben der sentimentalen Richtung eine humoristische aus, die von Adolf Schroedter und dem Remscheider Johann Peter Hasenclever vertreten wurde.

Durch die politischen Unruhen der vierziger Jahre bedingt wandten sich viele Künstler der Darstellung von Themen mit sozialer Problematik zu. Die wirtschaftliche Rezession führte zu Armut, insbesondere unter den Bauern und Handwerkern. Diese Alltagsprobleme wurden von den Düsseldorfer Malern verarbeitet. Die wahrscheinlich bekanntesten Werke sind Hasenclevers „Arbeiter vor dem Magistrat“, Carl Wilhelm Hübners „Die schlesischen Weber“ und Peter Schwingens „Pfändung“, mit denen die Maler politisch Stellung bezogen.

Obwohl der Anlass zu derartigen Gemälden oft ein mehr künstlerischer denn politischer Impuls gewesen war, so ist die Wirkung nicht zu unterschätzen. „Die schlesischen Weber“ führte zu einer Welle von Sympathiebekundungen für die in Not Geratenen und „Die Arbeiter vor dem Magistrat“ wurde 1848 in die Vereinigten Staaten gebracht, wo das Gemälde als Denkmal der Revolution in New York ausgestellt und von Karl Marx in der „Daily Tribune“ besprochen wurde.

Aber auch die nazarenische Richtung wurde in den vierziger Jahren in der Schule noch vertreten. Sie erhielt durch die Kirche und die Behörden wichtige Aufträge und fand dadurch ihren Rückhalt. Die wichtigsten Beispiele sind die Fresken der Apollinariskirche in Remagen, die von Andreas und Carl Müller und Andreas Ittenbach in den Jahren 1843 bis 1854 entstanden und die an der Malerei eines Fra Angelico orientiert waren, und die Ausmalung des Aachener Rathauses, das 1846 von Alfred Rethel begonnen wurde.

Die nationalen Aufwallungen des Jahres 1848 führte zur Gründung des Vereins „Malkasten“. Der Verein war ein Versuch, die Künstlerschaft wieder in einem geselligen Umfeld zu vereinigen. Doch die Spannungen zwischen der Akademie und den freien Malern waren zu groß, um überbrückt zu werden. 1859 gab Schadow als Akademiedirektor auf, nachdem zahlreiche seiner Zöglinge bereits die Akademie aufgrund von Lehraufträgen in anderen Städten verlassen hatten.

In den fünfziger und sechziger Jahren machte sich in der Düsseldorfer Schule die Neigung zu einer Internationalisierung bemerkbar, was zu einem Zuwachs ausländischer Schüler führte. So fand man bald Studenten aus Norwegen, Schweden, Russland und den Vereinigten Staaten. Außerdem wurden durch den internationalen Bekanntheitsgrad die Düsseldorfer Gemälde zu einem beliebten Exportartikel. In New York und Philadelphia wurde Emanuel Leutzes „Washingtons Übergang über den Delaware“ von 1849 als Sensation gefeiert und der preußischen Handelsbeauftragten Johann Gottfried Böcker (John Boker) eröffnete am New Yorker Broadway die „Düsseldorf Gallery“.

Die Jahre nach der Reichsgründung von 1871 brachte für die Düsseldorfer Maler gravierende Veränderungen. Die Einwohnerzahl der Stadt stieg bis 1900 auf über 200.000 an. Infolge wirtschaftlicher Hochkonjunktur regte sich ein immenser Bauboom. In der Stadt entwickelte sich ein buntes und vielfältiges Leben. Verschiedenste Anregungen und Einflüsse drangen auf die Maler in Düsseldorf ein. Deswegen kann man gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Grunde nicht mehr von einer Düsseldorfer Malerschule sprechen: Die Akademie hatte ihre Anziehungskraft verloren und war nicht mehr Mittelpunkt der Künstlerschaft, geschweige denn schulbildend wie zu Schadows Zeiten. Die Düsseldorfer Maler zeigten sich nunmehr als eine Gruppe von Individualisten ohne erkennbare gemeinschaftliche Verbindung.

Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts schlossen sich die Maler der Landschaftsklasse der Akademie, die übrigens als einzige eine kontinuierliche Entwicklung aufweisen konnte, zusammen. Der „Sonderbund“, der 1909 von Julius Bretz, Max Clarenbach, August Deusser und Walter Ophey gegründet wurde, versuchte im Rheinland einen Anschluss an den französischen Impressionismus und den Expressionismus. Der deutsch-französische Krieg von 1870/1871 hatte den künstlerischen Austausch zwischen den beiden Ländern fast zum Stillstand gebracht. In der ebenfalls 1909 stattfindenden Ausstellung des Sonderbundes wurde die Malerei der französischen Impressionisten zusammen mit den Gemälden der deutschen Maler erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Eine weitere Ausstellung, die 1912 stattfand, erweiterte den Kreis der französischen Maler. In ihr hatten auch van Gogh, Gauguin und Picasso ihre ersten Auftritte. Der Sonderbund bereitete somit die rheinische Moderne der Nachkriegszeit vor, die sich in Gestalt des „Jungen Rheinland“, dem Kreis um Mutter Ey, formieren sollte. Der Ausgang des ersten Weltkrieges 1918 bedeutete das völlige Ende der Düsseldorfer Malerschule.



28.02.2001

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Susan Brooks

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