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Lucian Freud gestorben

Maler menschlichen Fleisches



Lucian Freud ist tot. Wie englische Medien berichten, ist der Maler, Zeichner und Grafiker am Mittwochnacht in seinem Londoner Haus friedlich verstorben. Er war seit längerem krank und wurde 88 Jahre alt. Freud, ein Enkel des Wiener Psychoanalytiker Sigmund Freud, zählt zu den wichtigsten britischen Künstlern des 20sten Jahrhunderts. Bis zuletzt war er künstlerisch tätig und hat jeden Tag gearbeitet. Was solle man auch anderes tun, als malen, hat Lucian Freud einmal einem Journalisten gesagt. Weltweit bekannt ist er für seine Portraits und Aktdarstellungen, die den menschlichen Körper schonungslos auf die Leinwand bannten. Nicholas Serota, Direktor der Tate Gallery, würdigte sein Schaffen mit den Worten: „Die Vitalität seiner Akte, die Intensität seiner Stillleben und die unmittelbare Präsenz seiner Portraits von Familienangehörigen und Freuden garantierten Lucian Freud einen einzigartigen Platz im Pantheon der Kunst des späten 20sten Jahrhunderts.“


Zur Welt kam Lucian Freud 8. Dezember 1922 in Berlin als Sohn des Architekten Ernst Ludwig Freud. Im Jahr der Machterschleichung der Nazis 1933 wanderte seine jüdische Familie nach Großbritannien aus. 1939 wurde Freud britischer Staatsbürger. Von 1938 bis 1943 besuchte er die Central School of Arts and Crafts und das Goldsmith’s College in London sowie die East Anglian School of Painting and Drawing in Dedham. Seine erste Ausstellung fand 1944 in der Alex Reid & Lefevre Gallery in London statt. Während die Kunstwelt auf den Höhepunkt der Abstraktion zustrebte, hielt Lucian Freud an einer gegenstandsbezogenen Kunst fest. Stand sein Werk zuerst noch dem Surrealismus und der Neoromantik mit einem dünnen lasierenden Farbauftrag nahe, wandelte es sich zu Beginn der 1950er Jahre in einen harten Realismus in pastoser Malweise und meist tonaler Farbpalette mit wenigen Buntakzenten.

1951 erhielt Lucian Freud den Arts Council Prize für seinen Beitrag beim Festival of Britain, und 1954 wurde sein Werk zusammen mit dem von Ben Nicholson und Francis Bacon im Britischen Pavillon auf der Biennale von Venedig gezeigt. Mit Bacon verband ihn eine enge Freundschaft; häufiger portraitierten sich die Maler gegenseitig. Das Hauptmotiv seiner Kunst war stets die menschliche Figur. Freud strebte nach einer realistischen bis existentialistischen Wiedergabe des Lebendigen, was häufig zu hässlichen und bizarren Darstellungen führte. Oft verstärkte er in seinen Bildern Fettansätze und Falten, fahle Hautfarben, unförmige Körperteile, Adern unter bleicher Haut oder hängende Brüste, als den Makel im Äußeren zu kaschieren. Das brachte ihm den Titel „Besessenster Maler des Fleisches“ ein. Weniger Rücksicht nahm er auch bei sich selbst nicht. So stellte er sich um 1978 nach einer Schlägerei im „Self-Portrait with a Black Eye“ mit halbiertem Gesicht und besonders akzentuiert blauem Auge dar.

Seine Modelle stammten meist aus seinem Freundes- und Familienkreis. Aber auch Queen Elizabeth II. bekam Freuds erbarmungslose Offenheit zu spüren, als er sie zwischen Mai 2000 und Dezember 2001 in mehreren Sitzungen portraitierte. Das ungeschönte Resultat einer Monarchin, die von ihrer überschweren Krone fast erdrückt wird, wurde in einigen britischen Zeitungen heftig kritisiert und spaltete die dortige Öffentlichkeit. Das tat seinem Ruf aber keinen Abbruch. So war Freud seit 1993 Mitglied im Order of Merit, eine der höchsten britischen Auszeichnungen für herausragende Leistungen in Wissenschaft, Kunst, Literatur und anderen Gebieten, den die Queen zeitgleich nur an 24 lebende Personen überreichen darf. In Deutschland wurde Lucian Freud 1997 mit dem Rubenspreis der Stadt Siegen und 2002 mit dem Jerg-Ratgeb-Preis der Stadt Reutlingen geehrt.

Auch auf dem Kunstmarkt ist Freuds Werk überaus erfolgreich. Auf Versteigerungen vorwiegend in England und den USA erzielen seine Gemälde Millionenpreise. So wurde er im Mai 2008 bei Christie’s in New York mit seinem fettleibigen Frauenakt „Benefits Supervisor Sleeping“ von 1995 bei einem Zuschlag von 30 Millionen US-Dollar zum damals teuersten lebenden Künstler erkoren. Im internationalen Ausstellungswesen ist sein Werk ebenfalls fest verankert und in den großen Museen der Erde zugegen. 2002 veranstaltete die Tate Britain in London eine große Retrospektive, in New York war Freud 1993 im Metropolitan Museum und 2008 in Museum of Modern Art mit Einzelausstellungen zugegen, im selben Jahr auch im Gemeentemuseum in Den Haag oder 2010 im Pariser Centre Pompidou. Für 2013 hat das Kunsthistorische Museum in Wien eine Freud-Retrospektive angekündigt, für die der Maler seine Bilder noch selbst ausgesucht habe.



22.07.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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