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Paul Bonatz’ Erstlingswerk, die Sektkellerei Henkell in Wiesbaden, wird 100 Jahre alt

Edle Hallen auf Henkellsfeld



Paul Bonatz, Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907-1909

Paul Bonatz, Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907-1909

Der Architekt Paul Bonatz gehört in die erste Reihe maßgeblicher deutscher Baumeister des frühen 20sten Jahrhunderts. Lange wurde dies von Rezensenten und Museumsleuten ignoriert. Erst der geplante Abriss von Flügeln des Stuttgarter Hauptbahnhofes, seinem wohl bekanntesten Bauwerk aus den Jahren 1914 bis 1928, führte ihn wieder ins Rampenlicht. In dessen Folge gedachte man in Wiesbaden nun im Rahmen einer Feier der Vollendung seines Erstlingswerkes. Vor 100 Jahren, am 27. November 1909, nahm die Sektkellerei Henkell ihren neuen Firmensitz in Betrieb. Die geniale Architektur entfachte einen furiosen Karrierestart. Neben dem Kurhaus von Friedrich von Thiersch markiert Bonatz’ Sektkellerei in der Gründerzeitstadt bis heute das architektonische Highlight.


Als Außenseiter ohne erkennbare Chance beteiligte sich Paul Bonatz 1907 an einem begrenzten, unter sieben Architekten ausgelobten Wettbewerb. Begeistert von den couragierten Plänen des erst 30jährigen Bonatz erklärte ihn der Bauherr Otto Henkell schon vor dem Votum des Preisgerichtes zum Sieger. Auf einem verkehrsgünstig an der Allee zwischen Wiesbaden und Biebrich gelegenen Kiesgrubengelände wurde umgehend mit der Ausführung begonnen, da am Stammsitz in Mainz Platznot herrschte. Schon zwei Jahre später konnte Bonatz den weitläufigen Firmenneubau „Henkellsfeld“ mit eigenem Bahnanschluss fertigstellen. Dabei vollbrachte er auch eine logistische Meisterleistung: Allein 150 Subunternehmen mussten für den Bau von Henkellsfeld koordiniert werden.

Das neoklassizistische, breit gelagerte Kellereiensemble öffnet sich zur Alleestraße mit einer weit ausholenden, einladenden Geste des Kolonnadenrunds, das nicht ohne Hintersinn Analogien zum Kurhausareal herstellt. Über der klar gegliederten, Tradition andeutenden Werksteinfront erhebt sich das großflächige Dach, dessen Schriftzug auf dem First zur krönenden Schmuckform modifiziert. Haus und Marke werden kongenial vereint. Schon im Äußeren macht Paul Bonatz den von Otto Henkell vorgegeben Anspruch der Firma deutlich. Großzügigkeit und Repräsentation vereinen sich mit einer edlen Erscheinung. Das Bauwerk erhält von vielen Seiten Lob. So vergleicht der Kunstkritiker Fritz von Ostini in der Zeitschrift „Deutsche Kunst und Dekoration“ Henkellsfeld mit anderen Industriebauten und lobt Bonatz’ Geschick, „eine industrielle Anlage zu schaffen, die zugleich ein einheitliches Kunstwerk und ein Meisterwerk der Technik ist“.

Dies zeigt sich auch im grandiosen Innern der Anlage, mit der Bonatz den Industriebau zur Kunstform erhebt. Bis zu 15 Meter tief eingelassen sind sieben in Eisenbeton ausgebildete Kellergeschosse. Übersichtlich lagern hier in großzügigen Hallen die Fässer, in denen der Sekt gärt. Lagerhaltung, Produktion, Verwaltung – alle Abläufe sind modern in großen Dimensionen zusammengefasst. Der Besucher betritt zuerst die festliche Empfangshalle, ein prächtiger Marmorsaal im Nukleus der Anlage, der bis heute noch für Feste und Veranstaltungen dient. Großzügige Treppenläufe führen in die Keller als auch in umlaufende Galerien mit angrenzenden Sälen und Büros. Den von Bonatz kreierten schlichten Klassizismus überformte Alfred Breslauer 1929 mit Stuckaturen im heiteren Neurokoko, was dem Bauherrn zum prickelnden Produkt Sekt adäquater erschien.

Praktisch, repräsentativ, zeichenhaft, diese Charakteristika zeichnen auch heute noch nachfolgende bedeutende Bauvorhaben Bonatz’ aus wie die Hannoveraner Stadthalle von 1914 oder das Kunstmuseum Basel von 1936. Im nächsten Jahr wird das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt am Main erstmals in einer umfassenden monografischen Schau das Œuvre des Architekten präsentieren. Dieser erhielt übrigens bis zu seinem Tod 1956 in Stuttgart jährlich zu Weihnachten von Henkell als Ehrengabe eine Kiste mit 50 Sektflaschen. „Glücklicherweise“, so merkte Paul Bonatz dazu an, „habe ich keine Fabrik für chemische Giftstoffe errichtet.“



03.12.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Paul Bonatz, Inneres der Sektkellerei Henkell in
 Wiesbaden-Biebrich, 1907-1909
Paul Bonatz, Inneres der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907-1909

Variabilder:

Paul Bonatz, Marmorsaal der
 Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907-1909
Paul Bonatz, Marmorsaal der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907-1909

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Paul Bonatz, Modell zur Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich,
 1907
Paul Bonatz, Modell zur Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907

Variabilder:

Paul Bonatz,
 Entwurf zum Oberlicht der Empfangshalle der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1908
Paul Bonatz, Entwurf zum Oberlicht der Empfangshalle der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1908

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Paul Bonatz, Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907-1909
Paul Bonatz, Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907-1909







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Paul Bonatz, Inneres der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907-1909

Paul Bonatz, Inneres der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907-1909

Paul Bonatz, Marmorsaal der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907-1909

Paul Bonatz, Marmorsaal der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907-1909

Paul Bonatz, Modell zur Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907

Paul Bonatz, Modell zur Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907

Paul Bonatz, Entwurf zum Oberlicht der Empfangshalle der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1908

Paul Bonatz, Entwurf zum Oberlicht der Empfangshalle der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1908

Paul Bonatz, Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907-1909

Paul Bonatz, Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907-1909

Die Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich während des Baus, 1907/08

Die Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich während des Baus, 1907/08

Paul Bonatz, Haupteingang Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich

Paul Bonatz, Haupteingang Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich

Paul Bonatz, Giebelrelief der Sektkellere Henkell in Wiesbaden-Biebrich

Paul Bonatz, Giebelrelief der Sektkellere Henkell in Wiesbaden-Biebrich

Paul Bonatz, Arbeiterspeisesaal der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907-1909

Paul Bonatz, Arbeiterspeisesaal der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907-1909

Paul Bonatz, Arbeiterwaschraum der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907-1909

Paul Bonatz, Arbeiterwaschraum der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907-1909

Paul Bonatz, Ausgang der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich von innen gesehen, 1907-1909

Paul Bonatz, Ausgang der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich von innen gesehen, 1907-1909

Paul Bonatz, Bürolichthof der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907-1909

Paul Bonatz, Bürolichthof der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907-1909




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