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Die Künstlerzwillinge Gert und Uwe Tobias erhalten den Cologne Fine Art-Preis. Denn in ihrem künstlerischen Schaffen haben sie sich um grafische Techniken verdient gemacht – besonders um den Holzschnitt

Wiederbelebung einer vergessenen Gattung



Neben Schreibmaschinenzeichnungen, Arbeiten mit verschiedenen Materialien, Keramiken und Skulpturen ist der Holzschnitt das bevorzugte Medium von Gert und Uwe Tobias. Auf ihren monumentalen farbkräftigen Blättern mischen die beiden in Rumänien geborenen Künstlerzwillinge eine von der dortigen Volkskunst inspirierte Ornamentik mit Totenschädeln, Tiermotiven und verschnörkelten Lettern. Dabei scheint das Volkstümliche immer gebrochen durch Einflüsse aus der Popkultur und der Fantasy-Welt, durch hintersinnige Botschaften und einen ganz spezifischen Witz. Diese kraftvolle und unbekümmerte Verquickung von Traditionellem und Aktuellem hat dazu geführt, dass Gert und Uwe Tobias bereits als die Erneuerer des Holzdrucks gefeiert werden.



Ihr Studium absolvierten Zwillingsbrüder, die 1973 im rumänischen Brasov in Rumänien zur Welt kamen und 1985 mit ihrer Familie nach Deutschland übersiedelten, von 1998 bis 2002 bei Walter Dahn an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. 2004 wurde ihnen das Peter Mertes-Stipendium des Bonner Kunstvereins zugesprochen. Im selben Jahr folgte die erste wichtige Einzelausstellung in der renommierten Kölner Galerie Michael Janssen, anschließend in Brüssel, Los Angeles und Athen. Für ihr Engagement um die Druckgrafik wird Gert und Uwe Tobias in diesem Jahr der mit 10.000 Euro dotierte Cologne Fine Art-Preis verliehen. Nachfolgend ein Interview, das die Koelnmesse mit den Preisträgern geführt hat.

Koelnmesse: Wie ist es dazu gekommen, dass Sie als Paar arbeiten?
Gert u. Uwe Tobias: Wir haben schon beim gemeinsamen Studium in Braunschweig festgestellt, dass wir gut zusammenarbeiten und einen gemeinsamen Nenner haben. Wir haben ganz ähnliche künstlerische Herangehensweisen. Seit Ende unseres Studiums im Jahr 2002 arbeiten wir zusammen.

Koelnmesse: Leben Sie auch in einem Haus oder haben Sie nur ein gemeinsames Atelier?
Gert Tobias: Wir haben lange auch zusammen gewohnt. Aber jetzt ist Uwe Vater geworden und wir haben die Lebensbereiche getrennt.

Koelnmesse: Gibt es eine Arbeitsteilung bei Ihnen?
Uwe Tobias: Eigentlich nicht. Der Holzschnitt basiert auf der Zeichnung und da haben wir einen gemeinsamen Topf, ein Reservoir, aus dem wir schöpfen können. Jeder entwickelt etwas und jeder macht Vorschläge, was man wie umsetzen könnte. Wir sind uns dann immer relativ schnell einig.

Koelnmesse: Läuft man nicht Gefahr, die eigene künstlerische Identität zu verlieren, wenn man alles gemeinsam macht?
Gert Tobias: Wir verstehen uns als gleichberechtigte Partner. Jeder nimmt von jedem etwas und jeder sieht seinen Beitrag in dem entstandenen Werk, das wir ja auch beide signieren.
Uwe Tobias: Manchmal gibt es ein gewisses Konkurrenzverhalten, das sich aber konstruktiv auswirkt. Das Urteil meines Bruders bedeutet mir mehr als das eines Kunstkritikers. Wir nehmen unsere Zwillingsexistenz selbst kaum wahr, das wird immer von außen an uns herangetragen.

Koelnmesse: Wie sieht Ihr Arbeitstag aus?
Uwe Tobias: Wir sind beide sehr diszipliniert und haben einen ganz regelmäßigen Ablauf, der oft morgens um 10 Uhr im Atelier beginnt. Sonst würde das alles auch gar nicht funktionieren. Eine klare Planung entspricht unserem Naturell.

Koelnmesse: Wie haben Sie den Holzschnitt für sich entdeckt?
Gert Tobias: Das hat schon im Studium angefangen. Da haben wir Laubsägearbeiten gemacht und sind auf die Idee gekommen, die Teile mit Farbe einzuwalzen und abzudrucken. Was sich da gezeigt hat, war vielversprechend. Später haben wir dann eine Spezialsäge entwickelt, mit der wir Elemente aus Pappelholz sägen und wie ein Puzzle zusammensetzen.

Koelnmesse: Woher beziehen Sie ihr Formenrepertoire? Spielt Ihre Biografie dabei eine Rolle?
Uwe Tobias: Unsere Herkunft aus Siebenbürgen spielt eine große Rolle; außerdem sind wir fasziniert von europäischer Folklore. Einflüsse beziehen wir aber auch von den Konstruktivisten und der Art Brut, gelegentlich auch vom Comic. Die eigene Geschichte fließt immer wieder mit ein, etwa die Erinnerung an die sozialistischen Bauten.

Koelnmesse: Wie entwickeln Sie eine Bildkomposition?
Uwe Tobias: Alles geht von einer Zeichnung aus. Diese wird dann gescannt und bearbeitet. Der Computer ist dabei eine Zwischenstation, die uns hilft, grafische Dinge zu klären, bevor wir mit der handwerklichen Ausführung beginnen.
Gert Tobias: Wir lassen uns Zeit und haben immer ein Polster an Arbeiten. Von den großen Holzschnitten fertigen wir immer nur zwei Exemplare an, außer wenn wir eine Edition machen.

Koelnmesse: Welchen Stellenwert nimmt der Holzschnitt in Ihrem Gesamtwerk ein?
Gert Tobias: Eigentlich läuft immer alles parallel: die Schreibmaschinenzeichnungen, die Malerei und eben die Holzschnitte. Wir arbeiten nicht in Blöcken oder Phasen, aber momentan hat der Holzschnitt Priorität.

Koelnmesse: Sie erhalten den Cologne Fine Art-Preis 2007, was bedeutet Ihnen das?
Uwe Tobias: Das bedeutet uns viel, denn es ist eine schöne Anerkennung unserer Arbeit. Und schließlich stehen wir hier in einer Reihe von Künstlern, die wir schätzen.

Koelnmesse: Streiten Sie auch schon mal?
Gert Tobias: Streit ist ein Teil unserer Arbeit, außerdem will ja jeder einmal sein Künstler-Ego durchboxen.
Uwe Tobias: Wir sind ja beide emotional; bei uns ist Streit eher als Diskussion zu verstehen.

Koelnmesse: Was hat sich seit Ihrer Ausstellung in der Galerie Janssen 2004 für Sie verändert?
Gert Tobias: Wir erfahren eine große Aufmerksamkeit und finden es großartig, dass wir so tolle Ausstellungen haben. Außerdem ist es ein Privileg, dass wir jetzt von der Kunst leben können.
Uwe Tobias: Die positive Resonanz hat uns viel Ermutigung gegeben. Wir sind bekannter geworden, aber es ist kein Hype ausgebrochen und wir können ungestört arbeiten.

Koelnmesse: Im November haben Sie eine Ausstellung im Museum of Modern Art in New York. Was bleibt da noch an Wünschen offen?
Uwe Tobias: Das MoMA ist ja noch nicht das Ende vom Lied; wir wollen auch in Zukunft schöne Ausstellungen machen.



21.09.2007

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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